Baby Kleinkind Partnerschaft

Bedsharing: Vor- und Nachteile des Familienbetts

Familienbett
Saskia
Geschrieben von Saskia

Welche Co-Sleeping-Varianten gibt es noch?

Gerade im Baby- und Kleinkindalter genießen und profitieren Kinder von der direkten körperlichen Nähe zu ihren Eltern. In der Nacht stellt sich dann häufig die Frage, ob der Nachwuchs mit im elterlichen Bett schläft – auch Familienbett oder Bedsharing genannt – oder ob es sinnvoller ist, ihn gleich im eigenen Zimmer schlafen zu lassen. Und dann gibt es ja auch noch weitere Varianten, die unter den Überbegriff Co-Sleeping fallen.


Eltern fragen sich natürlich, welche Vor- und Nachteile bestehen, wenn man seinen kleinen Schatz neben sich schlafen lässt. Tatsächlich ist es so, dass man beim Familienbett einige Dinge beachten sollte. Speziell in den ersten Lebensmonaten geht es nämlich nicht nur um die Frage, welche Schlafsituation für alle Beteiligten am stressfreisten und gemütlichsten ist, sondern auch darum, ob man ein Baby gesundheitlichen Risiken aussetzt, wenn es nicht gleich im eigenen Bett schläft. Zudem ist es in Deutschland längst nicht mehr Gang und Gäbe, dass Kinder bei den Eltern nächtigen. Schnell steht der Vorwurf beziehungsweise die Angst im Raum, den Nachwuchs zu sehr zu verwöhnen. In Skandinavien und China ist es dagegen vollkommen normal, wenn Eltern mit ihren Kindern in einem Bett schlafen.

Familienbett: Eure ganz persönliche Entscheidung!

Lasst euch auf keinen Fall von anderen reinreden. Ihr und euer Nachwuchs entscheidet ganz allein, ob und wie ihr gemeinsam nächtigen wollt. Neben dem Bedsharing könnt ihr euch übrigens auch noch für andere Co-Sleeping-Varianten entscheiden. So könnt ihr das Babybettchen direkt neben euer Bett stellen oder einen Babybettanbau direkt an euer Bett – Babybay genannt – montieren. Wichtig ist, dass ihr euch als Eltern einig seid. Ansonsten stellt sich schnell Frust ein, der zu Diskussionen und Streit führen kann. Achtet beim Bedsharing darauf, dass euer Bett genug Platz bietet und die Matratze relativ fest ist, damit euer Baby nicht einsacken kann. Eine zu große Ritze zwischen zwei Matratzen kann beispielsweise ebenfalls Gefahren für ein Baby mit sich bringen.

Vorteile des Familienbetts

Nähe genießen

Im hektischen Alltag kommen Kuschelmomente häufig zu kurz beziehungsweise werden diese gemeinsamen Phasen meist nicht so bewusst wahrgenommen und genossen. Die Ruhe und Nähe am Abend und in der Nacht ist somit nicht zu unterschätzen und kann beispielsweise auch die Bindung zwischen Eltern und Kind stärken. Übrigens haben Babys meist einen friedlicheren Schlaf, wenn sie die elterlichen Schlafgeräusche und Atmung wahrnehmen. Es kommt also nicht von ungefähr, dass Babys und Kleinkinder gern neben Mama und Papa schlafen.

Entspanntes Stillen

Wenn ihr euer Kind stillt, gibt es in der Nacht wohl nichts Bequemeres, als nicht aufstehen zu müssen, um euer Baby an die Brust zu legen. Achtet aber trotzdem darauf, dass ihr dabei nicht einschlaft. Ansonsten besteht die Gefahr, dass ihr es nicht bemerkt, wenn sich euer Baby verschluckt oder erbricht.

