Beruf & Finanzen Familie

Deutschlands familienfreundliche Unternehmen

Saskia
Geschrieben von Saskia

Schluss mit Kind ODER Karriere!

In Deutschland stellt sich oft die bedeutsame Frage, Kind ODER Karriere. Noch nie zuvor wurden hier so wenig Kinder zur Welt gebracht. Das hat seine Gründe und hängt nur in den wenigsten Fällen mit der Ansicht zusammen,das Leben sei ohne „Mini-Me“ lebenswerter. Ich habe mich dazu mit der Unternehmenspolitik auseinandergesetzt und ob diese jungen Familien unterstützend zur Seite steht, wo die Problematiken liegen und stelle euch außerdem drei ganz vorbildliche familienfreundliche Unternehmen vor.


Wie bringen wir also die Familie mit der Karriere unter einen Hut? Natürlich gibt es da zuallererst die öffentlichen Finanz-  und Betreuungszuschüsse des Staates. Um aber den Abhängigkeiten der öffentlichen Angebote bestmöglich aus dem Weg gehen zu können und seine Arbeit oder gar das eigene Kind als „Stressfaktor“ zu betrachten, wäre daher der erste Anlaufpunkt der eigene Arbeitgeber. Bietet dieser familienfreundliche Arbeitsbedingungen, ist der jungen Familie damit eine zeitliche und finanzielle Last aus dem Weg geräumt. Kurzum: Ich bin Mama UND hab Bock auf meinen Arbeitgeber!

Was bedeutet „familienfreundlich“?

Und welche Leistungen kann man als Eltern erwarten? Diesem Thema hat sich auch die weltweit tätige Unternehmensberatung A.T.Kearney gewidmet. In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und dem infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft hat A.T.Kearney 2012, anhand einer Umfrage unter knapp 1800 Beschäftigten in mehr als 400 Unternehmen, herausgefunden, dass in Deutschland immer noch viel zu wenig Unterstützung für Mitarbeiter mit Kindern geboten wird.

Familienfreundliche Unternehmen achten auf flexible Arbeitszeiten

Um das Kind umherkutschieren zu können und ohne die Begleitung eines schlechten Gewissens, weil man bei seinem Chef zu spät auf der Matte steht. Oder aber länger arbeiten zu müssen, als es die Betreuungszeiten es zulassen. Und wie sieht es eigentlich mit der Elternzeit aus?  Hat das jeweilige Unternehmen auch wirklich Verständnis für den Wunsch, das Kind, gerade in den ersten Jahren, durchs Leben begleiten zu wollen?  War es das dann mit der Karriereleiter? Oder gibt es eine Möglichkeit zur Chefin auf Teilzeit zu werden?

Unternehmenseigene Betreuungsstätten

Ein weiterer Punkt wären auch unternehmenseigene Betreuungsstätten. Der Nachwuchs lernt so über einen behutsamen Weg, Mama und Papa nicht ständig um sich zu haben. Genauso natürlich umgekehrt und das Unternehmen freut sich über entspanntere und motiviertere Mitarbeiter. Der umstrittenste Punkt liegt aber wahrscheinlich bei einer zusätzlichen, finanziellen Unterstützung und der jeweiligen Anpassung des Gehalts, aufgrund des Nachwuchses.  Zu sehr wird noch an der Annahme festgehalten, dass dies ausschließlich die Aufgabe der Politik sei.

Familienfreundliche Unternehmen in Deutschland

2012 erfolgte zum dritten Mal ein Ranking der familienfreundlichsten Unternehmen mit dem Titel „Erfolgsfaktor Familie 2012“, ins Leben gerufen vom „Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“. Dabei wurde zwischen großen, mittelständischen und kleinen Unternehmen unterschieden. Hier die drei ersten Plätze:

Die Robert Bosch GmbH (119.000 Mitarbeiter) zeichnete sich u.a. dadurch aus, dass Arbeitnehmer den Zeitraum ihrer Kinderbetreuung als positiven Schritt „nutzen“dürfen, um den nächsthöheren Posten auf der Hierarchieleiter zu erklimmen. Sogar ein Projekt namens „MORE“ wurde ins Leben gerufen, in dem allein in Deutschland ca 100 Führungskräfte, eine Zeit lang von zu Hause aus oder aber eben in Teilzeit arbeiten „dürfen“, um mehr Zeit für die Belange der Familie zu haben.

Die Aareon AG (750 Mitarbeiter) bietet für Eltern verschiedenste Teilzeitmodelle, die Möglichkeit eines Home-Office, Eltern-Kind-Büros, KITA Plätze und sogar Ferienprogramme. Bei längerer Erkrankung des Kindes, oder anderen familiären Ausnahmesituationen, kann man sich sogar, bezahlt, bis zu sechs Wochen freistellen lassen und hat danach 12 Monate Zeit, die „Fehlzeiten“ nachzuholen.

Als kleinstes Vorbild, betrieblicher Förderung von Familien, gilt nun noch das Unternehmen Döcker Wigger Lührmann (38 Mitarbeiter). Dieses bietet, in Kooperation mit einer nahegelegenen Tagesstätte, speziell an Frei- und Samstagen, sowie in den Ferien, Betreuungsplätze für die Kinder der Mitarbeiter an. Hinzu kommen flexible Arbeitszeiten, die an die jeweiligen Betreuungs/- bzw. Schulzeiten angepasst werden können.

Wie man sieht, ist es also sogar für jede Größe eines Unternehmens möglich, dem Wunsch einer Familie und der Erhaltung des Arbeitsplatzes nicht im Weg zu stehen. Immer mehr Unternehmen verstehen mitlerweile, dass sie umdenken müssen und es sich lohnt, jungen Familien noch mehr entgegen zu kommen. Und was heißt das für uns? Wir sollten wieder fleißig Kinder kriegen!

Ein Ranking über familienfreundliche Städte in Deutschland findet ihr übrigens hier!

Zum Weiterlesen:

Familienstudie

Erfolgsfaktor Familie

Titelbild: ©Kzenon – Fotolia.com

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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