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Diese Schlafposition fördert das Risiko einer Totgeburt

Schlafposition
Saskia
Geschrieben von Saskia

Speziell im dritten Trimester!

Eine entspannte Schlafposition in der Schwangerschaft zu finden, ist gar nicht so einfach. Je größer euer Bauch wird, desto mehr stört er beim Liegen und desto größer und agiler wird auch euer ungeborenes Baby. Statt auf dem Bauch zu schlafen, bleibt euch dann nur die Seiten- oder Rückenlage. Wissenschaftler der University of Manchester warnen allerdings vor einer dieser beiden Liegepositionen, da sie das Risiko einer Totgeburt drastisch erhöhen soll.


Das Forscherteam um Studienleiter Professor Alexander Heazell fand heraus, dass bei Schwangeren, die im dritten Trimester auf dem Rücken schlafen, das Risiko einer Totgeburt um 50 Prozent höher ist als bei Schwangeren, die auf der linken Seite schlafen. An der Studie nahmen zum Zeitpunkt der Befragung 733 Schwangere und 291 Frauen teil, die nach der 28. Schwangerschaftswoche bereits eine Totgeburt erlitten hatten. 3,7 Prozent der Totgeburten nach der 28. Schwangerschaftswoche stehen laut Studie mit dem Einschlafen in Rückenlage in Zusammenhang. Das Gewicht der Mutter und die Größe des Babys würden dagegen das Risiko einer Totgeburt nicht beeinflussen. 2011 stellten neuseeländische Forscher bereits den gleichen Zusammenhang zwischen der Schlafposition in Rückenlage und dem Erleiden einer Totgeburt her.

Wieso links schlafen statt auf dem Rücken?

Laut der Wissenschaftler können zwei Gründe vorliegen, weshalb Schwangere, die flach auf dem Rücken schlafen, häufiger eine Totgeburt erleiden. Zum einen kommt es in Rückenlage häufiger zu Aussetzern während des Atmens. Zum anderen wird vermutet, dass durch die Rückenlage und das Gewicht der Gebärmutter sowie des Kindes die untere Hohlvene – auch Vena Cava genannt – zusammengepresst wird. Diese liegt rechts neben der Wirbelsäule und transportiert sauerstoffarmes Blut zurück zum Herzen. Ist dieser Vorgang gestört, werden die Plazenta und somit auch das Ungeborene möglicherweise nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Wenn ihr auf der linken Seite schlaft, sorgt ihr auch generell dafür, dass weniger Druck auf eure Organe ausgeübt wird und diese besser arbeiten können. Damit beugt ihr zudem Rückenschmerzen, Hämorrhoiden und Wassereinlagerungen vor.

Links liegen bleiben – aber wie?

Auf der linken Seite einzuschlafen, ist die eine Sache. Euch im Schlaf nicht plötzlich auf den Rücken oder die rechte Seite zu drehen, die andere. Allerdings verändert ihr eure Schlafposition aufgrund eures Babybauches sowieso seltener als sonst. Unterstützend könnt ihr euch beispielsweise ein (Still-) Kissen in den Rücken legen. Ein Kissen zwischen den Beinen entlastet zusätzlich eure Hüften und euer Becken. Wacht ihr in der Nacht auf und stellt fest, dass ihr eure Position doch geändert habt, müsst ihr nicht gleich befürchten, dass ihr eurem Baby damit geschadet habt. Bleibt entspannt und legt euch einfach wieder auf die linke Seite.

Quelle: US National Library of Medicine National Institutes of Health

Die Studie wurde im Fachmagazin „International Journal of Obstetrics & Gynaecology“ veröffentlicht.

Titelbild: © Leonid

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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