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Asthma beim Kind: Sportverbot und schwerer Covid-19-Verlauf?

Asthma Kind
Helena
Geschrieben von Helena

Bestmögliche Behandlung durch DMP!

Seit Corona sind wir, was Atemwegserkrankungen anbelangt, natürlich sensibilisiert. Zudem hat auch die Pollensaison begonnen und das bedeutet, dass Allergien und Asthma bronchiale Hochsaison haben. Wir erklären euch, wie Asthma beim Kind diagnostiziert und behandelt wird und wir klären, ob Kinder, die unter Asthma leiden, ein höheres Risiko haben, an einer schweren Corona-Infektion zu erkranken.


In Deutschland leidet rund jedes zehnte Kind unter Asthma. Die Atemwegserkrankung zählt damit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern.

Was bedeutet Asthma bronchiale?

Bei Asthma ist die Bronchialschleimhaut chronisch entzündet, wodurch die Atemwege überempfindlich reagieren. Die Schleimhaut schwillt an, es kommt zu einer übermäßigen Schleimproduktion und dies führt zu einer Verengung der Bronchien. Bei einem Asthmaanfall verkrampft die Bronchialmuskulatur, wodurch die Betroffenen unter gefährlicher Atemnot leiden.

Typische Asthma-Symptome:

  • Hustenreiz
  • pfeifende Atmung
  • Engegefühl in der Brust
  • zäher Schleim
  • Atemnot

Unspezifische Asthma-Symptome:

  • trockener Husten besonders nachts/nach Belastung/Kontakt mit Allergenen
  • Bauch- und Kopfschmerzen
  • Halskratzen
  • Erschöpfung
  • Seitenstechen

Wie wird Asthma diagnostiziert?

Zuallererst ist es wichtig, bei der Diagnosestellung auch andere mögliche Erkrankungen in Betracht zu ziehen. So können die genannten Symptome beispielsweise auch auf eine rezidivierende obstruktive Bronchitis (ROB) hindeuten, die meist im Rahmen eines Virusinfektes auftritt. ROB kann allerdings auch ein erstes Anzeichen für eine spätere Asthmaerkrankung sein. Auch eine Lungenentzündung (obstruktive Pneumonie), eine Fehlbildung oder Fremdkörper in den Atemwegen (gerade bei Kleinkindern) können Atemnot und/oder eine pfeifende Atmung auslösen.

Bei der Asthma-Diagnose sollten die Symptome über einen längeren Zeitraum und zwar unabhängig von Infekten bestehen. Treffen folgende Faktoren auf das Kind zu, besteht laut Studien eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass sich bei einem Kind im Grundschulalter Asthma entwickelt beziehungsweise bereits entwickelt hat:

  • Die Eltern oder Geschwister haben Asthma.
  • In der Familie kommen Allergien wie Heuschnupfen oder Lebensmittelallergien vor (Atopie-Anamnese).
  • Das Kind selbst leidet unter Allergien oder Neurodermitis (atopisches Ekzem).

Neben einer ausführlichen Anamnese, einem Allergietest und dem Ausschluss anderer möglicher Erkrankungen wird ungefähr ab dem Alter von drei Jahren ein Lungenfunktionstest durchgeführt. Ab dem Alter von fünf Jahren sollte die Lungenfunktionsmessung auf jeden Fall vorgenommen werden.

Wodurch wird Asthma ausgelöst?

Unterschieden wird zwischen allergischem (extrinsischem) und nicht-allergischem (intrinsischem) Asthma.

Welche Asthma-Auslöser gibt es?

  • Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierepithelien (z. B. Tierhaare oder -hautschuppen), Schimmelpilzsporen, Nahrungsmittel
  • Infekte durch Viren, Bakterien und andere Erreger
  • Reizstoffe wie Tabakrauch (sehr häufig!), Sprays, Koch- und Bratdünste, kalte Luft, starke Düfte, (Fein-)Staub
  • Arzneimittel wie Acetylsalicylsäure (ASS-Intoleranz), Betablocker, frühe und häufige Einnahme von Antibiotika
  • psychische Ereignisse/Stress/Anstrengung
  • Reflux (Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre)
  • Übergewicht
  • Kaiserschnittgeburt, Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht
  • unzureichende Immunstimulation im ersten Lebensjahr – Hygiene-Hypothese

Lest zum letzten Punkt auch noch mal unseren Beitrag „Dreck hält gesund: Deshalb sollte euer Kind ein Dreckspatz sein“.

Wie wird Asthma bronchiale beim Kind behandelt?

Zwar ist Asthma nicht vollständig heilbar, beachtet man jedoch folgende Dinge, kann das Asthma bis auf kleinere Restsymptome bei Kindern zumindest fast wieder komplett verschwinden. Dies ist bei rund einem Drittel der an Asthma erkrankten Kinder der Fall.

Dazu sind folgende Maßnahmen notwendig:

  • Asthmaauslöser kennen und vermeiden
  • engmaschige Kontrolle (DMP)
  • Asthmamedikamente (1. Controller: vermindern die chronische Entzündung der Atemwege und erweitern die Bronchien über mehrere Stunden, 2. Reliever: dienen als Notfallmedikament bei einem Asthmaanfall der kurzfristigen Entspannung und Erweiterung der Bronchialmuskulatur/der Bronchien)
  • Begleitende Maßnahmen: Atem- und Entspannungsübungen, Peakflow-Meter, Asthmasport
  • Asthma und Allergien kann laut einer Studie durch eine bestimmte Ernährung vorgebeugt werden.
  • Bei schwerem allergischem Asthma (SAA) kann die sogenannte Anti-IgE- (Immunglobulin E)- Therapie sinnvoll sein.

Asthmabehandlung durch Disease-Management-Programm

Leidet euer Kind unter Asthma, empfiehlt sich die Teilnahme am Disease-Management-Programm (DMP) der Krankenkasse, das sich an chronisch kranke Patienten richtet. Das DMP dient dazu, den Erkrankten durch strukturierte Behandlungsprogramme zu mehr Gesundheit und Lebensqualität zu verhelfen. Hier findet ihr alle Infos zu den Disease-Management-Programmen von BIG direkt gesund.

Müssen Kinder mit Asthma auf Sport verzichten?

Kinder und natürlich auch Erwachsene, die unter Asthma leiden, müssen nicht auf Sport verzichten. Wichtig ist, dass Sportlehrer und Trainer von der Erkrankung wissen und dass mit dem behandelnden Arzt abgeklärt wird, worauf das Kind achten und wann es beispielsweise eine Pause einlegen sollte. Grundlegend sollte sich das Kind immer langsam aufwärmen und der Abschluss ebenfalls langsam vonstattengehen. Weitere Tipps findet ihr bei der BIG.

Covid-19-Infektion und Asthma beim Kind

Leidet euer Kind unter Asthma, stellt ihr euch sicher auch die Frage, ob bei eurem Kind eine Corona-Erkrankung schlimmer verlaufen könnte oder sogar ein größeres Risiko für Langzeitschäden besteht. Eine Studie zweier Forschungsgruppen aus China und der Schweiz gibt Entwarnung. So konnten zwischen allergischen und nicht-allergischen Kindern, die an SARS-CoV-2 erkrankten, keine Unterschiede beim Krankheitsverlauf und bei den Laborbefunden festgestellt werden. Bei den Kindern, die unter Allergien litten, wurden lediglich höhere Werte des allergietypischen Immunglobulins E. festgestellt. Die Daten decken sich mit einer Studie, die bereits mit Erwachsenen durchgeführt wurde. Eine Allergie ist demzufolge kein Risikofaktor für den Schweregrad einer Covid-19-Infektion. (Quelle: Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF)) Lest auch noch mal unseren Beitrag über MIS-C und Corona-Symptome bei Kindern.

Titelbild: © silverkblack

Über den Autor

Helena

Helena

Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

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