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Berufstätige Mütter: Trotz Partner alleinerziehend

berufstätige Mütter
Saskia
Geschrieben von Saskia

So geht es jeder dritten Mutter in Deutschland!

Berufstätige Mütter, die in einer Partnerschaft leben, haben es natürlich leichter als Alleinerziehende. Schließlich ist in diesem Fall die Frau nicht alleine für die Kindererziehung und den Haushalt zuständig und Vater und Mutter teilen sich die alltäglichen Aufgaben. Laut der Working Mom Studie 2017 ist das aber eher ein Wunschtraum. Denn neun von zehn Müttern fühlen sich trotz Partner alleinerziehend. Woran liegt’s?


Im Auftrag des Konsumgüterherstellers Procter & Gamble hat das Rheingoldinstitut für die Working Mom Studie mehr als 1000 berufstätige Mütter in Deutschland zwischen 20 und 50 Jahren zu ihrer Lebenssituation befragt.

Neun von zehn Frauen (89 Prozent) sind neben ihrem eigentlichen Beruf allein für Haushalt, Kinderziehung, Betreuung, Sprechtage oder auch den Einkauf zuständig. 69 Prozent der Teilnehmerinnen haben das Gefühl, die Mutter- und die Vaterrolle gleichzeitig übernehmen zu müssen. Gerade mal vier Prozent aller Frauen können zu Hause auch einfach mal nichts tun und sich eine Pause vom Alltagstrott nehmen.

Immer 120 Prozent

Die Gleichberechtigung im Jahre 2017 scheint also nicht nur in Puncto „Gender Pay Gap“ (Lohnlücke zwischen Männern und Frauen) zu haken, die derzeit bei 21 Prozent liegt, sondern bleibt auch und vor allem im eigenen Zuhause ein Thema. So bleibt Müttern den eigenen Aussagen zu Folge gar nichts anderes übrig, als sich täglich ein hohes Arbeitspensum aufzubürden, damit das Familienleben reibungslos läuft und um nicht nur die Erwartungen der Beteiligten, sondern auch die der Gesellschaft zu erfüllen. In der Studie gaben 68 Prozent der Befragten an, immer 120 Prozent zu geben.

Perfektion statt Emanzipation

Bei diesem Arbeitspensum steht es außer Frage, dass die Bedürfnisse einer Mutter ständig auf der Strecke bleiben. Und haben es sich die ‚klassischen‘ Rollenverteilungen innerhalb der Familie erstmal eingeschlichen, findet das Paar auch nur schlecht wieder heraus. Das liegt allerdings nicht nur daran, dass Männer sich bis zum heutigen Tag mit der Emanzipation schwer tun. 33 Prozent der Befragten empfinden den Partner sogar als zusätzliches Kind, um das sie sich kümmern müssen. Jede zweite Studienteilnehmerin plagt dennoch permanent ein schlechtes Gewissen, der Familie, dem Partner und Freunden nicht gerecht zu werden. Doch woher kommt dieser Druck, dem sich vor allem Frauen ausgesetzt fühlen? In unserer Gesellschaft definieren wir uns gegenseitig häufig über Leistung. Die anderen Mütter packen neben ihrem Beruf schließlich auch den Haushalt, bringen ihre Kinder täglich zur Kita und holen sie pünktlich wieder ab und führen nach eigenen Aussagen eine tolle Partnerschaft. Und die, die nicht arbeiten gehen? Sind wahrscheinlich noch perfekter. Und genau aus diesem Grund müssen berufstätige Mütter gleich mehrere Arbeitsbereiche abdecken. Denn wird man dem privaten Alltag aufgrund des Jobs nicht gerecht, ist der Titel der Rabenmutter abonniert.

Schluss mit der Rollenfalle!

Dass sich Frauen auch im Jahre 2017 durch gesellschaftliche Erwartungen und leider auch durch die Medien immer wieder in die Rolle der perfekten Frau und Mutter hineindrängen lassen, ist Tatsache. Diesen Kreis zu durchbrechen ist neben der alltäglichen Aufreiberei mit weiterer Arbeit verbunden, aber: Sie ist es wert! Natürlich kann man versuchen, den Schein der perfekten berufstätigen Mutter, Hausfrau und Partnerin auch weiterhin aufrechtzuerhalten, doch was ist der Preis? Die eigenen Bedürfnisse bleiben auf der Strecke und darunter werden auch die Partnerschaft und das Familienleben leiden, da permanent negative Emotionen unterdrückt und verdrängt werden. Ein Gespräch mit dem Partner zu suchen und ihn auf das Ungleichgewicht aufmerksam zu machen, ist mit weiteren Konflikten verbunden, denen 51 Prozent der Studienteilnehmerinnen lieber aus dem Weg gehen. Doch wie soll sich dann etwas ändern?! Hinzu kommt, dass sich Frauen auch schlichtweg einem eigenen hohen Erwartungsdruck aussetzen. So geben 72 Prozent der Befragten zu, dass sie sich besser fühlen, wenn sie sich nicht wegen allem verrückt machen und 66 Prozent wissen, dass sie sich das Leben auch ‚einfach‘ mal leichter machen könnten. Na dann?

Lasst den Mann mal machen!

Probiert es mit einer ganz einfachen ‚Übung‘ aus, die ihr darauf auf diverse Bereiche (wie etwa den Einkauf, das Bettenbeziehen – HOFFENTLICH habt ihr getrennte Decken!) und so weiter ausdehnt: Lasst die Wäsche eures Mannes einfach mal liegen und wartet ab, was passiert. Euer Liebster vermisst seine blütenweißen und gebügelten Hemden im Schrank? Da muss er wohl einfach mal selbst ran. Die Pflegehinweise und das Bügelbrett wird er finden und falls nicht, kann er euch ja anrufen. Obwohl … im Kino telefoniert es sich leider ganz schlecht! Voraussetzung für diesen wichtigen und mutigen Schritt ist allerdings, dass ihr euch selbst erstmal dafür sensibilisiert, welche Arbeiten euch am meisten stören und dass diese ebenfalls genauso gut von einem Mann erledigt werden können. Hier gilt es natürlich wieder, euren Perfektionismus hinten an zu stellen. Gebt eurem Partner eine Chance, sich zu bewähren: Übung macht ja bekanntlich den Meister. Eure Herausforderung ist dann schlichtweg `nur noch`, trotz hilfloser Hundeblicke oder schlechter Stimmung standfest zu bleiben 😉

Titelbild: © Maria Sbytova

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

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