Kolumne

Fianas Kolumne: Fett, weil schwanger

Eine Sache, die mich schon immer im Zusammenhang mit dem Thema Schwangerschaft beschäftigt hat, war und ist das Thema Gewichtszunahme und alles, was damit zusammenhängt. Denn mal ehrlich, wer hat schon Bock auf Schwangerschaftsstreifen oder gar eine Bauchschürze, die einem noch Monate nach der Entbindung Kopfzerbrechen bereitet und Heulkrämpfe beschert?

Während ich also hoffe, die guten Gene meiner Mutter geerbt zu haben und meine Schwangerschaft ebenfalls ohne Schwangerschaftsstreifen hinter mich zu bringen, gehe ich doch auf Nummer sicher und öle meine wachsende Kugel fleißig. Mittlerweile sogar bis zu 3x täglich, Tendenz steigend. Paranoid bin ich natürlich trotzdem. Denn gegen die äußerst unbeliebten Streifen kann man ja bekanntlich wenig unternehmen, sobald sie sich erst niedergelassen haben. Es ist also Daumen drücken angesagt. Und das nicht zu knapp!

Durch das große Glück, Zwillinge unter meinem Herzen tragen zu dürfen, sehe ich bereits jetzt – im 6. Monat – äußerst schwanger aus. Man könnte fast meinen, der Bauch sei über Nacht gewachsen, denn noch vor einigen Wochen wurde bemängelt, dass noch immer nichts zu sehen sei. Tja, mittlerweile musste ich mir sogar von meiner Lieblingskollegin Teresa eine Winterjacke leihen, da meine dann doch ein wenig zu eng in der Taille wurde und der Winter leider noch nicht ganz seine Zelte abgebrochen hat. Für wärmere Tage habe ich bereits einen wunderschönen Mantel aus Kaschmir im Schrank hängen, der lediglich mit einem Gürtel ausgestattet und somit perfekt für einen schwangeren Bauch geeignet ist. Nach Oles Schwester, die vor einem Jahr noch kugelrund war, habe nun auch ich die Ehre, meine Rundungen in den wertvollen Mantel seiner Mutter zu hüllen. Ein Grund mehr, Frühlingstemperaturen herbeizusehnen.

Insgesamt ziere ich mich ein wenig, Geld für Umstandsmode auf den Kopf zu hauen. Das erweist sich jedoch als schwierig, da schon stinknormale Jeans und Hosen um die 80 € kosten, wenn man sich nicht ausschließlich bei einem schwedischen Modehaus einkleiden möchte. Ganz davon abgesehen, dass dort auch die Auswahl stark zu wünschen übrig lässt. In verschiedenen Onlineshops habe ich natürlich einige süße T-Shirts und Hosen etc. gefunden, konnte mich aber bisher nicht durchringen, wirklich 30 € aufwärts pro Kleidungsstück zu berappen, das ich es dann nur ein paar Monate tragen kann und werde. Langsam wird es jedoch „eng“ in meinem Schrank und so werde ich wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und demnächst auch mal den „Bestellung abschicken“-Knopf betätigen müssen. Eine Umstandsleggings und eine -jeans reichen dann doch nicht ganz aus. Und auch meine Oberteile möchte ich nach der Schwangerschaft gern wieder anziehen und sie nicht überstrapazieren und ausleiern.

Jedes Mal, wenn ich zum Frauenarzt gehe, was momentan alle 3-4 Wochen ansteht, warte ich mit Spannung auf den Moment des Wiegens, da ich selbst keine Waage besitze. Bloße Kilogramm sagen meiner Meinung nach einfach nicht viel aus. Entweder man fühlt sich wohl und die Klamotten sitzen oder eben nicht. Was ändert da schon eine genaue Anzeige? So ist es jedes Mal besonders aufregend, beim Arzt auf die Waage zu steigen. Bisher habe ich stattliche 15 kg zugenommen und somit auch vor einiger Zeit mein Angstgewicht überschritten. Mit anderen Worten: Ich bin jetzt fett! Aber schwanger ist das ja alles im Rahmen – vor allem mit zwei Babys im Bauch, nicht wahr?

Eigentlich kann ich mich nicht beschweren. Ich ernähre mich gesund, esse nicht wirklich mehr als vorher und habe bisher auch keinerlei Gelüste, für die ich meinen Freund mitten in der Nacht zur Tanke schicke. Und bisher passen sogar noch die kniehohen Stiefel. Die 15 kg beschränken sich hauptsächlich auf den Bauch. Ihr könnt euch also vorstellen, wie ich ungefähr aussehe. Wollen wir mal hoffen, dass die Stillzeit die Pfunde purzeln lässt. Und Zeit für die Nahrungsaufnahme ist Erfahrungsberichten zufolge ebenfalls begrenzt. Ich bin also guter Dinge was Aktion „Zurück zur Ausgangsposition“ betrifft.

Zurzeit belastet mich die runde Kugel leider etwas. Wenn ich morgens aufstehe, ist noch alles ok, doch kurz danach habe ich bereits das Gefühl, jemand hätte eine Luftpumpe angesetzt und kräftig aufgepumpt. Sehr unangenehm! Der Bauch ist also riesig, was durch das viele Sitzen am Schreibtisch oder auf der Couch nicht wirklich besser wird. Nachts dreh ich mich also alle paar Minuten von rechts nach links und kann trotzdem nicht schlafen. Naja, ich habe ja nur noch knapp vier Monate vor mir. Bis dahin fühle ich mich einfach weiterhin fett, äh, schwanger.

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Redaktion ma-gazin

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