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Elterngeld, Kindergeld und Co.: Der Storch bringt die Babys und wer bringt das Geld?

Elterngeld
Saskia
Geschrieben von Saskia

Den BIG Baby Bonus gibt’s obendrauf!

Ein Kind macht euer Glück erst so richtig perfekt und am liebsten wäre euch gleich eine ganze Bande? Dann schadet es nicht, wenn ihr euch einen Überblick über die staatlichen Fördermittel wie Mutterschaftsgeld, Elterngeld, Kindergeld und beispielsweise auch über die Familienleistungen eurer Krankenkasse wie etwa den BIG Babybonus verschafft. Denn eins ist sicher: Das Leben mit Kindern ist teuer!


1. Mutterschaftsgeld

Seid ihr bei einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert oder freiwillig gesetzlich versichert, erhaltet ihr während eures Mutterschutzes das Mutterschaftsgeld. Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem Entbindungstermin und endet acht Wochen nach der Geburt. Falls ihr Mehrlinge bekommt oder euer Kind als Frühchen zur Welt kommt, bekommt ihr nach der Entbindung weitere vier Wochen – und somit zwölf Wochen Mutterschaftsgeld. Eure Krankenkasse zahlt euch bis zu 13 Euro Mutterschaftsgeld pro Tag.

Zuschuss durch den Arbeitgeber

Für den Rest bis zur Höhe eures durchschnittlichen Nettogehalts der letzten drei abgerechneten Kalendermonate vor dem Mutterschutz kommt euer Arbeitgeber auf.

Der Zuschuss entfällt, wenn ihr selbstständig, in der Elternzeit erneut schwanger oder als Familienversicherte ohne Beschäftigung seid.

Familienversichert oder privat versichert

Seid ihr familienversichert oder privat versichert, zahlt euch die Mutterschaftsgeldstelle des Bundesversicherungsamtes das Mutterschaftsgeld. Hier steht euch eine einmalige Zahlung von bis zu 210 Euro zu.

Selbstständige

Wenn ihr selbstständig und freiwillig mit Anspruch auf Krankengeld versichert seid, bekommt ihr Mutterschaftsgeld in Höhe eures Krankengeldes. Die Höhe des Krankengeldes beträgt 70 Prozent eures Bruttoeinkommens.

Als Beamtin oder Dienstordnungsangestellte (DO-Angestellte) steht euch kein Mutterschaftsgeld zu.

2. Elterngeld

Die Elternzeit beginnt nach dem Mutterschutz. Dann könnt ihr auch das Elterngeld beantragen. Grundlegend steht euch zwölf Monate lang das Basiselterngeld zu. Teilen sich Mutter und Vater die Elternzeit oder seid ihr alleinerziehend, bezieht ihr 14 Monate lang Elterngeld. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der zweite Elternteil mindestens zwei Monate Elternzeit nimmt. Die Höhe hängt von eurem vorherigen Einkommen ab und beträgt zwischen 300 (Mindestsatz für Elternteile, die zuvor nicht gearbeitet haben) und 1.800 Euro. Dies gilt auch für Selbstständige.

Ihr habt außerdem die Möglichkeit, das sogenannte ElterngeldPlus zu beziehen. Damit erhaltet ihr monatlich die Hälfte des Elterngeldes, das ihr bekommen würdet, dafür allerdings für 24 beziehungsweise 28 Monate. Das ElterngeldPlus soll dazu dienen, euch einen schnelleren Wiedereinstieg ins Berufsleben durch Teilzeitarbeit zu ermöglichen.

ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus

Sofern ihr und euer Partner vier Monate lang am Stück parallel in Teilzeit arbeitet (mit einer wöchentlichen Arbeitszeit zwischen 25 und 30 Stunden!), profitiert ihr außerdem vom Partnerschaftsbonus. Der Partnerschaftsbonus beim ElterngeldPlus bedeutet, dass euch acht weitere Monate (vier weitere Monate pro Elternteil) ElterngeldPlus beziehungsweise als Alleinerziehende/r der gesamte Partnerschaftsbonus zusteht. Allerdings gilt hier Vorsicht bei der Berechnung. Viele Eltern müssen den Partnerschaftsbonus zurückzahlen. Grund dafür kann beispielsweise sein, wenn ein Monat zu wenig Werktage hat und ihr damit nicht auf die wöchentliche Arbeitszeit von mindestens 25-30 Stunden kommt, oder ihr Krankengeld bezogen habt.

