Gebloggt Tamaras Erziehungs-Blog

“Ich will aber nicht Zähne putzen!”

Geschrieben von Tamara Jungbauer

Zähneputzen mit Grummel Griesgram.

Und täglich grüßt das Murmeltier. Denn dass euch und eure Zwerge täglich das (nervige) Zähneputzen erwartet, ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Ihr wisst, dass es ohne nicht geht. Eure Kleinen müssen das erst noch lernen. Nach unseren zahlreichen Zahnbeiträgen gibt euch Tamara nun die ultimativen Tipps, wie ihr eure kleinen Zahnputzmuffel langsam an die tägliche Routinearbeit heranführen könnt.


Bestimmt kennst du Situationen wie diese: Das alltägliche Zähneputzen endet wieder mal im absoluten Chaos. Dein Kind möchte den Mund nicht aufmachen, dreht den Kopf in die andere Richtung, wehrt sich mit Armen und Beinen. Es schreit und tobt, während in dir der innere Frust wächst und am Ende habt ihr beide schlechte Laune.

Warum ist das so?

Es ist nicht allzu schwer nachzuvollziehen, dass ein Kind keine Lust auf Zähneputzen hat. Aufgaben wie diese sind ihrem Wesen nach nicht unbedingt mit einem hohen Spaßfaktor verbunden. Kleine Kinder sind noch sehr stark von ihren Gefühlen getrieben. Sie agieren noch nicht rational. Wenn sie etwas tun, dann weil sie sich danach fühlen. Wenn sie folglich etwas tun sollen, worauf sie einfach keine Lust haben, so trifft diese Forderung auf inneren Widerstand. Das Kind spürt erst einmal nur: „keine Lust“.

Dein Kind fühlt sich in dem Moment von dir verstanden, wenn du zu ihm sagst: „Ich verstehe, dass du da jetzt keine Lust drauf hast. Ich möchte dir dennoch die Zähne putzen, damit sie gesund bleiben.“ Auf diese Weise begreift es sehr bald, dass es Aufgaben gibt, die keinen großen Spaß machen, aber dennoch getan werden müssen. „Ich habe auch nicht immer Lust auf Wäsche waschen. Würde ich es aber nicht tun, hätten wir keine saubere Kleidung.“ Erklärungen wie diese zeigen den Kleinen, dass es nun mal auch Aufgaben im Leben gibt, die nicht so angenehm sind.

„Komm doch bitte, ich will dir jetzt die Zähne putzen.“

Wichtig hierbei: Der Tonfall ist sehr entscheidend. Freundlich und ruhig, aber unmissverständlich sollte er sein. Kein Schreien, Drängen, Betteln oder Anklagen („warum musst du jedes Mal so ein Theater machen?“), kein Diskutieren oder Verhandeln.

Nachdem du den Satz ausgesprochen hast, entfernst du dich und gibst deinem Kind Zeit, sich mit der Tatsache abzufinden. Wenn es auch bei der zweiten und dritten Aufforderung nicht kommt, kannst du es vor die Wahl stellen: “Kommst du freiwillig oder soll ich dir die Zähne so putzen? Denn putzen werden wir sie in jedem Fall.” Auch wenn das Kind vielleicht anfangs noch die unfreiwillige Methode zu bevorzugen scheint, so wird es nicht lange dauern, bis es sich aus freien Stücken dazu entschließt, es doch mal auf die andere Art auszuprobieren. Denn dann hat es verstanden: Zähne putzen gehört dazu, auch wenn es mir keinen Spaß macht.

Bild: © Oksana Kuzmina – Fotolia.com

Über den Autor

Tamara Jungbauer

Ich bin Mutter zweier Söhne, lebe in Wien und habe Erziehungswissenschaften studiert. Mit meinem Erziehungsblog "www.erziehungskiste.net", biete ich neben Infos rund um das Thema Kinder und Familie auch eine kostenlose E-Mail Beratung an. Meine Beiträge beinhalten Tipps und nützliche Informationen für Eltern und andere Interessierte und ich freue mich, nun auch den ma-gazin-Lesern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

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