Gesundheit Kleinkind

Ausgelutscht: Die Beziehung zum Daumen

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Tipps gegen Finger-Lutschen

Das Nuckeln und Saugen ist bei Neugeborenen ein wichtiger Reflex. Er sorgt dafür, dass die Kleinen beim Stillen genügend Nahrung aufnehmen können. Sie verknüpfen dabei nur positive Erfahrungen, denn beim Trinken an Mamas Brust liegen sie entspannt in ihren warmen Armen und können danach friedlich einschlummern. Kein Wunder, dass viele Kinder auch mal am eigenen Daumen lutschen, um sich zu beruhigen. Problematisch wird es dann, wenn sie im Kleinkindalter nicht mehr damit aufhören wollen. Wie gewöhnt man dem Nachwuchs das Daumenlutschen ab?


Gelassen bleiben

„Konrad!“ sprach die Frau Mama, „Ich geh’ aus und du bleibst da. Sei hübsch ordentlich und fromm. Bis nach Haus ich wieder komm’. Und vor allem, Konrad, hör’! Lutsche nicht am Daumen mehr.“ – Dieses Zitat aus dem Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann kennen viele Eltern, doch sollten sie sich kein Beispiel am Ausgang der Geschichte nehmen und dem Kind mit dem Abschneiden der Daumen drohen. So etwas löst bei Kindern Ängste aus und es entsteht ein neues Problem. Stattdessen ist es wichtig, dass Eltern gelassen bleiben. Am besten ist es, auf das Daumenlutschen erst mal gar nicht zu reagieren und stattdessen Situationen zu loben, in denen das Kind nicht am Daumen nuckelt.

Mit Ablenkung austricksen

In Situationen in denen das Kind am Daumen lutscht, können Eltern den Nachwuchs ablenken. Bietet zum Beispiel Spielzeug oder ein Kuscheltier an. Greifen die Kinder danach, sind ihre Hände mit etwas anderem beschäftigt und lutschen automatisch nicht mehr am Daumen. Ihr könnt auch gemeinsam mit eurem Kind etwas malen. So bringen Eltern Kindern spielerisch bei, wofür der Daumen eigentlich gedacht ist.

Ersatz schaffen

Viele Kinder nuckeln in bestimmten Situationen am Daumen, nämlich dann, wenn sie müde oder gestresst sind. Gerade in letztem Fall sollten Eltern versuchen, den Stress für ihr Kind zu verringern. Eine kleine Kuschelpause kann helfen, das Kind wieder zu beruhigen. Am Abend könnt ihr zusammen mit eurem Spross auch eine Geschichte lesen oder ein Einschlaflied singen. Der Finger im Mund stört sie dann meist selbst und sie konzentrieren sich aufs Singen.

Vorbilder funktionieren

Kinder genießen das Älterwerden, ganz einfach weil sie dann mehr dürfen. Wer groß sein will, lutscht aber nicht mehr am Daumen. Mit den Helden Ihrer Kinder könnt ihr das eurem Kind leicht vermitteln. Der liebste Stoffteddy kann am Abend seine Geschichte erzählen, warum er aufgehört hat, an seiner Tatze herum zu knabbern. Auch Geschwister können hier eine Vorbildfunktion einnehmen und zeigen, dass das Daumenlutschen nicht mehr nötig ist.

Klare Ziele formulieren

Wer sich etwas abgewöhnen will, tut sich mit klaren Zielen leichter. Legt gemeinsam mit eurem Kind ein Datum fest, bis zu dem es mit dem Daumenlutschen aufhören will. An Tagen, an denen es tatsächlich nicht genuckelt hat, klebt ihr dann gemeinsam ein schönes Bildchen in den Kalender ein. So erlebt das Kind einen sichtbaren Erfolg und kann stolz seinen Geschwistern, Freunden oder dem Papa zeigen, was es schon geschafft hat.

Titelbild: © ChristiK

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