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Ein unschlagbares Team: 6 Tipps für eine gemeinsame Kindererziehung

Kindererziehung
Helena
Geschrieben von Helena

Offenheit und Kompromisse!

Wenn Papa dem Kind noch erlaubt, fernzusehen, obwohl Mama es verboten hat oder Mama beim Einkauf doch einen Lolli kauft, obwohl Papa das gar nicht gut findet, dann kann es unter Paaren schon mal gehörig krachen. Wir geben euch ein paar Tipps, wie ihr trotz unterschiedlicher Ansichten eine gemeinsame Kindererziehung mit mehr Harmonie hinbekommt und verraten euch, ob ihr Konflikte in der Partnerschaft vor euren Kindern verheimlichen solltet.


6 Tipps für eine gemeinsame Kindererziehung

1. Konflikte so schnell wie möglich klären

Der Alltag bringt in jeder Familie regelmäßig Konflikte mit sich. Deshalb ist es wichtig, darüber zeitnah zu sprechen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, bevor sich ein riesiger Berg an Uneinigkeiten angesammelt hat. Falls ihr unsicher seid, wann der richtige Zeitpunkt ist, in Ruhe über alles zu sprechen, einigt euch als Eltern auf ein regelmäßiges Datum. Zum Beispiel jeden Donnerstagabend oder jeden zweiten Donnerstagabend. So könnt ihr große Wutanfälle am Wochenende verhindern und eure gemeinsame Zeit genießen.

2. Keine Vorwürfe

Konstruktiv nach vorne schauen statt sich in Vorwürfen und Schuldzuweisungen zu ergehen, sollte euer Ziel sein. Denn wenn jeder auf seiner Meinung beharrt, macht das eine gemeinsame Lösung meist unmöglich und verhärtet die Fronten nur noch mehr. Anstatt zu sagen, was euch an dem Erziehungsstil oder dem Verhalten des anderen nicht passt, formuliert, was ihr euch stattdessen wünschen würdet und begründet eure Meinung.

Zwei Beispiele:

Euer Kind darf vor dem Zubettgehen doch noch eine halbe Stunde länger fernsehen, obwohl ihr euch dann eine fernsehfreie Zeit wünscht? Dann begründet euren Wunsch vor eurem Partner*in, indem ihr beispielsweise anmerkt, dass euer Kind ohne Fernsehen schneller und besser schläft, sich stattdessen noch mit einem Buch beschäftigt oder am Morgen ausgeschlafener ist. Damit stehen die Chancen wesentlich besser, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Euch stört es, dass ihr immer für das Zähneputzen verantwortlich seid? Dann teilt eurem Partner*in mit, dass ihr euch wünscht, dass ihr euch abwechselnd darum kümmert, anstatt zum Beispiel zu sagen: „Nie kümmerst du dich um das Zähneputzen!“

3. Kompromisse eingehen

Für euer Kind ist es einfacher, sich an Regeln zu halten und an Rituale zu gewöhnen, wenn ihr euch bei der Kindererziehung einig seid. Dafür ist es notwendig, dass ihr auch mal einen Kompromiss eingeht und euch auf den Wunsch eures Partners*in einlasst. Beispielsweise dann, wenn es um Vorsichtsmaßnahmen im Straßenverkehr oder Ähnliches geht.

Bei manchen Themen bleiben Eltern aber auch unterschiedlicher Meinung oder haben einen anderen Erziehungsstil, und das ist auch ok. Ihr solltet euch nur dieser Themen bewusst sein und beide Positionen akzeptieren, so dass eure Kinder wissen, dass beide in Ordnung sind.

Zwei Beispiele:

Ihr bringt eure Kinder durch unterschiedliche Rituale zu Bett? Dann wechselt euch damit einfach ab.

Ihr erlaubt eurem Kind manchmal eine Süßigkeit, wenn ihr in der Schlange an der Kasse ansteht, während eure Partner*in immer “Nein” sagt? Dann kann sich euer Kind auch an diese Unterschiede gewöhnen. Hier findet ihr übrigens Tipps für ein entspanntes Einkaufen mit Kind! 😉

Wenn ihr beide Methoden eine Weile getestet habt, könnt ihr euch noch mal zusammensetzen und entscheiden, ob sich vielleicht doch eine der beiden Methoden besser bewährt hat als die andere. Auch dann ist es sinnvoll, einen Kompromiss einzugehen und euch auf die bewährtere Methode zu einigen.

4. Kinder nicht zu Verbündeten machen!

Auf den ersten Blick scheint so ein kleines Geheimnis zwischen Elternteil und Kind ja ganz lustig und bequem, anstatt euren Konflikt mit eurem Partner*in zu klären. Beispielsweise wenn Papa sagt: “Du darfst heute länger fernsehen, aber erzähl Mama ja nichts davon.” Allerdings bringt ihr damit euer Kind in einen großen Gewissenskonflikt. Je nachdem, wie alt euer Nachwuchs ist, versteht er natürlich, was hier gerade vor sich geht und es kann für ihn eine Belastung sein. Zudem riskiert ihr, dass beim nächsten Streit zwischen euch und eurem Kind die Wahrheit sowieso ans Licht kommt und dass ihr an Respekt bei eurem Kind einbüßt. Der Vorbildcharakter ist damit natürlich dahin und Ärger mit dem/der Partner*in ist auch vorprogrammiert.

Hier erfahrt ihr, wieso ihr eure Kinder nicht anschreien solltet.

5. Konflikte nicht vor Kindern verheimlichen

Wenn ihr es schafft, euren Konflikt in Ruhe auszutragen, und gemeinsam nach einer Lösung sucht, ist es für euer Kind sogar gut, wenn es diesen mitbekommt. So spürt es, dass ihr euch gegenseitig respektiert und trotz Meinungsverschiedenheiten und negativer Emotionen ein Team seid und dass es möglich ist, sich zu einigen oder zwei Sichtweisen gelten zu lassen. Ist euer Kind bereits älter, könnt ihr es auch in das Gespräch mit einbeziehen und zu dritt nach einer Lösung suchen. Damit trainiert ihr seine Konfliktfähigkeit und es fühlt sich ernstgenommen und respektiert.

Ahnt ihr bereits, dass euer Diskurs in einem aggressiven Streit endet, solltet ihr euer Kind davor verschonen. Zum einen macht es ihm Angst, es könnte sich verantwortlich für euren Streit fühlen und es wird sich eure Verhaltensweisen für das Lösen der eigenen Konflikte wahrscheinlich abschauen.

6. Professionelle Hilfe suchen

Wenn ihr das Gefühl habt, dass sich eure Konflikte beispielsweise durch das Coronavirus oder aus anderen Gründen häufen und ihr keine gemeinsame Lösung findet, sucht euch rechtzeitig professionelle Hilfe. Googelt einfach mal nach Elterntrainingskursen oder Elternbildungsprogrammen. Natürlich könnt ihr bei länger anhaltenden Problemen auch eine Paar- oder Familientherapie beziehungsweise ein Coaching in Betracht ziehen. Wichtig ist, dass ihr nicht zu lange damit wartet und dass ihr diesen Schritt nicht als Versagen empfindet. Es ist total okay und zeugt eher von Stärke und Verantwortungsbewusstsein, wenn ihr dann auf professionelle Hilfe zurückgreift. Und natürlich ist dieser Weg auch wesentlich effektiver, als weiterhin unter euren Konflikten zu leiden.

Beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend findet ihr die wichtigsten Krisentelefone und Anlaufstellen in Notlagen.

Titelbild: © djile

Über den Autor

Helena

Helena

Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

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