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Hilfe, mein Baby ist krank

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

So können Sie sich trotz Job kümmern

Im Winter haben Viren Hochsaison. Besonders die kleinen Erdenbürger fangen schnell an zu kränkeln und kämpfen mit Fieber, Husten oder Halsschmerzen. Für Mama und Papa heißt das, einer muss zu Hause bleiben und sich um den tapferen Krieger kümmern.


Je nach Beruf ist es möglich, mit weniger Stunden im Home Office zu arbeiten, oder einen Tag frei zu nehmen. Dauert die Erkrankung eures Kindes länger oder erfordert sogar einen Krankenhausaufenthalt in Begleitung eines Elternteils, steht ihr schnell vor einer logistischen und finanziellen Herausforderung.

Für Verständnis sorgen

Ist das eigene Kind krank und muss zum Arzt, wird der Arbeitstag zweitrangig. Eltern haben das Recht ihren kranken Nachwuchs zu pflegen, ohne dadurch berufliche Nachteile befürchten zu müssen. Vom Gesetz her fällt diese Art des Arbeitsausfalls unter § 616 Vorübergehende Behinderung des Bürgerlichen Gesetzbuches. Weder Mama noch Papa müssen mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen, wenn sie aus einem unverschuldeten Grund der Arbeit fern bleiben. Wenn die Krippe, der Kindergarten oder die Schule auf der Arbeit anrufen und wegen Erkrankung des Kindes darum bitten, es abzuholen, ist es vom Gesetz her erlaubt, bei anhaltender Krankheit des Kindes auch am Folgetag daheim zu bleiben.

Trotz der gesetzlichen Regelung ist es wichtig, dass Eltern bei ihrem Arbeitgeber immer umgehend für Verständnis sorgen. Denn er hat das Recht zu erfahren, weshalb Mitarbeiter nicht erscheinen können. Deshalb gilt: Sofort Bescheid sagen, wenn ihr nicht zur Arbeit kommen oder gehen müsst, weil euer Kind krank ist. Der Arbeitgeber hat so auch Zeit gegebenenfalls einen Ersatz für euch zu suchen. Außerdem kann der Arbeitgeber einen Nachweis für die Gründe und Notwendigkeit der Verhinderung einfordern. Der Kinderarzt stellt entsprechende ärztliche Bescheinigungen aus, die ihr dann am besten direkt vorlegt.

Wie lange darf ich beim Kind bleiben?

Nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) besteht laut § 29 für je einen Elternteil des Kindes die Möglichkeit, bis zu vier Arbeitstage im Kalenderjahr der Arbeit fern zu bleiben, ohne dass sich etwas am monatlichen Gehalt ändert. Voraussetzung dafür ist, dass das Kind unter 12 Jahre alt ist und im laufenden Kalenderjahr kein Anspruch nach § 45 SGB V besteht oder bestanden hat.

Eltern, die sich noch in der Ausbildung befinden, unterliegen einer anderen Regelung. Sie sind an § 19 des Berufsbildungsgesetzes gebunden und können im Ausnahmefall bis zu sechs Wochen beim Kind bleiben. Auch Beamte haben eine eigene Regelung, die aber der des TVöD ähnelt. Die Sonderurlaubsverordnung lässt vier Tage Sonderurlaub für Beamte zu, wenn ihr ein Kind unter 13 Jahren wegen Krankheit betreuen müsst und einen ärztlichen Nachweis darüber vorlegt.

Vor finanziellen Schwierigkeiten schützen

Nicht immer wird das Kind in der Zeit wieder gesund, in der die Eltern ohne Gehaltsabzüge für sie frei nehmen können. Deshalb sollten sich die Eltern auch mit ihrer Versicherung und Krankenkasse in Verbindung setzen. Fällt das Arbeitsentgelt für die Zeit weg, in der das Kind gepflegt wurde, besteht Anspruch auf Kinderkrankengeld. Dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Euer Kind ist gesetzlich versichert.
  • Ihr habt selbst einen Anspruch auf Krankengeld.
  • Ihr seid berufstätig und erhaltet kein Arbeitsentgelt in der Zeit, während ihr euer Kind pflegt.
  • Keine andere im Haushalt lebende Person kann euer Kind beaufsichtigen, betreuen oder pflegen.
  • Ihr habt ein Attest des Kinderarztes.
  • Euer Kind ist jünger als 12 Jahre. Wenn es behindert und auf Hilfe angewiesen ist, gibt es keine Altersgrenze.

Weitere Infos zum Thema Kinderkrankengeld findet ihr auf der Seite der BIG.

Videoquelle: © BIG direkt gesund / youtube.com
Titelbild: ©oneblink1

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