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Babys Schlafrhythmus

Schlafrhythmus
Saskia
Geschrieben von Saskia

Murmeltier oder Nachteule?

Wenn es um Babys Schlafrhythmus geht, denken Eltern vor allem an schlaflose Nächte und endlose ‚Fütterungszeiten‘. Zum Glück pendelt sich beides mit jedem Lebensmonat mehr ein. Ihr könnt es dabei mit einem Murmeltier oder mit einer Nachteule zu tun haben. Das ist normal, da jeder Mensch ein ganz individuelles Schlafbedürfnis hat. In jedem Fall gilt es, Schritt für Schritt und mit ganz viel Geduld und Zuneigung, eurem Wurm zu einem stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus zu verhelfen.


Schon ab der 36. Schwangerschaftswoche erlebt euer ungeborenes Kind drei wichtige Phasen im Mutterleib: die des Wachseins, des Schlafens und des Träumens. Je älter ein Kind wird, umso weniger Schlaf und weniger Essenszeiten benötigt es. Je nach dem biologischen Reifungsprozess und dem individuellen Schlafbedarf benötigt euer Wurm mal mehr und mal weniger Zeit, um einen stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus zu entwickeln. Ist euer Baby sehr schnell aus der Ruhe zu bringen, solltet ihr gleich zu Beginn für beruhigende Rituale sorgen und diese konsequent einhalten.

Wichtig ist, dass es bei den folgenden Informationen um Durchschnittswerte geht und nicht darum, eurem Kind diese Wach-Schlaf-Zeiten aufzuzwingen. Es sind lediglich Richtwerte, die euch ein wenig Orientierung geben sollen.

Babys Schlafrhythmus

Null bis drei Monate

Der Schlaf-Wach-Rhythmus eures Kindes beginnt nach der Geburt übrigens häufig so, wie es diesen zuletzt in eurem Bauch ‚zelebriert‘ hat. Jedes Kind hat somit bereits zu Beginn eine ganz eigene Vorstellung davon, wann es bereit für das Land der Träume ist, wann es hungrig ist und wann es die Welt kennenlernen möchte. In den ersten Wochen sind die Wach- und Schlafphasen über den Tag und die Nacht relativ gleichmäßig auf rund sechs Schlafphasen verteilt. Nach dem ersten Lebensmonat schlafen bereits einige Neugeborene ungefähr zur gleichen Zeit ein und haben wiederkehrende Aufwachzeiten. In den ersten drei Monaten schlafen eure Kleinen 16 bis 18 Stunden täglich. Durchschnittlich schaffen sie bereits fünf Stunden am Stück, normal ist es allerdings, wenn sie alle zwei bis drei Stunden wach werden. Der Grund dafür ist meist schlicht und ergreifend: Hunger! Schläft euer Kind gern mal durch und nimmt eher ab als zu, solltet ihr es wecken und füttern. Besprecht diese Thematik am besten immer mit eurem Kinderarzt.

Vier bis sechs Monate

Ab dem vierten Monat benötigt euer Kind bereits etwas weniger Schlaf. Durchschnittlich sind es aber immer noch 13 bis 15 Stunden täglich. Etwa ein Drittel davon sollte es tagsüber schlummern, die restlichen Stunden gehören der Nacht. Es ist allerdings immer noch normal, wenn euer Kind nachts häufiger wach wird. Egal, ob es hungrig ist, gewickelt werden oder nur im Arm gehalten werden will: Seid dabei nicht gestresst, niemals laut und macht keine Späßchen. Je beruhigender und liebevoller ihr dabei seid, umso schneller wird euer Baby auch wieder einschlafen und begreifen, dass die Nacht nicht zum Spielen und nicht mehr zum Essen, sondern zum Ausruhen da ist.

Sieben bis zwölf Monate

Ab jetzt ist euer Kind schon fast ein Schlafprofi und benötigt täglich noch durchschnittlich 12 bis 14 Stunden Schlaf. Natürlich wird euer Knirps noch nicht jede Nacht rund sechs bis acht Stunden durchschlafen, aber selbst wenn er wach im Bettchen liegt, sitzt oder steht, müsst ihr nicht mehr unbedingt aufstehen. Sofern euer Kind nicht schreit oder krank ist, kann es auch mal ganz allein den Mond oder sein Mobile bestaunen und sich sogar schon selbst beruhigen, indem es zum Beispiel am Daumen lutscht. Dauert die Wachphase bereits länger an, setzt euch eine Weile daneben und sorgt mit beruhigenden Worten und sanftem Streicheln dafür, dass es wieder ins Land der Träume findet.

Einschlafrituale

Beruhigende Einschlafrituale sind wichtig und benötigen genauso viel Übung, Konsequenz und Geduld wie Babys Schlafrhythmus selbst. Das eine Kind liebt ein Gute-Nacht-Lied, während das andere dabei schon wieder lachend im Bettchen steht. Probiert es mal mit einem Lavendel oder Kirschkernkissen, streichelt das Köpfchen oder haltet seine Hand. Testet aus, mit welcher Methode sich euer Schatz am wohlsten fühlt. Ihn hin und wieder in den Armen zu wiegen oder in euer Bett zu holen ist ok.

Krankheit und Ängste

Ganz unabhängig davon, ob euer Baby zwei oder elf Monate ist, ist es krank oder hat Angst, solltet ihr es niemals einfach schreien und alleine mit seinen Sorgen lassen. Ihr werdet schnell ein Gefühl dafür bekommen, wann es eurem Wurm schlecht geht und wann es einfach nur eure Nähe benötigt. Manchmal hilft bereits ein winziges Nachtlicht oder ein Mobile, damit sich euer Kleines an die Dunkelheit gewöhnt und beruhigt einschlafen kann. Ist es krank, wird es sich generell unwohl fühlen. Auch dann solltet ihr immer zu Stelle sein, dafür sorgen, dass es nicht schweiß gebadet ist, ihm regelmäßig Flüssigkeit zuführen und trösten.

Weitere Tipps bekommt ihr auf kindergesundheit-info.de, ein Service der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Ihr wollt wissen, wie es unserer Mama-Bloggerin Fran mit ihren Töchtern Alice und Olivia in puncto Schlafrhythmus ergangen ist? Dann geht’s hier entlang!

Titelbild: ©  Andrey Popov

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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