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Anzeichen für eine Totgeburt

anzeichen für eine totgeburt
Saskia
Geschrieben von Saskia

Wir wollen euch in keinster Weise in Angst versetzen, in dem wir euch mögliche Anzeichen für eine Totgeburt nennen. Viel mehr wollen wir euch damit nur ein wenig sensibler für die Signale eures Körpers und eures ungeborenen Kindes machen.


Irgendwas stimmt nicht

Je größer euer ungeborenes Baby wird, um so häufiger spürt ihr Kindsbewegungen. Werden diese plötzlich weniger oder bleiben über einen ungewöhnlich langen Zeitraum ganz aus, solltet ihr sofort das Krankenhaus aufsuchen und eurem behandelnden Arzt Bescheid geben. Treten bei euch plötzliche Blutungen und frühzeitige Wehen auf, solltet ihr euch und euer Baby auch sofort untersuchen lassen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ihr immer besser einmal zu viel zum Arzt geht, als zu wenig. Ihr kennt euren Körper und die Signale, dass möglicherweise etwas nicht stimmt, am besten.

Baby verstirbt im Mutterleib

Verstirbt das Baby bereits im Bauch der Mutter, werden meist künstliche Wehen eingeleitet. Manche Elltern warten damit auch ein paar Tage, weil sie die Hoffnung haben, dass die Wehen von selbst einsetzen. Je nach Ursache und gesundheitlichem Zustand der Mutter, wird gemeinsam mit den Ärzten entschieden, wie die Totgeburt gebährt werden soll. Verständlicher Weise ist es für Eltern ein emotional sehr belastender Zustand, wenn das verstorbene Kind zu lange im Bauch der Mutter bleibt. Vor allem, weil man weiß, dass das Abschiednehmen noch bevorsteht.

Ist eine Frau mit Zwillingen schwanger und eines der beiden Babys verstirbt im Bauch, raten die Ärzte, die Schwangerschaft bis zur Geburt des lebenden Kindes „normal“ weiterlaufen zu lassen. Erst dann werden auch die Überreste des verstorbenen Babys zur Welt gebracht. Eine gesundheitliche Gefahr soll dabei nicht bestehen.

In jedem Fall sollten sich betroffene Eltern Zeit für notwendige Entscheidungen nehmen, die die Einleitung der Wehen und die Geburt betreffen und sich von Ärzten (sofern keine gesundheitlichen Risiken bestehen) nicht unnötig drängen lassen.

Baby verstirbt während der Geburt

Selbst wenn die Schwangerschaft ohne Komplikationen verlaufen ist, kann es passieren, dass während der Geburt plötzlich welche auftreten. Mögliche Ursachen können mit der Plazenta oder der Nabelschnur zusammenhängen und das Blut des Kindes mit zu wenig mit Sauerstoff versorgen.

Auch in dieser schrecklichen Situation sollten sich Eltern Zeit zum Verstehen und zur Verabschiedung nehmen. Vielen Eltern hilft es, sich ganz allein und intensiv von dem kleinen Schatz zu verabschieden. Es zu berühren, in den Arm zu nehmen und mit ihm zu reden.  Das Klinikpersonal sollte die Wünsche in jedem Fall respektieren und achten.

Ursachen für eine Totgeburt

Etwa ein Drittel aller Totgeburten sind ungeklärt. Dennoch können Eltern eine Autopsie (postmortale Untersuchung) veranlassen. Damit lässt sich oft nicht nur die genaue Todesursache aufklären, sondern auch für weitere Schwangerschaften mögliche Risiken im Vorfeld vermeiden. Auch sollte man sich vom Klinikpersonal zu keiner Entscheidung drängen lassen und für jede Untersuchung ist eine Einverständniserklärung der Eltern notwendig.

Mögliche Ursachen können beispielsweise sein:

Frühchen (die die Geburt zum Beispiel aufgrund von Sauerstoffmangels durch eine Plazentainsuffizienz nicht verkraften)

Ein genetischer oder körperlicher Defekt der Organe

Durch eine Hämorrhagie (Blutung), bei der sich die Plazenta vor der Geburt von der Uteruswand ablöst

Geburtstrauma (Steißgeburt, Komplikationen mit der Nabelschnur)

Infektionen wie Listeriose, Toxoplasmose oder Salmonellen

(Anm.d.Red.: Dies sind nur einige mögliche Ursachen und sie führen auch alle nicht unweigerlich zu einer Totgeburt.)

Beistand für trauernde Eltern

Krankenhäuser und die zuständigen Ärzte und Krankenschwestern sind darum bemüht, den trauernden Eltern beizustehen. Manche Krankenhäuser verfügen auch über speziell geschulte Psychologen für traumatisierte Eltern. Falls erwünscht, wird auch ein Kontakt zu einem Bestatter hergestellt und mehrmals im Jahr werden mit Hilfe des Bestatters und dem städtischen Friedhof Verabschiedungszeremonien angeboten. Ein ganz offizieller Abschied ist somit zwar meist christlich geprägt, aber hier wird nicht unterschieden, ob die Eltern nun gläubig oder konfessionslos sind. Gerade, wenn ein Kind unter 500 Gramm gewogen hat und somit keine Bestattungspflicht bestand, kann eine Trauerfeier sehr hilfreich für die Eltern, Geschwister und andere Angehörige sein.

Titelbild: © Inna Vlasova – Fotolia.com

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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