Ähnlicher Schlafrhythmus

Schläft euer Baby regelmäßig bei euch im Bett, passt sich auch euer Schlafrhythmus einander an. Das kann man natürlich nicht pauschalisieren, aber es besteht große Hoffnung. 😉

Mehr Rücksicht, weniger Ängste

In der Nacht passiert es häufig, dass Babys und Kleinkinder plötzlich Angst haben, schreien und/oder weinen. Liegt ihr dann direkt neben eurem Kind, könnt ihr es sofort trösten und beruhigen. Dies stärkt sein Sicherheitsgefühl und sein Vertrauen in euch, wodurch es schneller lernt, ebenfalls rücksichtsvoller und selbstständiger zu werden. Hier erfahrt ihr, wie ihr euer weinendes Baby laut Studie auch tagsüber beruhigen könnt.

Nachteile des Familienbetts

Umgewöhnung

Nur weil euer Nachwuchs im Kleinkindalter regelmäßig bei euch im Bett schläft, bedeutet das nicht gleich, dass ihr ihn verwöhnt oder es problematisch wird, wenn ihr ihn an sein eigenes Bett oder ans Kinderzimmer gewöhnen möchtet. Allerdings kann das dann mit viel Geduld und Training verbunden sein. Darauf solltet ihr euch also einstellen.

Gefahr der Überhitzung

Achtet darauf, dass die Raumtemperatur bei Babys maximal 19 Grad beträgt und dass euer Kind nicht unter eure Decke rutscht. Am sichersten ist es, wenn ein Baby im Schlafsack auf dem Rücken in einem sicheren Abstand zu eurer Bettdecke schlummert.

Plötzlicher Kindstod

Es gibt zahlreiche Studien, die besonders in den ersten zwölf Lebenswochen davor warnen, das Baby im elterlichen Bett schlafen zu lassen, um das Risiko des Plötzlichen Kindstods zu minimieren. Allerdings gibt es mittlerweile auch viele Studien, die belegen, dass der Schlaf des Kindes bei den Eltern sogar sicherer ist.

Unruhiger Schlaf

Während es viele Kinder beruhigt, die Eltern während des Schlafes in unmittelbarer Nähe zu haben, kann es bei anderen Kindern zu einem unruhigen Schlaf führen. Das gilt natürlich auch für euch, denn Babys Schlafrhythmus muss sich erst einpendeln. Probiert einfach alle Optionen aus und entscheidet dann, welche Schlafsituation für alle die Entspannteste ist.

Nikotin, Drogen und Alkohol

Zählt ihr zu den Rauchern, solltet ihr nicht mit eurem Kind in einem Bett schlafen, da die von euch ausgeatmete Luft immer noch Nikotin und andere Schadstoffe enthält. So konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass das Risiko für den Plötzlichen Kindstod (SIDS) deutlich steigt, wenn Eltern rauchen und ihr Bett mit dem Nachwuchs teilen. Habt ihr Alkohol oder Drogen zu euch genommen, seid ihr meist nicht mehr Herr eurer Sinne und könnt nicht angemessen auf euer Kind Acht geben, geschweige denn schnell reagieren, wenn es ihm nicht gut geht.

Paarzeit

Als Eltern habt ihr wenig Zeit für Zweisamkeit. Daher ist es nicht nur wichtig, euch bei der Schlafsituation einig zu sein, sondern euch auch hin und wieder zu überlegen, wie ihr euch trotz des Co-Sleepings private Stunden zu zweit sichern könnt. Unser Tipp: Probiert es einfach zwischendurch immer mal wieder, euren kleinen Schatz im eigenen Zimmer schlafen zu lassen. Es muss ja nicht die Regel sein. Eine weitere Möglichkeit: Schläft euer Knirps bereits sicher in oder neben eurem Bett, spricht natürlich auch nichts dagegen, wenn ihr einen kurzen Ausflug in einen anderen Raum macht. 😉

Euer Schatz will partout nicht schlafen? Dann empfehlen wir euch diese Einschlafhilfe und den Alexa Skill BIG Baby Schlaf, der Geräusche abspielt, die dem sogenannten Weißen Rauschen ähneln.

Titelbild: © pololia

Über den Autor

Saskia

Saskia

Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

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