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Was hilft gegen Husten?

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Von Oktober bis März ist Haupterkältungszeit im Kindergarten.

Für viele Kinder beginnt mit dem Beginn des Kindergartens ein Krankheitsmarathon. Bis zu zehn Atemwegsinfektionen macht ein Kindergartenkind pro Jahr durchschnittlich durch. Hinzu kommen derzeit die kalten und unbeständigen Temperaturen. Oft reagieren Kinder mit Husten, was gut ist, denn dieser ist keine Krankheit sondern ein Symptom – ein Reinigungsmechanismus des Körpers.


Für euch ist es oft schwierig einzuschätzen, ob ihr euren Schätzen Medikamente für die Behandlung geben solltet oder der Husten von allein abklingen wird. Viele Eltern greifen überschnell zu Hustensaft, das sehen Ärzte jedoch kritisch.

Unsere Atemwege sind mit Millionen kleiner Flimmerhärchen besetzt, die von einer dünnen Schleimschicht bedeckt sind. Diese Schleimschicht fängt täglich Bakterien, Viren und Staubteilchen ab, den Schleim husten wir entweder aus oder man schlucken ihn. Eine Infektion kann den Ablauf stören, denn dann wird der Schleim fester und der Körper versucht ihn durch auszustoßen.

Husten – akut oder chronisch?

Bei Erwachsenen ist die Unterscheidung zwischen chronischem und akutem Husten relativ einfach: Wenn es nach acht Wochen nicht abgeklungen ist, spricht man in der Regel von einer chronischen Erkrankung. Bei Kindern ist das allerdings komplizierter.

„Wenn ein Kind viele Infekte in wenigen Monaten durchmacht, dann sieht es so aus, als sei es immer krank“, so Uwe Mellies, leitender Arzt der Kinderpneumologie am Universitätsklinikum Essen. Doch das muss kein Grund zur Sorge sein, denn es kann sich auch um mehrere Infektionen nacheinander handeln. Hinzu kommt, dass Husten bei Kindern deutlich länger dauern kann als bei Erwachsenen. Die unteren Atemwege der Kleinen sind deutlich enger und schon eine kleine Infektion reicht, um diese zu reizen.

Ab drei Tagen Fieber Arzt aufsuchen

Es können Wochen vergehen, bis eure Kinder den Husten endlich wieder los sind. Wenn sie aber länger als drei Tage Fieber haben, blass sind und stark husten, solltet ihr einen Arzt aufsuchen, um eine Lungenentzündung ausgrenzen zu können. Auch solltet ihr misstrauisch werden, wenn eure Schätze immer wieder husten, obwohl sie sonst gesund wirken.

Nicht immer ist es eine Infektion

Doch nicht immer muss es sich um eine Infektion handeln. Der Grund für den Husten kann auch ein harmloserer sein … eine Erdnuss zum Beispiel. Im richtigen Moment vom Tisch gemopst, gestolpert und eingeatmet. Fremdkörper in der Luftröhre müssen nicht immer zu Atemnot führen, manchmal können sie auch einen Hustenreiz auslösen. Organische Fremdkörper sind auf Röntgenbildern jedoch nicht gut zu erkennen.

Abwarten und Tee trinken

Gegen Husten kann man kaum etwas unternehmen. 2014 erschien eine neue medizinische Leitlinie, die besagt, dass man gegen Husten nichts machen kann – und deswegen auch nichts machen sollte. Selbst Antibiotika bringen bestenfalls einen halben Tag schnellere Hustenfreiheit.

Erwachsene müssen sich durchschnittlich 17,8 Tage mit der lästigen Husterei quälen, bei Kindern kann er oft noch länger dauern.

Hausmittel vs. Antibiotika

Lungenarzt Mellies rät dringend von Schleimlösern ab, diese sorgen dafür, dass sich ein dünnflüssiger Bronchialschleim bildet, greifen aber in den natürlichen Reinigungsprozess der Atemwege ein. Die Wirkung von Hustenstillern, die vor allem für eine ruhige Nacht sorgen sollen, ist nicht ausreichend bewiesen.

Ein altbekanntes Allheilmittel bei Husten ist Honig, dabei ist es egal, ob ihr euren Sprösslingen den Honig pur, mit warmer Milch oder Tee gebt. Dass Milch schleimfördernd wirkt, ist übrigens seit vielen Jahren überholt, so Mellies. Jedoch sollten Kinder unter einem Jahr auf Honig verzichten, weil kleine Babys ein Bakterium, das sich auf dem Honig ansiedeln kann, noch nicht abwehren können.

Warme Brustwickel und Dampfbäder sind gut für die Kleinen, jedoch solltet ihr dabei aufpassen, dass ihr eure Kinder nicht verbrüht. „Das komme leider mitunter vor“, sagt Lungenarzt Mellies. Liebe und Zuwendung sind während des quälenden Hustens Balsam für die Seele eurer Kinder.

Bild: © Zarya Maxim – Fotolia.com

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