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6 Dinge, die wir von Kleinkindern lernen können

von Kleinkindern lernen
Helena
Geschrieben von Helena

„Ich hab dich lieb!”

Die Kinderbetreuung ist für viele Eltern in der Corona-Krise eine große Herausforderung. Mal ist der Nachwuchs zu langsam, mal zu laut, mal zu chaotisch. Aber bevor ihr euch jetzt fragt, wie ihr euren Kids Dinge abgewöhnen oder sie anleiten könnt, versucht doch mal stattdessen, euch etwas von ihnen abzuschauen. So könnt ihr trotz all dem Stress und Chaos nämlich wesentlich besser entspannen und positiver durch den Alltag gehen. Deshalb verraten wir euch, welche sechs Dinge wir von Kleinkindern lernen können.


Kinder kümmern sich um ihre Bedürfnisse, ohne sich zu fragen, wie es andere gerade finden. Und genau dieses Verhalten trägt meist dazu bei, dass sie wesentlich entspannter und sorgloser sind als wir Großen.

Daher sollten wir diese 6 Dinge von Kleinkindern lernen!

1. Im Augenblick leben

Erwachsene verbringen viel Zeit damit, zu planen und ihre To-do-Listen abzuarbeiten. Dabei vergessen wir häufig auch mal den Augenblick zu genießen und uns trotz aller Verpflichtungen über die kleinen Dinge des Lebens zu freuen. Kinder haben damit gar kein Problem. Wenn sie plötzlich eine tolle Pfütze zum Reinspringen oder einen Vogel im Baum entdecken, halten sie von einer auf die andere Sekunde die Zeit an und beobachten, staunen, wundern und freuen sich. Versucht zwischendurch auch einfach mal im Hier und Jetzt zu leben. Haltet die Zeit für wenige Minuten an, nehmt eure Umwelt ganz bewusst wahr und freut euch zum Beispiel über das Eichhörnchen im Baum, anstatt an eure Aufgaben zu denken, euch Sorgen zu machen oder Ähnliches.

2. Kommunikation mit Fremden

Kleinkinder sind wahre Meister darin, ganz unbedarft und ohne sich zu fragen, was das andere Kind von ihnen denken könnte, Kontakt aufzunehmen. Ohne auch nur den Namen zu kennen oder gar richtig kommunizieren zu können, haben sie auch schon einen neuen Spielkameraden gefunden. Was machen wir Erwachsenen? Wir mustern unser Gegenüber, fragen uns, wie uns die andere Person findet und ob es überhaupt okay ist, diese anzusprechen. Auch wir sollten uns häufiger einfach mal trauen, einen kurzen Plausch mit fremden Erwachsenen auf dem Spielplatz, im Park, im Wartezimmer oder wo auch immer zu halten, sofern uns danach ist (und es die derzeitigen Kontaktbeschränkungen zulassen). Möglicherweise kann daraus sogar eine neue Freundschaft werden.

3. Emotionen zeigen

Wenn Kleinkinder traurig sind, weinen sie, wenn sie glücklich sind, lachen sie, wenn sie zornig sind, wird einfach mal geschmollt. Sie fragen sich nicht, was die anderen dann über sie denken, ob sie zu laut sind oder verletzlich wirken. Sie zeigen ungefiltert ihre Gefühle, weil sie in genau diesem Augenblick so fühlen. Hand aufs Herz: Wie häufig verbieten wir Erwachsenen uns ebenfalls einfach mal zu weinen, anderen zu sagen, dass wir wütend oder enttäuscht sind oder schlichtweg dazu zu stehen, dass wir verdammt schlechte Laune haben? Und selbst wenn wir uns gerade unglaublich freuen oder über etwas herzhaft lachen müssen, halten wir uns oft damit zurück. Natürlich gibt es Situationen, in denen es auch mal wichtig ist, die Contenance zu bewahren, aber manchmal würde es uns einfach besser gehen, zu unseren Emotionen zu stehen und diese offen zu zeigen.

