Kleinkind

Dank dem Berliner Modell gut im Kindergarten ankommen

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Mit dem Berliner Modell könnt ihr eurem Kind die Eingewöhnungsphase im Kindergarten erleichtern.

Nach unseren Tipps für die ersten Tage im Kindergarten wollen wir euch heute mit dem Berliner Modell eine weitere Möglichkeit vorstellen, euer Kind ganz behutsam an die neue Situation zu gewöhnen. Gerade für die Kleinen kann die Anfangszeit eine emotionale Belastung, ja Stress bedeuten. Dadurch wird die Eingewöhungsphase bei manchen zu einer echten Herausforderung. Um euch und euren Kleinen die Übergangsphase zu erleichtern, stellen wir im folgenden Beitrag ein hilfreiches Konzept zur Eingewöhnung in den Kindergarten vor. Denn beim Berliner Modell steht emotionale Sicherheit für Mama und Kind an erster Stelle.


Eine gute Bindung ist das A und O

Vermutlich wart ihr schon während der Schwangerschaft darauf bedacht, eurem ungeborenen Kind das Gefühl von Geborgenheit zu geben. Nach der Geburt habt ihr euer Baby das erste Mal im Arm gehalten und in seiner neuen Welt willkommen geheißen. So habt ihr kontinuierlich ein emotionales Band zwischen euch und eurem Kind geflochten. Diese Bindung ist ein wesentlicher Bestandteil für eine gesunde emotionale Entwicklung des Kindes. Nach und nach erweiterte sich der Kreis an Bezugspersonen für euer Kind. Es wurden somit weitere stabile Bindungen aufgebaut. Von diesen Bindungen profitiert das Kind in jeder Situation, in der es Angst oder Unsicherheiten verspürt.

Ähnlich verhält es sich mit der Eingewöhnungsphase im Kindergarten. Wieder erweitert sich der Kreis an Bezugspersonen. Viele neue Eindrücke warten auf das Kind. Ob Räumlichkeiten, Spielzeug, lauter Fremde in Form von Kindern, ErzieherInnen und Müttern, all diese Reize muss das Kind verarbeiten. Kein Wunder, dass da Kinder überfordert sein können.
Um mit dieser emotionalen Belastungssituation gut klarzukommen, steht im Berliner Modell der Vertrauens- und Bindungsaufbau zur Erzieherin im Fokus. Zielsetzung des Berliner Modells ist es, dem Kind einen emotional sicheren Einstieg in den Kindergarten zu ermöglichen. Damit dieses Ziel auch erreicht werden kann, seid ihr als Eltern genauso gefragt wie die ErzieherInnen. Gemeinsam arbeitet ihr an einem gesunden Beziehungsaufbau zwischen Kind und Pädagogin.

Das Berliner Modell lässt sich in drei Phasen unterteilen

In der Grundphase besucht ein Elternteil gemeinsam mit dem Kind den Kindergarten für etwa eine Stunde und das drei Tage hintereinander. In dieser Zeit wird auf Trennungsversuche verzichtet. Das Kind kann die Einrichtung im Schutze der primären Bezugsperson, sprich Mutter oder Vater, erkunden, sich mit der Umgebung vertraut machen. Die Erzieherin beobachtet das Kind in der Grundphase viel um entsprechend auf das Kind eingehen zu können. Sie unternimmt kleinere Kontaktversuche und je nach Reaktion des Kindes baut sie diese weiter aus.

Der Beginn der Stabilisierungsphase ist individuell vom Kind abhängig. In der Regel gestaltet sie sich nach drei, vier Tagen. Kennzeichnend für die Stabilisierungsphase sind die ersten Trennungsversuche. Nach und nach überlasst ihr die Betreuungsaufgaben und Spielangebote der Erzieherin. Haltet euch dabei eher im Hintergrund und schenkt eurem Kind vor allem in Angst- oder anderen Stresssituationen emotionale Sicherheit. Akzeptiert das Kind die neue Bezugsperson immer mehr, bietet sich ein Trennungsversuch an. Ihr verabschiedet euch und verlasst anfangs für eine halbe Stunde den Raum. Bleibt aber bitte in Rufweite, falls sich euer Kind mit der Abwesenheit überfordert zeigt. Abhängig vom Verlauf des ersten Trennungsversuches wird der Zeitraum für die weitere Eingewöhnung festgelegt. Die Eingewöhnungszeit liegt in etwa zwischen sechs bis vierzehn Tagen um dem Kind einen guten Beziehungsaufbau zur Erzieherin zu ermöglichen.

Ist dieser Beziehungsaufbau geglückt beginnt die Schlussphase des Berliner Modells. In dieser Phase verlasst ihr nach der Verabschiedung den Kindergarten und euer Kind verbringt den Tag mit der Erzieherin. Für die Verabschiedung empfiehlt sich ein festes Ritual um dem Kind das Loslassen zu erleichtern. Wichtig ist, in der Schlussphase stets erreichbar zu bleiben, falls die Erzieherin noch nicht in allen Situationen vom Kind als Bezugsperson akzeptiert worden ist.

Bild: © Tomsickova – Fotolia.com

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