Ausflug & Reise Baby Kleinkind

Cockpit-Kids

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Ich dachte immer, dass man, wenn man erst einmal junge Mama ist, nur noch mit einem Kleinbus in den Dänemark-Urlaub fahren kann. Nur noch Highway, nie wieder Flughafen! Babies und Flugzeuge  – das passte für mich nicht zusammen. Ich Unwissende! Tatsächlich sind Flugreisen selbst für kleine Babies unbedenklich, solange ihr keinen Langstreckenflug in die USA oder nach Südostasien plant. Damit euer Urlaub aber nicht schon mit Chaos und Drama am Airport beginnt, sollten im Vorfeld einige Vorkehrungen getroffen werden.


Von der Gebärmutter direkt ins Flugzeug? So schnell geht es dann doch nicht. Euer Baby sollte mindestens drei Monate alt und gesund sein, bevor ihr es auf seinen ersten Last Minute-Flug nach Malle mitnehmt. Bis dahin hat sich eure kleine Familie schon ein wenig eingespielt, die so genannte Drei-Monats-Kolik liegt bereits hinter euch und, mit etwas Glück, schläft euer Kleines gerne und viel. Trotzdem: Bereitet euch so früh und so gut wie möglich auf die Reise vor. Einige Dinge müssen z.B. vorher mit der Fluggesellschaft abgeklärt werden. Aber eins nach dem anderen, Schritt für Schritt.

Familienfreundliches Check-In

Viele Fluglinien bieten einen familienfreundlichen Check-In an. Das Bodenpersonal am jeweiligen Flughafen sorgt dann für ein ruhiges und schnelles Einchecken ohne allzu lange Wartezeiten. Sollte ein Vorabend-Check-In möglich sein, ist dieser natürlich wärmstens zu empfehlen. Übrigens: Selbst ein Fluggast unter zwei Jahren bekommt von den meisten Fluggesellschaften bereits ein Freigepäck zugebilligt. Hier gibt es jedoch Unterschiede, mal sind es 10, mal sogar 20 Kilo. Bei Linienflügen ist es außerdem oft möglich, den Kinderwagen oder Buggy bis zum Flugzeug mitzunehmen und ihn beim Verlassen des Flugzeugs sofort wiederzubekommen. Bei Charterflügen ist das leider nur selten möglich. Informiert euch am besten rechtzeitig bei der jeweiligen Fluggesellschaft über diese Services.

Baby an Bord!

Jeder von euch darf maximal ein Kleinkind unter 2 Jahren mit an Bord nehmen. Logisch! So kann sich jeder von euch gegebenenfalls um jeweils einen Schreihals kümmern. Und obwohl sie noch so klein sind, fallen auch für eure Babies Kosten an. Obwohl noch kein Sitzplatzanspruch vorliegt, werden von einigen Fluggesellschaften bereits 10 Prozent des Flugpreises verlangt. Ab einem Alter von 2 Jahren wird für einen Sitzplatz dann der so genannte Kindertarif fällig, der von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich ausfällt. Teilweise müsst ihr mit bis zu 67 Prozent des Flugpreises rechnen. Bei rechtzeitiger Buchung könnt ihr die begehrten Sitzplätze in der ersten Reihe ergattern. Dort lässt sich meistens ein flugzeugeigenes Babybettchen in der Wand vor euch installieren. Außerdem gibt es in vielen Flugzeugen spezielle Babywannen, die an einigen Stellen im Flugzeug angebracht werden können. Diese sind für Kinder bis sechs Monate (max. 8 kg) geeignet. Auch hier gilt: Fragt rechtzeitig bei eurer Fluglinie nach.

