Gesundheit Kleinkind

6 Tipps für eine gute Toilettenhygiene bei Kindern

Toilettenhygiene bei Kindern
Saskia
Geschrieben von Saskia

Der Klo-Knigge in 6 Schritten!

Das Coronavirus lehrt uns derzeit einige Hygienemaßnahmen. Dazu zählen zum Beispiel regelmäßiges und gründliches Händewaschen und in die Armbeuge zu niesen und zu husten. Was ebenfalls und auch nach Corona noch wichtig ist? Eine gute Toilettenhygiene bei Kindern!


Ob Türklinke, Spülknopf, Klobrille oder Waschbeckenamatur – auf all diesen Oberflächen lauern viele Viren, Bakterien und Pilze, die beispielsweise durch den direkten Hautkontakt mit der kontaminierten Oberfläche oder über Schmierinfektionen von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Die größte Keimschleuder sind unsere Hände, mit denen wir rund 80 Prozent der übertragbaren Krankheiten an Augen-, Mund- und Nasenschleimhäute weitergegeben. Da Kleinkinder diese gesundheitlichen Gefahren noch nicht kennen, sich selbst und anderen schnell mal ins Gesicht fassen (das gilt übrigens auch für uns Erwachsene!), liegt es an euch Eltern, ihnen Schritt für Schritt eine gute Toilettenhygiene beizubringen.

Toilettenhygiene bei Kindern

1. Sauberkeit

Ab dem ersten Kind beziehungsweise nach der Töpfchenabgewöhnung empfiehlt es sich, die Toilette nicht mehr nur einmal pro Woche, sondern häufiger gründlich zu reinigen. Benutzt dafür immer einen separaten Putzlappen sowie die Toilettenbürste. Diese sollte übrigens nicht laufend im Wasser stehen, da sich dadurch Keime sehr schnell verbreiten. Leert den Behälter regelmäßig und legt die Spülbürste zum Beispiel einmal pro Woche in eine desinfizierende Lauge. Zwischendurch könnt ihr die Bürste auch mit einem desinfizierendem Hygienespray besprühen. Ebenfalls wichtig: Reinigt auch den Spülknopf, die Türklinke und die Waschbeckenamatur mit einem separaten Lappen. Am besten lernen eure Kinder das Putzen der Toilette, indem ihr sie währenddessen zuschauen lasst und altersgerecht erklärt, wieso ihr was macht. Sind sie alt genug, können sie natürlich auch schon selbst mit anpacken.

2. Fremde Toiletten

Bei öffentlichen Toiletten steht es außer Frage, dass ihr Klein- und zum Teil auch noch Grundschulkindern bei ihrem Toilettengang behilflich seid. Achtet zum Beispiel immer darauf, dass ihr entweder die Brille vor dem Hinsetzen desinfiziert oder bedeckt die Toilettenbrille mit Papier. Haltet ihr euren Nachwuchs über die Toilette, achtet darauf, dass nichts daneben geht und beseitigt mögliche Malheure so gut es geht. Bringt ihnen auch bei, nach dem Händewäschen entweder mit dem Ellenbogen den Wasserhahn zu schließen oder verwendet ein Einweghandtuch. Derzeit empfiehlt es sich, dass ihr nach dem Waschen und Verlassen der öffentlichen Toilette nochmal die Hände desinfiziert. Seid ihr zu Besuch, achtet ebenfalls darauf, dass ihr entweder eure Kinder begleitet oder erinnert sie noch mal daran, dass sie die Toilette dort ebenfalls sauber verlassen und danach ihre Hände waschen müssen.

3. Hinsetzen

Sich richtig auf die Toilette und zum Beispiel nicht auf den Rand zu setzen, fällt Kleinkindern noch schwer. Zu Beginn kommen sie erstmal nur mit eurer Hilfe und/oder einem Hocker auf die Toilette. Außerdem könnt ihr spezielle Toilettenaufsätze verwenden, die natürlich ebenfalls regelmäßig gereinigt werden müssen. Auch sollten sich alle männlichen Familienmitglieder bei jedem Toilettengang hinsetzen, sofern es kein Pissoir gibt. Hierbei geht der Papa natürlich mit gutem Beispiel voran! 😉

4. Toilettenpapier und richtiges Abwischen

Achtet beim Kauf des Toilettenpapieres darauf, dass es nicht zu dünn ist. So verhindert ihr, dass es beim Abwischen reißt oder es gleich durchweicht und die Hände bleiben verschont. Vermeidet feuchtes Toilettenpapier, da dieses häufig Duft- und Konservierungsstoffe enthält und deshalb Hautirritationen und Allergien hervorrufen kann. Bringt euren Töchtern außerdem bei, dass sie sich immer von vorne nach hinten abwischen, um bakterielle Infektionen oder Pilzinfektionen des Genitalbereichs und Blasenentzündungen beziehungsweise Harnwegsinfekten vorzubeugen. Kleinkindern fällt es oft leichter, sich im Stehen abzuwischen. Dann geht natürlich auch noch häufiger etwas daneben. Nehmt also sicherheitshalber immer Wechselkleidung mit, wenn ihr unterwegs seid.

5. Nach dem Toilettengang

Dass euer Nachwuchs den Spülknopf nicht gleich zu Beginn selbstständig betätigen kann, versteht sich von selbst. Ihr könnt es ihm aber trotzdem demonstrieren oder ihn hocheben, damit er es selbst erledigen kann. Auch der Umgang mit der Toilettenbürste will gelernt sein. Beispielsweise sollte sie nicht die Klobrille berühren und nach der Nutzung in der Toilette gesäubert und zurückgestellt werden. Um sicherzugehen, dass nichts daneben gegangen ist, schaut euch danach noch mal die Toilettenbrille an und werft einen Blick in die Toilette. Häufig vergessen Kinder zu Beginn, die Klobürste zu benutzen oder sie ziehen gar nicht erst ab. Das Toilettenpapier ist aufgebraucht? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um die leere Rolle wegzuwerfen und eine neue hinzustellen. Unser Tipp: Achtet darauf, dass ihr diese Aufgaben nicht einfach nur übernehmt, sondern es mit euren Kindern gemeinsam erledigt, damit sie eigenständig daran denken und eine Routine entwickeln.

6. Hände waschen

Die derzeit wichtigste Hygieneregel – das Händewaschen – sollte uns nicht nur während der Corona-Pandemie durch unseren Alltag begleiten. Damit die Kleinsten auch selbstständig das Wasser aufdrehen und die Hände 20 bis 30 Sekunden mit Seife waschen können, stellt ihnen immer einen Tritthocker neben das Waschbecken und bleibt beim Händewaschen in der Nähe. Das Abtrocknen mit einem sauberen Handtuch zu Hause – am besten hat jedes Familienmitglied ein eigenes – oder Einweghandtüchern auf öffentlichen Toiletten gehört ebenfalls dazu. Wenn eure Kinder noch kein gutes Zeitgefühl haben, lasst sie während des Waschens zum Beispiel einmal das Lied „Happy Birthday“ singen oder sucht euch ein anderes Lied aus, das sie gerne singen.

Ihr habt gerade erst mit dem Töpfchentraining begonnen? Dann lest hier, wie ihr eurem Kind die Windel abgewöhnt.

Titelbild: © tumskaia

Über den Autor

Saskia

Saskia

Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

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