Elterngeld mit Geschwisterbonus

Habt ihr mehr als ein Kind, könnt ihr unter bestimmten Voraussetzungen euer Elterngeld um 10 Prozent aufstocken. Beim Basiselterngeld bedeutet der Geschwisterbonus eine Aufstockung von mindestens 75 Euro und beim ElterngeldPlus von mindestens 37,50 Euro pro Monat. Somit beträgt das Basiselterngeld mindestens 375 Euro und höchstens 1.980 Euro und das ElterngeldPlus mindestens 187,50 Euro und höchstens 990 Euro monatlich.

Den Geschwisterbonus erhaltet ihr unter folgenden Voraussetzungen:

In eurem Haushalt lebt/leben

  • mindestens ein weiteres Kind, das jünger als drei Jahre alt ist, oder
  • mindestens zwei weitere Kinder, die beide jünger als sechs Jahre alt sind, oder
  • mindestens ein weiteres Kind mit Behinderung (der Grad der Behinderung muss mindestens 20 betragen), das jünger als 14 Jahre alt ist.

Nähere Infos dazu und zum Mehrlings-Zuschlag bekommt ihr beim Familienportal des BMFSFJ.

3. Kindergeld

Zusätzlich zum Elterngeld gibt es das Kindergeld, das einkommensunabhängig ist. Die Antragsstellung ist ab dem Zeitpunkt der Geburt möglich. Ab Einreichung des Antrags und bis zum 18. Geburtstag könnt ihr das Kindergeld beziehen. Befindet sich euer Kind darüber hinaus noch in der Ausbildung/ im Studium, laufen die Zahlungen bis zum 25. und für arbeitslose Kinder bis zum 21. Geburtstag. Für das erste und zweite Kind erhaltet ihr 204 Euro, für das dritte Kind 210 Euro und ab dem vierten Kind 235 Euro Kindergeld monatlich.

Kinderzuschlag (Kindergeldzuschlag)

Reicht euer Einkommen nicht für die ganze Familie, könnt ihr den sogenannten Kinderzuschlag (umgangssprachlich auch Kindergeldzuschlag genannt) gesondert bei der Familienkasse beantragen. Nach der Bewilligung erhaltet ihr den Kinderzuschlag monatlich für sechs Monate. Danach müsst ihr einen erneuten Antrag stellen. Je nach Einkommen und Vermögen erhaltet ihr pro Kind höchstens 185 Euro monatlich.

Folgende Voraussetzungen müsst ihr für den Kinderzuschlag erfüllen:

  • Euer Kind lebt in eurem Haushalt, ist unter 25 Jahre alt und unverheiratet.
  • Ihr erhaltet Kindergeld (oder eine vergleichbare Leistung)
  • Euer Bruttoeinkommen beträgt als Paar mindestens 900 Euro und als Alleinerziehende/r mindestens 600 Euro
  • Ihr hättet genug Geld für den familiären Unterhalt, wenn ihr neben eurem Einkommen den Kinderzuschlag und eventuell Wohngeld erhalten würdet.

Notfall-KiZ

Zudem gibt es derzeit auch den sogenannten Notfall-KiZ. Dieser wurde eingeführt, um Familien, die aufgrund der Corona-Krise den Lebensunterhalt für ihre Familie nicht mehr sicherstellen können, zu entlasten. Bezieht ihr derzeit also zum Beispiel Kurzarbeitergeld, habt verringerte oder gar keine Einnahmen bei Selbstständigkeit, weniger Bezüge durch entfallene Überstunden oder bezieht Arbeitslosen- oder Krankengeld, könnt ihr den Notfall-Kinderzuschlag noch bis zum 30.09.2020 beantragen. Der Notfall-KiZ beträgt monatlich ebenfalls bis zu 185 Euro pro Kind.

BMFSFJ und Elterngeldrechner

Auf den Seiten des Bundesfamilienministeriums (www.bmfsfj.de) findet ihr weitere Informationen zu den einzelnen Geldern. Dort gibt es auch einen Elterngeldrechner. Bei Fragen zum Mutterschaftsgeld könnt ihr euch entweder an eure Krankenkasse oder das Bundesversicherungsamt wenden.

4. BIG Babybonus

Zu guter Letzt wollen wir euch außerdem ans Herz legen, dass ihr euch bereits vor eurer Schwangerschaft bei eurer Krankenkasse über spezielle Leistungen für Familien informiert. BIG direkt gesund bietet euch beispielsweise im Rahmen ihres Bonusprogramms BIGtionär den BIG Babybonus von 200 Euro, wenn ihr die vorgesehenen Untersuchungen zur Schwangerenvorsorge, die Kindervorsorgeuntersuchungen U1 bis U6 und die Kinderschutzimpfungen im ersten Lebensjahr gemäß der Schutzimpfungsrichtlinien nachweisen könnt.

Titelbild: © WavebreakMediaMicro

Über den Autor

Saskia

Saskia

Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

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