Kolumne

Fianas Kolumne: Bruce Lee für Anfänger

Letzte Nacht war es endlich soweit! „Hanni“ (das Baby links) hat mir unmissverständlich mitgeteilt, dass ich nachts nicht zu niesen und mich dabei schon gar nicht schnell von der Waagerechten in die Senkrechte zu bewegen habe. Ihrem Ärger über die plötzliche Enge im Bauch machte sie mittels eines Tritts, der Bruce Lee alle Ehre machen würde, deutlich Luft. Und obwohl ich kurz etwas perplex war, war es doch ein denkwürdiger Moment. Denn, auch wenn es nicht die erste Bewegung war, die ich in meinem Bauch in den vergangenen Wochen wahrnehmen durfte, war es doch die bisher heftigste.

Schon zu Beginn der Schwangerschaft erzählten mir all meine Freundinnen, die bereits entzückende Kinder haben, von ihren jeweiligen Erfahrungen mit den ersten Babytritten. Dabei schwärmten sie alle von dem unglaublichen Gefühl, das wachsende Leben tatsächlich auch irgendwann spüren zu können. „Wie Seifenblasen, die zerplatzen“, hieß es da in einer Beschreibung und genau darauf wartete ich ab dem Tag. Es dauerte noch eine Weile, doch dann glaubte ich, genau dieses „Plopp“ ab und zu in meinem Bauch fühlen zu können. Allerdings war ich mir nicht ganz sicher. Vielleicht saß auch einfach nur ein Furz quer.

Mittlerweile kann ich allerdings bestätigen, dass es sich damals tatsächlich um die ersten kleinen Tritte und Schläge gehandelt hat, denn seitdem spüre ich sie jeden Tag und vor allem nachts. Liege ich auf der linken Seite, tobt der linke Twin und umgekehrt. Und beim letzten Besuch im Pränatalzentrum konnte ich die Bewegungen dann auch wieder sehen. Während „Nanni“ ihrer Schwester mit einem ihrer Füßchen ins Gesicht trat und diese daraufhin mit ihrem Kopf an die Bauchdecke stieß, „platzte“ in meinem Inneren wieder ein Bläschen. Abgefahren!

Und so verließ ich wieder völlig geflasht den Raum und kann es kaum abwarten, in einigen Wochen erneut eine dieser unglaublichen Live-Übertragungen erleben zu dürfen. Natürlich war dieses Erlebnis das Highlight des Tages, das sofort kommuniziert werden musste, worauf Ole mir gleich erzählte, dass seine Kollegin, die mir einen Monat voraus ist, bereits kräftig von ihrem Kleinen getreten und geboxt und dadurch sogar manchmal geweckt wird. Ich bin gespannt!

Klar weiß man, dass irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem man jede Drehung und Zuckung des Nachwuchses spüren kann. Doch wenn es dann das erste Mal wirklich passiert, hat man auch ein wenig das Gefühl, sich am Set des neuen Teils der Alien-Reihe zu befinden. Das wäre jedenfalls auch extrem aufregend und außergewöhnlich.

Bei der letzten Ultraschalluntersuchung vor einigen Tagen lagen die zwei Mädels dann ganz harmonisch Kopf an Kopf und sahen so aus, als würden sie bereits jetzt irgendetwas aushecken. Noch haben sie ja genügend Platz, um sich immer mal wieder zueinander hin und wieder voneinander weg zu drehen. Allerdings wird es täglich enger in meinem Bauch, auch wenn er zusehends größer und runder wird. Ich stelle mich also auf starke Tritte und wilde Drehungen ein und hoffe, auch mal den Umriss eines Füßchens, Fäustchens oder sogar Popos an meinen strammen Bauch erkennen zu können. Also Mädels, bloß keine Scheu! Bring it on!

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Redaktion ma-gazin

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