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Alle in einem Bett – Vor- und Nachteile des bed sharing

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Das Thema bed sharing oder auch Co-Sleeping ist ein immer wieder viel diskutiertes Thema und eines, welches viele Mütter und Familien in zwei Lager teilt: die einen die absolut dafür sind und die anderen, die dagegen sind. Wir haben heute für euch die Vor- und Nachteile, die ein geteiltes Bett so mit sich bringen.

Zeiten ändern sich

Es ist unumstritten, dass Babys und Kleinkinder die Nähe ihrer Eltern brauchen, damit sie sich sicher und geborgen fühlen können. Dieses Wohlbefinden ist ganz essenziell für die Bindung zur Mutter und auch ihr Glücksempfinden. Nicht nur beim Stillen und beim Tragen wird dieses Gefühl gestärkt, sondern auch, wenn die Kleinen bei ihren Eltern mit im Bett schlafen dürfen. Und früher war das auch nicht so selten wie heute, denn aus Platzmangel oder Armutsgründen, besonders in der Nachkriegszeit, war es selbstverständlich, dass sich ein Bett geteilt wurde.
In der heutigen Zeit schlafen nur knapp 13% der Babys im ersten Lebensjahr mit im Bett ihrer Eltern und knapp 15% ab dem zweiten Lebensjahr. So zumindest in Deutschland, denn in vielen Kulturen (z.B. in Afrika, Asien und Südamerika) schlafen fast alle Familienmitglieder in einem Raum bzw. einem großen Bett.

Vorteile des Bedsharing

Gemeinsam zu schlafen bringt sowohl für euer Kind als auch für euch selbst viele Vorteile mit sich, denn es wird nicht nur eure Bindung stärken, sondern auch der Schlaf eures Sprösslings wird durch die Nähe zu euch ruhiger. Das wiederum hat natürlich auch positive Auswirkungen auf euren eigenen Schlaf. Außerdem könnt ihr euch, wenn euer Schatz nachts aufwacht, sofort um ihn kümmern, bevor er richtig wach wird und weint.
Auch das nächtliche Stillen wird durch das Teilen eines Bettes erleichtert, weil ihr euer Baby nicht erst aus seinem Bett heben und danach wieder hineinlegen müsst, denn ihr seid auf gleicher Höhe. Auf diese Weise werden die Wachphasen kürzer und auch seltener, weil euer Kleines merkt, dass es sich keine Sorgen machen braucht allein zu sein. Ein kleiner Pluspunkt für euch ist natürlich, dass ihr nicht mehrmals mitten in der Nacht durch die Wohnung oder das Haus tapern müsst, um euch um euer Kleines zu kümmern. Dadurch bekommt ihr mehr Schlaf und seid am Tag ausgeruhter.
Darüber wurde in einigen Studien herausgefunden, dass es Kindern, die früher mit im elterlichen Bett geschlafen haben, später leichter fällt soziale Kontakte zu knüpfen und sie unabhängiger in praktischen Dingen sind. Und auch in Langzeitstudien konnte bei Kindern, die längere Zeit bei ihren Eltern geschlafen haben, eine höhere kognitive Kompetenz festgestellt werden.

Vorsichtsmaßnahmen und mögliche Nachteile

Viele Mamas trauen sich nicht ihr Baby zu sich ins Bett zu holen, weil sie Angst haben, dass sich dadurch das Risiko für plötzlichen Kindstod erhöht. Diese Angst wird durch verschiedene Studien noch geschürt, die besagen, dass Bed Sharing sich wirklich negativ auf dieses Risiko auswirkt. Besonders in den ersten 12 Wochen ist das Risiko hier erhöht.
Allerdings gibt es genauso viele Studien, die das Gegenteil beweisen. Egal, welchen davon man nun Glauben schenken möchte, grundsätzlich solltet ihr ein paar Dinge beachten, wenn ihr darüber nachdenkt, das Bett nachts zu teilen.
Als allererstes stellt sich die Frage, ob ihr mit eurem Baby in einem Bett schlafen wollt oder ihr euch für ein sogenanntes Babybay entscheidet. In erstem Fall ist die größte Priorität, dass ihr ein ausreichend großes Bett habt. Wenn nicht, solltet ihr ein größeres kaufen, denn nicht nur ihr, sondern auch euer Sprössling benötigt genügend Platz für einen gesunden und erholsamen Schlaf. Ihr solltet ebenfalls darauf achten, wie fest eure Schlafunterlage ist – Sofas, Wasser- und Luftbetten sind genauso ungeeignet wie eine zu weiche Matratze, da euer Baby zum Beispiel zu sehr einsinken kann.
Die zweite Variante ist ein Babybay – das ist ein Bettchen, welches extra dafür konzipiert ist, es an das Elternbett anzuschließen. So hat euer Baby seinen eigen Platz zum Schlafen, aber ist trotzdem direkt bei euch.
Natürlich hat das Bed sharing oder auch co-sleeping einen Einfluss auf euer Sexualleben, denn an spontanen Sex ist bei einem geteilten Bett – zumindest im Schlafzimmer – nicht mehr zu denken.
Und noch ganz wichtig festzuhalten ist, dass ihr auf gemeinsames Schlafen verzichten solltet, wenn ihr oder euer Partner raucht, denn trotz Zähneputzen am Abend könnten die Giftstoffe in der Nacht auf euer Baby übertragen werden, und das möchte wohl keiner verantworten.

Also denkt dran: wenn ihr euch für ein gemeinsames Schlafen entscheidet, sorgt dafür, dass euer Baby wohl und sicher neben euch liegen kann, dann wird es für alle eine positive Erfahrung.

 

Titelbild: © Karin & Uwe Annas – Fotolia.com

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