Seit Juli 2008 regelt zudem eine EU-Verordnung die Sicherung von Kleinkindern unter zwei Jahren in Flugzeugen. Danach muss ein Kind, wenn es auf dem Schoss eines Erwachsenen sitzt, was durchaus üblich ist, durch einen zusätzlichen Schlaufengurt oder ein anderes Rückhaltesystem gesichert sein – und zwar immer dann, wenn das Anschnall-Signal aufleuchtet. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) setzen sich dafür ein, dass in Zukunft nur noch qualifizierte Kindersitze benutzt werden, die auf einem eigenen Sitzplatz befestigt werden. Bis es soweit ist, empfehlen Ämter allen Eltern, einen eigenen Sitzplatz für ihr Kind zu buchen und vor dem Flug abzuklären, ob seitens der Fluggesellschaft ein Kinderrückhaltesystem bereit gestellt werden kann. Oder ihr bringt vorher in Erfahrung, welche Typen privater Kindersitze verwendet werden können. Aber Obacht: Sobald ein weiterer Sitzplatz benötigt wird, können Extra-Kosten, evtl. sogar der Kindertarif, anfallen. Zusätzliche Informationen über Kindersitze und die generelle Beförderung von Kindern im Flugzeug findet ihr auf der Seite des Luftfahrt Bundesamtes (LBA).

Gegen den kleinen Hunger

Wenn ihr euer Baby noch stillt, müsst ihr euch über die Versorgung an Bord keine Gedanken machen. Um neugierigen Blicken entgegen zu wirken, schirmt euch mit einem Tuch oder durch den besten Papa aller Zeiten ab. Lasst ihn ruhig mal den Helden, den Bodyguard spielen. Sollte euer Baby das Fläschchen bekommen oder bereits erste Gläschenkost zu sich nehmen, ist es ratsam, alles Nötige bereits mitzubringen. Oder ihr verlasst euch auf das, was die Fluggesellschaft anbietet. Babynahrung, die an Bord verbraucht wird, fällt zudem nicht unter die Sicherheitsbestimmungen fürs Handgepäck, auch wenn sie der Sicherheitskontrolle vorgelegt werden muss. Weitere Infos zu den Sicherheitsbestimmungen könnt ihr bei der Lufthansa nachlesen.

Grundsätzlich ist es ratsam vor einem Charter- oder Linienflug beim Reiseveranstalter alle Informationen zu den möglichen Dienstleistungen einzuholen und, wenn nötig, zu buchen, damit ihr euch die Reise so entspannt wie möglich gestalten könnt.

Und hier noch, kurz und knapp, ein paar Tipps zum Abhaken:

  • Bei Reisen ins Ausland benötigen Kinder, egal welchen Alters einen eigenen Kinderreisepass. Ob euer Zielland den deutschen Kinderreisepass anerkennt, könnt ihr auf den Reiseseiten des Auswärtigen Amtes in Erfahrung bringen.
  • Ein Gesundheits-Check vorab beim Kinderarzt ist Pflicht! Er klärt euch u.a. auch über die erforderlichen Schutzimpfungen auf. Auch der Impfpass sollte mit auf Reisen gehen.
  • Wenn möglich, solltet ihr einen Flug wählen, der den Tagesablauf eures Babys nicht allzu sehr durcheinanderbringt.
  • Mindestens ein bis zwei Tage vor dem Abflug ist ein Anruf bei der Fluggesellschaft ratsam, um zu kontrollieren, ob alle Wünsche berücksichtig wurden.
  • Packt für euer Kind eine kleine Tasche (Kleidung zum Wechseln – auch für euch -, ausreichend Windeln, Feuchttücher, Medizin, Spielzeug, evtl. Babynahrung, für ältere Kinder Kekse o.ä.).
  • Um Wartezeiten zu überbrücken, könnt ihr mit eurem Schatz Spielecken auf dem Flughafen (Lounge, Restaurants) aufsuchen.
  • Füttern am besten beim Start und bei der Landung. Das beruhigt euer Baby und hilft auch beim Druckausgleich der Ohren. Bei älteren Kindern hilft Bonbonlutschen oder Kaugummikauen.
  • Zwiebel-Look forever! Bei mehreren Lagen Kleidung könnt ihr, je nach Temperatur, euer Baby an- oder ausziehen. Und denkt an die warmen Socken!
  • Viel trinken ist so wichtig wie anschnallen, da die Luft an Bord sehr trocken ist. Zu empfehlen sind Fruchtsäfte, stilles Wasser oder Tees.
  • Falls ihr umsteigen müssen, bittet um einen Fahrdienst zwischen den Gates.

An alles gedacht? Dann kann ich ja nur noch sagen: Vaya con Dios und Bon Voyage! Möge die Entspannung mit euch sein!

Titelbild: © fotolia

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