Geburt Gesundheit

„Exposing the Silence“: Lässt sich ein Geburtstrauma verhindern?

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Ein Geburtstrauma liegt in der Hand der Ärzte. Dennoch könnt ihr vorbeugen.

Heutzutage leistet die Medizin mit dem dazugehörigen Team von Medizinern, Pflegern und Geburtshelfern Unermessliches, damit eine Geburt ohne größere Komplikationen vonstatten gehen kann. Dabei werden leider oft die Bedürfnisse der werdenden Mütter vergessen. Das amerikanische Projekt „Exposing the Silence“ lässt 20 Frauen zu Wort kommen, die ein Geburtstrauma erlitten haben. Nicht um euch Angst zu machen, sondern um der Problematik Gehör zu verschaffen und euch sowie Ärzte und Hebammen für dieses Thema zu sensibilisieren. 


Mittlerweile erlebt etwa jede dritte amerikanische Frau während der Geburt ihres Kindes eine traumatische Erfahrung – dies kann durch einen ungeplanten Kaiserschnitt oder durch vernachlässigte Erläuterungen des Geburtsteams entstehen, unter der die werdende Mutter leidet.

Auch in Deutschland sind schätzungsweise jährlich um die 100.000 Mütter von psychischen Erkrankungen betroffen, die mit der Geburt einhergehen, und meist wird dieses traumatische Erlebnis verschwiegen. Die zwei Amerikanerinnen Lindsay Askins und Cristen Pascucci haben aus diesem Grund mit 20 betroffenen Amerikanerinnen Kontakt aufgenommen, um ihre traumatischen Geburtserlebnisse an die Öffentlichkeit zu bringen.

„Exposing the Silence“ soll sensibilisieren

„Exposing the Silence“ dient dazu, den traumatisierten Frauen endlich ein Gehör zu verschaffen und soll weitere Frauen sowie vor allem Mediziner und Geburtshelfer dafür sensibilisieren, jeden Schritt der Geburt mit den werdenden Eltern abzuklären und die Wünsche und Bedürfnisse der Mutter als oberste Priorität zu behandeln.

Sofern ihr selbst unter einem Geburtstrauma leidet, solltet ihr euch in jedem Fall psychologisch beraten lassen. Fällt euch dieser große Schritt alleine zu schwer, könnt ihr euch auch an die Selbsthilfe Organisation „Schatten und Licht e.V.“ wenden, die sich allgemein mit psychischen Krisen rund um die Geburt auseinandersetzt und euch mit Rat und Tat zur Seite steht.

Lässt sich ein Geburtstrauma verhindern?

Generell kann es nur durch geschultes und sensibilisiertes Fachpersonal verhindert werden und das bedeutet auch, dass es ‚leider‘ nicht in eurer Macht steht. Allerdings könnt ihr innerhalb der intensiven Vorbereitungszeit für die Geburt versuchen, euer Geburtsteam kennenzulernen und ihnen eure Wünsche mitzuteilen. Beachtet dabei auch einen möglichen Notkaiserschnitt und stellt klar, ob ihr (sofern ihr bei der Geburt bei Bewusstsein seid) euer Baby sofort in eure Arme schließen wollt, der Papa es bekommen soll, damit ihr erstmal zu Kräften kommen könnt und vor welchen Vorgängen ihr möglicherweise die größte Angst habt. Hier dienen vor allem die Hebammen als Ansprechpartner, da ihr leider niemals wissen könnt, welcher Arzt und welche Schwestern während der Geburt gerade Dienst haben und ob sie ein Gespür für eure Bedürfnisse haben.

Sofern euer Partner bei der Geburt dabei sein möchte, habt ihr natürlich mit ihm eine weitere große Unterstützung, um eure Wünsche durchzusetzen. Allerdings kann auch der aufgeregte werdende Papa nicht hellsehen. Daher tauscht euch rechtzeitig vor der Geburt aus, damit er euren Bedürfnissen gerecht werden kann. Habt ihr das Gefühl, dass eure Wünsche nicht ernst genommen werden, sucht euch ein anderes Kranken- oder Geburtshaus in eurer Nähe, das euch mehr Feingefühl und Verständnis entgegenbringt.

Die Doula als helfende Hand

Nicht jeder werdende Vater kann bei einer Geburt anwesend sein und selbst wenn, heißt das nicht, dass euch seine Nervosität bei der anstrengenden Geburtsphase wirklich hilft. Neben Hebammen, die sich vor allem um eine reibungslose Geburt und das Wohlbefinden des Neugeborenen kümmert, gibt es auch die Möglichkeit, eine Doula zur Hilfe zu holen, die euch nicht nur während der Geburt mental unterstützt, sondern auch mindestens zwei Besuche während der Schwangerschaft, eine Rufbereitschaft, die zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt, die Geburtsbegleitung sowie zwei Besuche nach der Geburt bei euch abhält. Doulas dienen ausnahmsweise mal nicht eurem medizinischen, sondern eurem psychischen Wohlbefinden und setzen sich neben dem werdenden Vater für euer Wohlbefinden ein. Detailliertere Informationen zum Beruf der Doula und zu den Kosten, findet ihr hier.

Bild:kolinko_tanya

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1 Kommentar

  • Danke für diesen Artikel! Es ist so wichtig, dass frau sich vor der Geburt darüber im Klaren ist, welche Rechte und Möglichkeiten sie bei der Geburt hat und sich Betreuer sucht, die sensibel mit Gebärenden umgehen, oder dass sie sich selbst für sich und ihre Bedürfnisse stark macht – bzw. ihren Partner dafür einspannt.
    Für alle Frauen, die eine unschöne bis traumatische Geburt hinter sich haben und Gewalt in irgendeiner Form erfahren haben (psychisch z.B. durch Druck, Missachtung oder Nicht-Aufklärung, verbal oder durch eingeschränkte Bewegungsfreiheit o.ä.): Am 25. November seid ihr aufgerufen, eine rosa Rose vor die Klinik-/Kreißsaaltür zu legen. Roses Revolution – für eine (trauma)sensible Geburtsbegleitung und -hilfe.

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