Eltern Familie

Adoption: Was ihr wissen solltet

Adoption
Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Viele Paare können kein Kind bekommen und wünschen sich dennoch so sehr, einen kleinen Menschen durch das Leben zu begleiten. Der Gedanke an Adoption drängt sich auf. Leider ist eine Adoption bekanntermaßen kompliziert und langwierig. Wir haben ein paar Infos für euch!


Adoption: Welche Arten gibt es?

Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Adoptionsarten in Deutschland beziehen sich hauptsächlich auf die Möglichkeit der leiblichen Eltern, Kontakt zum Kind aufzunehmen. Bei der Inkognitoadoption besteht diese Möglichkeit nicht, das Kind hat allerdings im Alter von 16 Jahren das Recht, die Namen seiner leiblichen Eltern zu erfahren. Bei der halboffenen Adoption hingegen können die leiblichen und die Adoptiveltern über die zuständige Behörde Kontakt halten. So wird eine mögliche Konkurrenz zwischen den Eltern vermieden, aber die leiblichen Eltern wissen über die Entwicklung des Kindes bescheid. Direkter Kontakt zwischen den Eltern und, wenn beide Parteien zustimmen, zwischen den leiblichen Eltern und dem Kind ermöglicht eine offene Adoption. Die Gebühren für die Bewerbung beim Jugendamt belaufen sich auf zwischen 70€ und 100€. Mit einer viel höheren finanziellen Belastung muss bei einer Auslandsadoption gerechnet werden. Hierbei können Kinder aus Ländern, die dem Haagener Adoptionsabkommen zugestimmt haben, adoptiert werden. Bei einer Auslandsadoption sollte mit 10.000€-20.000€ gerechnet werden.

Wer darf adoptieren?

Die Ansprüche an Paare, die adoptieren möchten, sind natürlich sehr hoch. Die zukünftigen Adoptiveltern müssen seit mindestens zwei Jahren verheiratet sein, wobei ein Elternteil mindestens 25 Jahre, der andere mindestens 21 Jahre alt sein muss. Mehr als vierzig Jahre Altersunterschied zwischen dem Kind und den Eltern wird allerdings auch nicht gerne gesehen. Bei eingetragenen Lebenspartnerschaften kann bisher nur einer der Partner ein Kind adoptieren,  eine gemeinsame Adoption ist bisher noch nicht möglich.
Bewerber für eine Adoption werden eingehend geprüft. Neben Rahmenbedingungen wie ausreichend finanzielle Mittel und genügend Platz für das Kind muss beispielsweise auch die Bereitschaft signalisiert werden, beruflich kürzer zu treten und viel Zeit mit dem Kind zu verbringen. Außerdem wird die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses und ein Gesundheitszeugnis erwartet. Es dürfen keine lebensverkürzenden, psychischen oder Suchtkrankheiten festgestellt werden. Durch verschiedene Tests und Gespräche mit den zuständigen Personen wird zusätzlich der Charakter der Bewerber eingeschätzt. Wichtig sind dabei verschiedene Aspekte wie Erziehungsziele und die Fähigkeit, auf Menschen, bzw. Kinder, einzugehen. Die Anforderungen sind, wie gesagt, berechtigterweise sehr hoch.
Besser wird das auch bei der Adoption eines ausländischen Kindes nicht. Dabei müssen nämlich nicht nur die Anforderungen von deutschen Behörden, sondern auch noch die der Behörden des jeweiligen Landes, aus dem das Kind stammt, erfüllen. Diese erwarten in der  Regel eine gewisse Kenntnis der Kultur des Landes, also auch die Sprache, Musik und Sitten. So soll das Kind nicht völlig von der eigenen Kultur entfremdet werden. Das ist wichtig und mehr als verständlich, stellt aber für die möglichen Adoptiveltern eine zusätzliche Belastung dar – von den Kosten ganz zu schweigen!

Bin ich bereit?

Oft kommen auf ein zu adoptierendes Kind zehn Elternpaare. Falls es klappt, können mehrere Jahre vergehen. Ist das Kind dann endlich bei euch, kann es trotzdem Probleme geben: Zur Adoption freigegebene Kinder kommen oft aus schwierigen Familien und haben teilweise Schlimmes erlebt. Manchmal akzeptieren sie die Adoptiveltern nicht, suchen nach der eigenen Herkunft und machen Probleme. Zu diesem Thema gibt es genügend Horrorgeschichten im Netz – aber da sollte die Panikmache dann doch aufhören. Natürlich ist es wichtig, sich zu fragen, warum man ein Kind adoptieren will. Kinder sind keine Heilsbringer. Ihr solltet glücklich und zufrieden sein mit eurem Leben, auch ohne ein Kind. Natürlich sollte man sich auch fragen, ob man persönlich es schaffen kann, dieses Kind als für immer mit einem selbst verbunden anzusehen, egal, was passiert. Aber diese Fragen sollte man sich eben auch stellen, wenn man sich überlegt, ein leibliches Kind zu bekommen. Kinder sind nicht immer einfach, ja, aber das sind sie alle nicht. Der Schwierigkeitsgrad eines Kindes wird sich wohl nicht zwangsweise dadurch berechnen lassen, ob es adoptiert wurde oder nicht. Vor allem sind Kinder aber eine unglaubliche Bereicherung und die schützenswertesten Wesen auf dieser wundervollen Erde. Deswegen lohnen sich die Zeit, die Geduld, das Geld und die Nerven, die man aufwendet, um ein Kind groß werden zu sehen. Und wer bei diesem Satz mit der Wimper zuckt, sollte sich die Sache mit der Adoption doch nochmal überlegen…

Lest dazu auch noch mal unseren Beitrag „Unerfüllter Kinderwunsch„.

Nützliche Informationsseiten:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Evangelischer Verein für Adoption und Pflegekinderhilfe e.V.
– Das örtliche Jugendamt

Über den Autor

Redaktion ma-gazin

Redaktion ma-gazin

1 Kommentar

Hinterlasse ein Kommentar