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Alkohol während der Schwangerschaft: Kein No-Go?!

Alkohol während der Schwangerschaft
Saskia
Geschrieben von Saskia

Gefährlich ab dem ersten Schluck!

Dass Alkohol während der Schwangerschaft schädlich ist, ist nichts Neues. Entsagt ihr dem Genuss dennoch nicht, steigt das Risiko von Fehl- und Frühgeburten sowie Organ- und Nervenschäden bei eurem ungeborenen Kind. Diese gesundheitlichen Gefahren sollten werdende Mütter abschrecken, so denkt man. Laut einer Studie greift allerdings jede vierte schwangere Europäerin zum Glas. Weltweit trinkt jede zehnte Frau Alkohol in der Schwangerschaft und das Risiko für das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) steigt rapide.


Jedes 67. Kind ist betroffen

So schätzen die Autoren der Meta-Studie am Centre für Addiction and Mental Health in Toronto, dass jedes 67. Kind durch Mütter, die während der Schwangerschaft Alkohol konsumiert haben, geschädigt auf die Welt kommen. Die Menge des Alkohols betrachteten die Autoren der Studie nicht. Es ging ausschließlich darum, ob getrunken wurde oder nicht. Zudem führt nicht jeder Alkoholkonsum zu einem diagnostisch fassbaren Schaden. Laut Svetlana Popova vom Centre for Addiction and Mental Health würde deshalb die Zahl leichterer Schäden sogar auf neun- bis zehnmal höher geschätzt (Quelle: Ärzteblatt).

Fetales Alkoholsyndrom?

Alkohol ist Gift für die Zellen eines ungeborenen Kindes. Dadurch kann ein Fetales Alkoholsyndrom (FAS) entstehen: Eine Schädigung des Kindes durch den vorgeburtlichen Alkoholkonsum der schwangeren Mutter. Kommt ein Baby mit FAS auf die Welt, leidet dieses meist unter Wachstumsstörungen und entwickelt sich langsamer als gesunde Kinder. Außerdem bestehen häufig auffällige Gesichtsveränderungen, wie geschrägte Lidachsen, ein schmales Lippenrot sowie ein hypoplastisches Philtrum (Unterentwicklung der Rinne zwischen Oberlippe und Nase).

Irische Frauen trinken am häufigsten

In den folgenden fünf europäischen Ländern trinken Schwangere laut der Studie am häufigsten alkoholhaltige Getränke: Irland ist trauriger Spitzenreiter(60,4 Prozent), darauf folgen Weißrussland (46,6 Prozent, basierend auf einer Schätzung), Dänemark (45,8 Prozent), Großbritannien (41,3 Prozent) und Russland (36,5 Prozent). Für Deutschland liegen leider keine Daten vor.
Weltweit betrachtet trinken Frauen in arabischen Ländern am seltensten Alkohol und dort sind keine Fälle alkoholgeschädigter Kinder bekannt. So liegt die Prävalenzrate (Krankheitshäufigkeit) im Oman, den vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Saudi Arabien bei 0 Prozent. Auch im östlichen Mittelmeerraum ist die Prävalenz mit 0,2 und in Südostasien mit 1,8 Prozent sehr niedrig.

Wann schadet Alkohol?

Und genau dazu gibt es bislang keine genauen Aussagen. Das bedeutet, dass auch die kleinste Menge Alkohol für den Fötus bereits gefährlich sein kann. Von daher bleibt euch keine Wahl und ihr müsst euch rund neun Monate in Verzicht üben.
Fakt ist, dass jeder Tropfen, den ihr während der Schwangerschaft konsumiert, in eure und folglich in die Blutbahn eures Kindes übergeht:

„Alkohol passiert die Plazentaschranke uneingeschränkt. Nach jedem Glas Bier oder Wein, von Spirituosen ganz zu schweigen, steigt der Alkoholspiegel im Nabelschnurblut auf die gleiche Konzentration wie im Blut der Mutter. Ein Alkoholkonsum der Mutter erhöht das Risiko auf spontane Aborte und Frühgeburten.“ (Quelle: Ärzteblatt)

 

Bleibt standhaft!

Die Schwangerschaft in vollen Zügen genießen? Ja, aber mit Bedacht. Denn innerhalb dieser Zeit sollte sich die werdende Mama einige ‘Laster’ abgewöhnen oder diese reduzieren. Der Verzicht auf Rausch- und Genussmittel wie Drogen, Alkohol und Nikotin haben dabei höchste Priorität. Doch diese Abstinenz fällt vielen Frauen schwer. Ein Geburtstagsbrunch mit Freunden und schnell steht ein halbes Gläschen Sekt vor der Mama in spe: „Als wenn die paar Schlückchen deinem Baby schaden würden!“ Oder: „Ich hab während meiner Schwangerschaft auch nicht immer auf Alkohol verzichtet und mein Kind ist gesund auf die Welt gekommen.“ Diesen Überredungsversuchen müsst ihr widerstehen können!

Weitere Infos zur Studie erfahrt ihr im Ärzteblatt.

Titelbild: © highwaystarz

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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