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Das Kind ist krank: Wie lange dürft ihr bei der Arbeit fehlen?

Das Kind ist krank – Wie lange dürft ihr bei der Arbeit fehlen?
Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Es gibt viele Mütter, die ihn schaffen – den Spagat zwischen dem Job und dem Kind, auch wenn er hart ist. Sie schaffen es, zwei komplett unterschiedliche Rollen innerhalb von 24 Stunden einzunehmen. Doch was, wenn das Kind krank wird? Dann kommt nämlich der dritte Job hinzu – der der Krankenschwester. Wir zeigen euch, wie das funktioniert!


Ihr kennt ihn alle, den wehleidigen Blick eures Kindes, wenn es krank ist. Wenn es eurem Kind schlecht geht, wünscht es sich nichts sehnlicher als seine Mama oder seinen Papa. Auf der anderen Seite werden Mama und Papa aber auch im Büro gebraucht. Was könnt ihr also tun? Dürft ihr fehlen? Und wenn ja, wie lange?

Die Fünf-Tage-Regelung

Wie lang ihr fehlen dürft, wenn euer Kind erkrankt, ist leider nicht durch ein Gesetz, sondern durch viele Urteile und Einzelvorschriften, geregelt – das ist im deutschen Arbeitsrecht leider sehr häufig der Fall. Eine Grundregel gibt es jedoch, erklärt Christian Westhoff bei Focus Online: „Fünf Tage pro Jahr darf jeder Arbeitnehmer bei einem kranken Kind bleiben, mit Lohnfortzahlung – per Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag auch mehr.“ Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches besagt, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer weiterhin bezahlen muss, wenn er „für eine verhältnismäßig nicht unerhebliche Zeit“ fehlt. Das würde auch für den Fall gelten, dass das Kind krank ist. Um ganz sicher zu gehen, welche Regelungen in dem Fall, dass euer Kind krank wird, gelten, schaut ihr euch euren Arbeitsvertrag am besten noch einmal genauer an. Vielleicht sieht euer Arbeitgeber sogar eine Regelung vor, die über die Fünf-Tage-Regelung hinaus geht. Sollte er die vorgesehene Regel im Vertrag ausschließen, hängt euer Recht von eurem Versicherungsschutz ab.

Vorteile für gesetzlich Versicherte

Gesetzlich Versicherte haben Vorteile gegenüber privat Versicherten? Das kommt nicht oft vor. Im Krankheitsfall eures Kindes tritt dieser Fall aber ein. Habt ihr ein Versichertenkärtchen, habt ihr sogar noch mehr Freiraum, wenn eurer Kind krank ist. So könnt ihr ganze zehn Tage am Krankenbett eures Lieblings verbringen. Bei mehreren Kindern kommt ihr sogar auf 25 Tage. Wichtige Voraussetzung dafür: Sowohl euer Kind als auch ihr selbst müsst gesetzlich krankenversichert sein. Ist euer Kind privat versichert, gilt die Regel leider nicht.

Was ihr noch beachten müsst, wenn ihr Kinderkrankentagegeld bekommen wollt:

  • Der Kinderarzt sollte ein Attest ausstellen
  • Euer Kind muss jünger als 12 Jahre sein
  • Eine mögliche Aufsichtsperson, wie Oma, Opa oder Au Pair stehen nicht zur Verfügung

Beamte haben das Nachsehen

Ihr seid verbeamtet? Dann gelten leider andere Bestimmungen. Beamte haben ein Anrecht auf vier Tage im Jahr, an denen sie wegen der Gesundheit ihres Kindes ausfallen dürfen. Diese nennen sich in dem Fall „Sonderurlaub für die Pflege des Kindes“ und werden voll bezahlt. Etwas komplizierter ist es für Beamte der Bundesländer – so können für Nordrhein-Westfalen andere Richtlinien gelten als für Sachsen. Immerhin gibt es einen kleinen Trost für Beamte: Die Sonderurlaubsverordnung, mittels derer ihr euch unbezahlten Sonderurlaub nehmen könnt, wenn euer Kleines krank im Bett liegt.

Krankfeiern ist auch keine Lösung

Solltet ihr euch nicht sicher sein, wie euer Arbeitgeber dazu steht, wenn ihr im Krankheitsfall eures Kindes von der Arbeit befreit werden wollt, solltet ihr euch nicht selber krank schreiben lassen. Denn wer Arbeitsunfähigkeit vortäuscht, riskiert damit eine fristlose Kündigung. Das Aufbrauchen der letzten Urlaubstage ist auch keine Lösung, die euch zufriedenstellen dürfte. Am besten sprecht ihr mit eurem Arbeitgeber und hofft auf sein Verständnis, falls der Krankheitsfall eures Kindes nicht ohnehin schon im Arbeitsvertrag vermerkt ist.

Bild: Anja Greiner Adam

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