Baby Ernährung

Beikost: Essen wie die Großen

Beikost
Saskia
Geschrieben von Saskia

Ist industriell zubereitete Beikost auch ok?

Zwischen dem fünften und siebten Monat ist es endlich soweit und euer kleiner Schatz ist bereit, um neben der Milchnahrung die erste Beikost zu sich zu nehmen. Welche Lebensmittel sind besonders zu empfehlen, auf welche solltet ihr noch verzichten?


Euer Baby wächst und gedeiht. Es erkundet die Welt und auch sein Immunsystem wird robuster und Körper und Geist benötigen immer mehr Nährstoffe. Wichtige Reserven, wie zum Beispiel der Eisenspeicher, müssen ab jetzt über die Nahrung aufgefüllt werden. Ohne Beikost drohen nicht nur Mangelerscheinungen, sondern auch Verdauungsprobleme, denn der Magen-Darm-Trakt kann sich nur ganz langsam und über die Beikost an Erwachsenen-Nahrung gewöhnen.

Welche Lebensmittel sind geeignet?

Gemüse

Sechster Monat: (Früh-)Karotte, Zucchini, Kürbis
Achter Monat: Broccoli, Gurke, Fenchel
Neunter Monat: Blumenkohl, Spinat
Zehnter Monat: Kohlrabi

Fettarmes Fleisch

Siebter Monat: Rindfleisch oder Geflügel
Achter Monat: Lammfleisch

Ungesättigte Fette

Rapsöl (hoher Ölsäure-Gehalt)
Sojaöl (Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren)

Obst

Siebter Monat: Apfel, Banane, Birne
Neunter Monat: Wasser- und Honigmelone
Zehnter Monat: Aprikose

Getreide(-brei)

Fünfter bis siebter Monat: Reisflocken
Achter Monat: Dinkel-, Hafer-, Hirse- und Maisflocken

Stufen der Beikost-Mahlzeiten

  • Erste Beikostmahlzeit: Mittags die Milchnahrung durch einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei ersetzen und steigert euch Schritt für Schritt
  • Zweite Beikostmahlzeit: Die Milch am Abend durch einen Getreide-Milch-Brei ersetzen
  • Dritte Beikostmahlzeit: Statt der Milchportion gibt es am Nachmittag einen Getreide-Obst-Brei

Wenn ihr mit den ersten Beikost-Mahlzeiten startet, solltet ihr mit kleinen, breiigen Portionen beginnen und austesten, wie euer Kind die jeweiligen Lebensmittel verträgt. Testet zuerst das Gemüse und gebt nach rund einer Woche Kartoffeln dazu. Darauf wartet ihr wieder eine Woche und ergänzt dann das Pflanzenöl. Verträgt euer Kind den Gemüse-Kartoffelbrei, könnt ihr dann auch noch fettarmes Fleisch ergänzen. Alle Lebensmittel sollten frisch sein und aus einer biologischen Herstellung stammen. Stillen könnt ihr neben der Beikost natürlich immer noch so viel ihr wollt!

Welche Nahrung ist ungeeignet?

Bei Lebensmitteln wie Kuhmilch, Hühnerei, Fisch, Zitrusfrüchten, Nüssen, Weizen (Gluten), Schokolade und Sellerie streiten sich die ‚Ernährungsgeister‘, ob diese das Unverträglichkeits- und Allergierisiko begünstigen oder ob sie ebenfalls ab der 17. Woche mit in die Beikost dürfen. Hier solltet ihr individuell abwägen und darauf achten, ob euer Baby Bauchweh, Blähungen, Durchfall oder ähnliche Beschwerden bekommt. Bis ungefähr zum zweiten Lebensjahr solltet ihr aber auf jeden Fall auf Zwiebeln, Kohl, Hülsenfrüchte, Honig (in den ersten 12 Monaten), gebratene Lebensmittel, auf Wurst sowie auf Zucker, Salz und alle anderen Gewürze verzichten. Sprecht den Beikostplan eures Kindes vor dem Beginn auch noch mal mit eurem Kinderarzt ab.

Und was ist mit Gläschen-Brei?

Natürlich könnt ihr auch auf industriell zubereitete Beikost zurückgreifen. Diese wird regelmäßig auf Schadstoffe geprüft und ist eine gute Alternative, wenn ihr unterwegs seid, ihr euch ein Essen gönnt, das für euer Kind noch nicht geeignet ist oder ihr einen stressigen Tag und wenig Zeit habt. An den restlichen Tagen solltet ihr die Beikost allerdings selbst zubereiten. Übrigens gebt ihr auch deutlich mehr Geld aus, wenn ihr ausschließlich Gläschennahrung kauft anstatt jeden Tag eine kleine ungewürzte Menge von euren Mahlzeiten abzuzweigen.

Immer nur Brei?

Natürlich müsst ihr euren Kindern nicht immer gleich einen ganzen Brei kredenzen. Als Nachmittagssnack könnt ihr eurem Schatz auch einfach mal ein Stück Salatgurke oder Obst ins Händchen drücken und schauen, wie es damit zurechtkommt. Dazu empfehlen wir euch auch noch mal Frans Beitrag „Baby-led Weaning: Beikost ohne Brei und Löffel„.

Weitere Informationen zu dem Thema Beikost bekommt ihr beim Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund sowie bei der DGKJ e. V.

Titelbild: ©  Reicher

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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