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Der Beruf der Doula

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Viele werdende Mütter haben eine genaue Vorstellung davon, wer sie zur Geburt des Kindes in den Kreißsaal begleiten soll. In den meiste Fällen ist das ja der werdende Vater. Doch was, wenn der sich das nicht zutraut oder aus anderen Gründen nicht dabei sein wird? Wer leistet dann Beistand, tröstet oder massiert? Das macht eine Doula.


Das Wort Doula kommt aus dem Griechischen, ist ein Jahrtausende alter Begriff und bedeutet so viel wie „Dienerin der Frau“. Sie ist eine professionelle Geburtsbegleiterin, die während der Wehen und durch die Geburt hindurch an eurer Seite sein und euch seelischen Beistand leisten wird. Alle Doulas sind selbst Mütter, deswegen wissen sie, was Frauen während der Geburt brauchen und helfen durch ihre Erfahrungen.
Im Gegensatz zu einer Hebamme, die als medizinische Fachkraft die Geburt leitet, ist die Doula direkt für euch persönlich da und unterstützt euch in jeglichen Belangen, während ihr im Krankenhaus seid. Denn gerade in großen Kliniken kommt es nicht selten vor, dass sich Hebammen um mehrere Geburten gleichzeitig kümmern müssen und deswegen nicht immer an eurer Seite sein können.


Rundumversorgung

Vor allem in den USA – wo dieses Berufsmodell aufgrund der wenigen Hebammen wiederbelebt wurde – und in der Schweiz sind Doulas heute fast genauso selbstverständlich in den Kreißsälen als Begleitung wie die werdenden Väter. In Deutschland ist das Berufsbild noch nicht so sehr verbreitet, hier gibt es nur ein paar Dutzend von ihnen, und das obwohl der Bedarf auf jeden Fall vorhanden ist. Denn immer mehr Frauen sind bereit, die 400 bis 700 Euro für eine zuverlässige Unterstützung während der gesamten Geburtsdauer zu bezahlen. In dieser Pauschale enthalten sind mindestens zwei Besuche während der Schwangerschaft, eine Rufbereitschaft, die zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt, die Geburtsbegleitung sowie zwei Besuche bei der jungen Familie nach der Geburt.


Erleichterung

Eine Geburt ist immer eine Grenzerfahrung, in der sich Frauen aufgrund der Anstrengung und Schmerzen allein gelassen fühlen können. Viele Partner oder andere Bezugspersonen überfordert diese Situation. Aus diesem Grund sind insbesondere werdende Väter heilfroh, wenn sie nicht die einzige seelische Stütze für ihre Frau im Kreißsaal sein müssen. So ist der beruhigende Einfluss der Doula nicht nur für die Gebärende ein Segen. 
Allerdings stellt sich die Frage, warum der Beruf in Deutschland immer noch relativ unbekannt ist. Denn bereits in den 1970er Jahren wurde durch verschiedene Studien belegt, dass durch die kontinuierliche Unterstützung einer Doula das Risiko eines Kaiserschnitts halbiert werden kann. Auch wurde herausgefunden, dass die Anwesenheit einer Doula bei den werdenden Müttern sowohl Stress, als auch Angst und Schmerzen mindert, wodurch die Wehendauer verkürzt wird. Außerdem kann in Folge der liebevollen und unterstützenden Begleitung der Einsatz von Schmerzmitteln um ein Drittel und die Nachfrage nach einer PDA um 60 % sinken. (Quelle: Doula – Der neue Weg der Geburtsbegleitung)

Der seelische Beistand, den eine Doula euch bietet, und die Fürsorge lassen euch die anstehende Geburt also etwas entspannter angehen und helfen euch in den schlimmsten Momenten.
Natürlich ist sie kein Muss für eine positive Geburtserfahrung. Aber eine gute Freundin, die selbst schon Kinder hat, kann euch unterstützend und sehr beruhigend wirken.

Titelbild: © olly – Fotolia.com

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