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19 Fertigbreie im Test: Zu viel Zucker, Aromen und Schadstoffe

Fertigbrei
Saskia
Geschrieben von Saskia

Nur 3 Produkte sind „gut“

Ist euer Kind rund fünf Monate alt, könnt ihr damit beginnen, Beikost zuzufüttern. Viele Eltern ersetzen die Stillmahlzeit am Abend dann durch einen Fertigbrei zum Anrühren oder aus dem Glas. Stiftung Warentest hat 19 Fertigbreie genauer untersucht und nur drei Produkte mit „gut“ bewertet. Die restlichen Milch-Getreide-Breie sind dagegen weniger zu empfehlen.


Natürlich soll ein Fertigbrei, der in der Regel Kuhmilch, industriellen Ersatz für Muttermilch, Reis und Weizen enthält, nicht nur satt machen. Er sollte euer Baby auch mit wichtigen Nährstoffen wie etwa Eiweiß, Kalzium, gesunden Fetten, Vitaminen, Eisen und Jod versorgen. Daher untersuchte die Stiftung Warentest die Zusammensetzung der Produkte, prüfte, ob sie den Geschmackssinn eines Babys negativ beeinflussen und ob die Milch-Getreide-Breie bedenkliche Stoffe und Keime enthalten.

Welche Produkte wurden getestet?

Insgesamt wurden 19 Fertigbreie untersucht. Darunter 12 Pulver zum Anrühren und 7 Breie im Gläschen. Diese sind beispielsweise von Alete, Milupa, Hipp, sowie von den Drogerieketten Rossmann, dm und Müller. 14 Milch-Getreide-Breie tragen ein Biosiegel.

Was wird von Stiftung Warentest kritisiert?

Stiftung Warentest bemängelt, dass zum Teil zu hohe Schadstoffmengen in den Fertigbreien nachgewiesen werden konnten. Zudem entsprechen Angaben auf den Etiketten teils nicht der Wahrheit. So werden einige Produkte bereits für Kinder „nach dem vierten Monat“ angepriesen. Fertigbreie sollten Kinder allerdings erst ab einem Alter von sechs Monaten bekommen. Einige Produkte enthalten außerdem zu viel Zucker beziehungsweise Zusätze, die bei Babys die Vorliebe für Süßes wecken können. Eisen ist dagegen in einigen Breien zu wenig enthalten.

Wieso ist zu viel Zucker für Säuglinge schädlich?

Laut Gesundheits- und Ernährungsexperten wird der kindliche Geschmackssinn besonders in den ersten 12 Lebensmonaten trainiert und geprägt. Bekommen die Jüngsten dann bereits regelmäßig Produkte, die zu viel Zucker oder Aromen enthalten, wird es schwierig, ihnen eine gesunde Ernährung mit möglichst naturbelassenen Lebensmitteln nahezubringen. Zudem leiden diese Kinder häufiger unter Fettleibigkeit und Karies. Generell sollte ein Produkt daher nie mehr als fünf bis sieben Prozent Zucker enthalten.

Diese Fertigbreie schneiden mit „gut“ ab

Fertigbreipulver zum Selbstanrühren:

  • „Bio-Milchbrei Gute Nacht Kinderkeks“ von Hipp (Gesamtnote 1,9)
  • „Babylove Bio Milchbrei Grieß“ von dm (Gesamtnote 2,1)

Fertigbrei aus dem Gläschen

  • „Abendbrei Grießbrei pur“ von Alnatura (Gesamtnote 2,4)

Die restlichen Milch-Getreide-Breie sind nur „befriedigend“ oder „ausreichend“.

Hier gehts zum vollständigen Testergebnis.

Beikost selbst zubereiten und probieren

Wenn ihr eurem Kind bereits mit rund fünf Monaten Beikost anbieten wollt, verzichtet erstmal auf den Fertigbrei und bereitet die Beikostmahlzeit selbst zu. Beginnt am besten mit purem und ungewürztem Gemüsepüree und ergänzt nach und nach gesundes Öl, Fleisch und Fisch, mit dem ihr einer norwegischen Studie zufolge sogar Asthma, Allergien und Hautkrankheiten vorbeugen könnt. Zudem lernt euer Nachwuchs somit zu allererst natürliche Geschmäcker kennen, anstatt gleich an Zucker und Aromen gewöhnt zu werden. Wenn ihr ab sechs Monaten einen Abendbrei ergänzen wollt, könnt ihr diesen aus Vollmilch (200 ml), Haferflocken (20 gr) und püriertem oder zerdrücktem Obst (20 gr) ganz einfach selbst herstellen. Falls ihr doch lieber zu Fertigbrei greifen wollt und nicht sicher seid, ob dieser zu süß und/oder zu unnatürlich schmeckt, probiert ihn am besten zuerst selbst und orientiert euch an den Ergebnissen von Stiftung Warentest.

Titelbild: © marchibas

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von alldem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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