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Welt-Down-Syndrom-Tag: “Meine Freunde, meine Gesellschaft”

Welt-Down-Syndrom-Tag
Saskia
Geschrieben von Saskia

Gemeinsam ist alles einfacher!

Werdende Eltern freuen sich auf die ersten Ultraschallbilder ihres ungeborenen Kindes und können es kaum erwarten, bis es gesund und munter das Licht der Welt erblickt. Bei rund jeder 600. bis 700. Geburt werden Eltern in Deutschland allerdings mit Trisomie 21 konfrontiert. Ihr Kind hat das Down-Syndrom. Der diesjährige Welt-Down-Syndrom-Tag trägt das Motto “Meine Freunde, meine Gesellschaft” und soll alle Betroffenen ermutigen, sich mehr Gehör zu verschaffen und die Eingliederung in unsere Gesellschaft mit unserer aller Hilfe noch stärker in den Fokus rücken. 


Jeder kann helfen!

An der medizinischen Versorgung oder den Gesetzen Pflegebedürftiger können wir leider kaum persönlich etwas ändern. Dafür können wir alle unsere Grundeinstellung, die wir gewiss schon häufiger an uns entdeckt haben, umkrempeln: Ein behinderter Mensch versteht “uns” nicht, wir wissen nicht mit “ihm” umzugehen, sind verunsichert und so weiter. Mindestens einen dieser Punkte habt ihr sicherlich auch schon mal an euch entdeckt und sie sind menschlich, aber wir können sie auch ändern. Wie genau? Steht nicht beschämt neben einer Mutter, die einen Kinderwagen vor sich herschiebt, in dem ein Kind liegt, das “anders” aussieht und sich “anders” verhält. Unterhaltet euch im Bus genauso lebhaft mit dem kleinen Jungen, der trotz seines Handicaps eure Aufmerksamkeit sucht und helft, wenn ihr das Gefühl habt, dass Hilfe notwendig ist, statt einfach weiterzugehen und auf die Unterstützung der anderen zu zählen. Ihr habt bislang den Kontakt zu einem Kindergartenkind aufgrund seines Down-Syndroms vermieden? Fragt euch warum und traut euch beim nächsten Mal auf die Eltern und das Kind zu zugehen und das Eis zu brechen. Es freut sich sicher unglaublich, auf eurem nächsten Kindergeburtstag willkommen zu sein. 🙂

Wo bekommt ihr Unterstützung?

Ihr habt selbst ein Kind, das mit Trisomie 21 auf die Welt gekommen ist? Dann begegnet ihr innerhalb eures Alltags immer wieder zahlreichen Hürden. Ihr müsst euch gängigen Vorurteilen zur Wehr setzen und kämpft gegen Ausgrenzung, die euer Kind und auch euch belasten. Zieht euch trotzdem nicht zurück und lasst euch niemals entmutigen. Gewiss ist es nicht einfach, stets stark zu sein und eurem Schatz einen Lebensweg zu ebnen, der so normal ist, wie er in eurer Situation eben sein kann. Zudem solltet ihr niemals vergessen: Ihr seid nicht allein! Tauscht euch regelmäßig mit anderen betroffenen Familien aus und sucht euch Unterstützung in einem Verein in eurer Nähe. Auch Kindergärten und Schulen engagieren sich zunehmend, um die Inklusion von Kindern mit Trisomie 21 zu fördern. Nähere Infos und Broschüren bekommt ihr zum Beispiel beim Deutschen Down-Syndrom InfoCenter.

Nicht-invasive Pränataldiagnostik nimmt zu

Generell ist es eine positive Entwicklung, dass die Medizin durch die Weiterentwicklung pränataler diagnostischer Verfahren Erkrankungen und Behinderungen frühzeitig und unter geringen gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind erkennen können.  Allerdings sind diese Diagnosen nicht nur ein großer Schock für die Betroffenen, sondern stellen Eltern auch vor eine unglaublich schwere Entscheidung: Wollen wir unserem ungeborenen Kind und uns als liebende Eltern mit einer lebenslangen Behinderung konfrontieren oder das sich gerade entwickelnde Leben beenden? Diese Entscheidung kann jedes Elternpaar ausschließlich für sich treffen und niemand, egal ob Mediziner, Ethiker oder Eltern die sich bereits für oder gegen ein Kind mit Trisomie 21 entschieden haben, haben das Recht, den Entschluss zu verurteilen. Wie viele Eltern sich nach der Diagnose tatsächlich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden, kann derzeit nur schwer nachgewiesen werden. Häufig ist von rund 90 Prozent die Rede, allerdings ist die letzte Erhebung in Deutschland nicht nur 15 Jahre lang her, sondern bezog gerade mal zwei Regionen (Sachsen Anhalt und Mainz), die Teil des Eurocat-Registers sind, in die Studie mit ein. Mehr dazu erfahrt ihr in diesem Beitrag der Süddeutschen Zeitung.

Titelbild: © denys_kuvaiev

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

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