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Du blöde Kuh! So reagiert Ihr am besten auf Schimpfwörter

die ersten schimpfwörter
Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Eure Kinder lernen neue Wörter meist in einem wertfreien Zusammenhang kennen, wodurch diese erst einmal einen neutralen Stellenwert erfahren. Auch Schimpfwörter. Wenn also irgendwann der Tag da ist, an dem euer Kind aus dem Kindergarten oder der Schule kommt und euch ein neu gelerntes Schimpfwort entgegen ruft, dann ist in erster Linie Ruhe bewahren angesagt.


Eure Kinder erwarten, dass ihr in irgendeiner Art und Weise auf diesen neuen Ausdruck reagiert, sie probieren ihn aus, um zu lernen wie andere Menschen darauf anspringen, ohne genau zu wissen, was er bedeutet. Und wenn sie mit solchen Wörtern Aufmerksamkeit erzeugen können, dann werden diese nur noch interessanter. Ihr verleiht der Wirkung der bösen Wörter also mehr Gewicht. Entgegnet ihr also mit starken Emotionen oder sofortigen Verboten, dann erhöht sich eher die Wahrscheinlichkeit, dass eure Kinder die neuen Wörter nochmal benutzen. Bleiben oder werden diese allerdings uninteressant, weil nicht die erhoffte Aufmerksamkeit dadurch erzielt wird, werden sie eher wieder verschwinden.

In Ruhe erklären

Lasst euch nicht provozieren, denn nicht die Wörter selbst sind das Faszinierende, sondern die Reaktionen der Erwachsenen, die Kinder damit hervorrufen können. Gelassenheit sollte das oberste Gebot sein, erklärt euren Kindern ruhig und knapp, warum sie keine Schimpfwörter benutzen sollten: Sie sind verletzend und machen andere Menschen traurig. Fragt euer Kind, ob es denn überhaupt weiß, was es da eigentlich sagt. Wenn nicht, dann erklärt ihm, dass man keine Wörter benutzen sollte, deren Bedeutung man nicht kennt. Wenn euer Kind allerdings beschreiben kann, worum es geht, dann fragt doch einfach, was er oder sie davon halten würde, wenn jemand anderes dieses Wort zum ihm oder ihr sagt. Und ergänzt, dass man andere Menschen immer so behandeln sollte, wie man selbst behandelt werden möchte.

Konsequent sein

Wenn die Schimpferei trotzdem weitergehen sollte, schreckt nicht davor zurück, Konsequenzen einzuführen, beispielsweise das Kürzen von Taschengeld (sofern eure Kinder schon Taschengeld bekommen), Spielplatzverbot oder das Vorlesen von Geschichten fällt aus, weil „die blöde Kuh“ nämlich nicht lesen kann. Eure Kleinen werden sehr schnell merken, dass ihnen der Gebrauch von Schimpfwörtern nur Nach- und keine Vorteile bringt. Auch „Nur alleine Schimpfen“ kann hier helfen: Wenn das Fluchen nicht aufhört, schickt euer Kind auf sein oder ihr Zimmer, wo sich dann ausgetobt werden kann. Dadurch nehmt ihr euren Kindern nämlich den Verstärker – die Reaktion der Erwachsenen – was ihnen die Lust am Schimpfen schon ganz schnell verderben kann.

Alternativen aufzeigen

Wenn eure Kinder schon etwas älter sind, dann solltet ihr ihnen unbedingt den Unterschied zwischen einem relativ neutralen Ausruf wie „So ein Misttag! Und einer persönlichen Beleidigung, wie „Du Mistkerl!“ aufzeigen und letzteres auf keinen Fall dulden und mit Konsequenzen belegen. Zeigt auch Alternativen auf. Statt „blöde Kuh“ oder „Idiot“ kann man der Person über die man sich ärgert beispielsweise auch sagen: „Das ist gemein“, „Ich ärgere mich über Dich“ oder „Das finde ich nicht gut“. Somit könnt Ihr Schimpfwörter ziemlich effizient aus dem Wortschatz eurer Kinder verbannen.

Außerdem ist es sehr wichtig, dass ihr immer ein gutes Vorbild seid. Natürlich ist es nicht immer besonders leicht. In der Eile springt das Auto nicht an, aus der gerissenen Tüte rollen die Einkäufe über die Straße, die teure Vase zerbricht in tausend Scherben und schon rutscht einem vor dem Kind eines jener Wörter heraus, die ihr von euren Kindern natürlich nicht hören wollt. Wenn ihr aber als Eltern in turbulenten Situationen flucht oder in Streitsituationen euer Gegenüber beschimpft, werden eure Kinder es nicht anders handhaben.

Ihr benötigt weitere Tipps? Dann lest diesen Beitrag! Dort erfahrt ihr von Tamara, wann ihr Schimpfwörter verbieten solltet.

Titelbild: ©photophonie – Fotolia.com

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