Verliebt

Zeit zu Zweit – Verhütung nach der Geburt

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Während eurer Schwangerschaft musstet ihr euch viele Monate überhaupt nicht um das Thema Verhütung kümmern. Happy Days! Nach der Geburt jedoch, wenn ihr euch wieder für die körperliche Liebe bereit fühlt, aber erst einmal kein weiterer Nachwuchs geplant ist, ist es wichtig, dass ihr euch umfangreich über Empfängnisverhütung informiert, plant und neu organisiert. Was ist möglich, was soll, was darf und was nicht? Wir haben euch die wichtigsten Facts einmal zusammengestellt.

Stillen verhütet?

Auch wenn ihr voll stillt und dadurch das ausgeschüttete Stillhormon Prolaktin den Eisprung verhindert, könnt ihr euch nicht hundertprozentig darauf verlassen, dass ihr nicht schwanger werden könnt und solltet unbedingt zusätzlich verhüten. Denn damit euer Prolaktinspiegel hoch genug ist, um die Aktivität der Eierstöcke zu unterdrücken, müsst ihr einige Voraussetzungen erfüllen:

  •  – die Stillabstände dürfen nicht größer als vier Stunden sein (Abpumpen zählt dabei nicht)
  •  – ihr müsst täglich insgesamt mindestens 80 Minuten stillen
  •  – ihr füttert nicht zu, da die Milchmahlzeit sonst zu gering ausfallen könnte
  •  – nur solange ihr noch keine Monatsblutung habt

Dennoch werden rund 10% der Frauen wieder schwanger, da eine kleine Abweichung schon ausreicht, um den Prolaktingspiegel zum Schwanken zu bringen.

Barrieremethoden

In den ersten Wochen nach der Geburt solltet ihr zur Verhütung unbedingt ein Kondom benutzen, solange der Wochenfluss noch andauert. Dieser ist zwar nicht infektiös, bietet aber einen Nährboden für Keime. Deswegen solltet Ihr solange auch auf Oralverkehr verzichten. Nach Abklingen des Wochenflusses könnt ihr, neben Kondomen, auch andere Barrieremethoden, wie Diaphragma oder Portiokappe, verwenden. Diese eigenen sich besonders in der Stillzeit, da sie keinen hormonellen Einfluss auf euch oder euer Baby nehmen. Ihr solltet diese aber auf jeden Fall von eurer Ärztin oder eurem Arzt anpassen und einsetzen lassen, auch wenn Ihr euch damit schon auskennt. Denn nach der Geburt haben sich eure Beckenorgane noch nicht wieder zurück gebildet (das dauert ca. 3 Monate) und somit wird z. B. euer vorheriges Diaphragma nicht mehr passen.

Hormonelle Verhütung

Wenn ihr euch für hormonelle Verhütung entscheidet, dann achtet darauf, dass ihr keine Präparate zu euch nehmt, die Östrogene beinhalten, da diese sich negative auf die Milchproduktion auswirken. Anders ist es mit der Mini-Pille, denn diese enthält nur eine niedrige Dosis an weiblichen Hormonen. Sie sollte genau alle 24 stunden genommen werden, da ein Abweichen von mehr als 3 Stunden einen Ausfall der Wirksamkeit bedeutet. Ihr könnt nach frühestens 6-8 Wochen nach der Geburt mit der Einnahme beginnen. Ebenso verhält es sich mit der Spirale und der Dreimonatsspritze. Beides enthält kein Östrogen und ist deswegen zur Verhütung während der Stillzeit geeignet. Allerdings entscheiden sich viele Frauen, aufgrund der vielen Nebenwirkungen, wie Ausbleiben der Monatsblutung oder unregelmäßige Zwischenblutungen, gegen die Spritze, vor allem in dieser sensiblen und anstrengenden Zeit.

Natürliche Methoden

Temperatur- und andere Methoden der Fruchtbarkeitswarnung sind in den ersten Wochen oder auch Monaten nach der Entbindung nicht zur Verhütung geeignet, vor allem nicht, wenn ihr noch keine Erfahrung damit gemacht habt. Dies liegt insbesondere daran, dass es wegen der Hormonumstellung in eurem Körper nicht vorhersehbar ist, wann sich euer Zyklus wieder eingependelt hat. Außerdem kann sich eure Körpertemperatur auch aufgrund von Schlafmangel oder Stress verändern. Ihr solltet natürliche Verhütungsmethoden also nur anwenden, wenn ihr euch wirklich auskennt und eine mögliche, erneute Schwangerschaft grundsätzlich kein Problem für euch darstellen sollte.

Nachdem das jetzt alles furchtbar unromantisch klang, könnt ihr euch nun wieder auf die schönste Nebensache der Welt konzentrieren – wenn euer Kleines euch lässt. Wir wünschen euch viel Spaß bei der Zeit zu Zweit.

Titelbild: ©aleshin – Fotolia.com

Über den Autor

Redaktion ma-gazin

Redaktion ma-gazin

Hinterlasse ein Kommentar