4. Hunger- und Sattgefühl

Babys und Kleinkinder zeigen deutlich, wenn sie Hunger haben, aber sie hören auch auf zu essen, wenn sie satt sind. Und gerade beim Sattgefühl haben ältere Kinder und Erwachsene häufig Probleme. Wenn wir gestresst oder gelangweilt sind, überessen wir uns schnell oder einfach, weil es so gut schmeckt. Machen wir eine Diät, wird auch das Hungergefühl häufig verdrängt. Bis wir nicht mehr anders können, dem Heißhunger erliegen und uns wieder mal überessen. Wir könnten uns einigen Frust ersparen, wenn wir wieder mehr auf unseren Körper und somit auf unser Hunger-und Sattgefühl hören und beispielsweise unsere Gefühlslagen weniger über das Essen kompensieren.

5. Bedingungslose Liebe und vergeben können

Kleinkinder sind ebenfalls die größten Vorbilder, wenn es darum geht, anderen zu sagen, dass sie sie gernhaben oder lieben. Ganz egal, ob es der Großvater, die Mama oder die Erzieherin ist. Sie fragen sich auch nicht, ob sie das ihrem Gegenüber sagen dürfen und wie dieser darauf reagiert. Dass Kinder bedingungslos lieben, spürt ihr vor allem daran, dass sie in der frühen Kindheit alles verzeihen und nicht nachtragend sind – anders als viele Erwachsenen. Wir erwarten für unsere Liebe häufig etwas im Gegenzug oder haben Angst, andere mit unserer Zuneigung zu überfordern. Hier spielt übrigens häufig das innere (Schatten-)Kind eine entscheidende Rolle. Lest daher noch mal unseren Beitrag zum Thema Bannbotschaften.

Versucht bei der nächsten passenden Situation einfach mal, eurem Gegenüber zu vergeben und sagt ihm stattdessen, wofür ihr dankbar seid oder was ihr toll an ihm findet. Das führt nicht nur dazu, dass sich die jeweilige Person besser fühlt, sondern entlastet auch eure Seele und in den meisten Fällen bekommt ihr dadurch auch wie aus Zauberhand positive Reaktionen zurück. Wie ihr anderen ohne sie zu verletzen, sagen könnt, dass sie euch mit ihrem Verhalten zum Beispiel verletzt haben, erfahrt ihr in unserem Beitrag zur Giraffensprache (gewaltfreie Kommunikation).

6. Äußerlichkeiten sind egal

Was wir außerdem von Kleinkindern lernen können? Sie ziehen ihren Bauch nicht ein, wenn dieser nach dem Essen dick und rund ist, und sie fragen sich auch nicht, ob sie besser oder schlechter aussehen als andere. Und schon gar nicht stehen sie vor dem Spiegel und mäkeln an sich herum. Ist das nicht unglaublich befreiend, wenn wir ebenfalls damit aufhören, uns für unsere Figur, angebliche Unperfektheiten oder Ähnliches schlecht und minderwertig zu fühlen? Und damit meinen wir nicht, dass ihr euren Körper und euer Aussehen laufend im Spiegel bestaunen und euch schön finden solltet (Body Positivity). Es geht eher darum, einfach mal gar nicht darüber nachzudenken, wie wir aussehen oder ob wir dieses oder jenes Kleidungsstück tragen „dürfen“. Kurzum geht es um eine neutrale Sicht auf uns – ganz ohne Wertung und die Anerkennung, was unser Körper tagtäglich leistet. Hier findet ihr nähere Infos zur Body Neutrality. 🙂

Titelbild: © rigg

Über den Autor

Helena

Helena

Ganz egal, ob wir selbst Eltern sind oder nicht - Kinder sind das Wertvollste, das uns das Leben bescheren kann. Und genau so möchte ich und sollten wir alle sie behandeln. Als gutes Vorbild vorangehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenken und genug Raum zur freien Entfaltung geben. Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen? Keine Sorge! Alle Einzelheiten klären wir schließlich auf ma-gazin.de! :)

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