Gesund

Social Freezing: Eiszeit für den Kinderwunsch!?

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Social Freezing und AMH-Messung auf dem Prüfstand

Nicht jeder ist gewollt kinderlos. Manchen mangelt es am Partner und andere möchten lieber erst Karriere machen. Wieder andere merken erst spät, dass sie sich Kinder wünschen – oft zu spät. Mittlerweile gibt es jedoch zahlreiche medizinische Methoden, die auch den Kinderwunsch auf den letzten Drücker erfüllen können. Gerade in den USA sind Social Freezing und die AMH-Messung keine Seltenheit mehr, doch sind die Behandlungen sinnvoll?


Das ist Social Freezing

Noch vor einigen Jahren diente das Einfrieren von befruchteten oder unbefruchteten Eizellen hauptsächlich Krebspatientinnen, die nach einer Chemotherapie selten die Möglichkeit haben, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Mittlerweile bezahlen aber auch viele gesunde Frauen für das Einfrieren ihrer Eizellen. Sie wollen sich so die Option offen halten, dann schwanger zu werden, wenn es zu ihren Lebensumständen passt.

Was vielen dabei nicht bewusst ist, diese Methode hat einen sehr hohen Aufwand. Um genügend Eizellen entnehmen zu können, müssen Frauen zuvor Hormonpräparate zu sich nehmen und so die Reifung beschleunigen. Genügend Eizellen bedeutet bei den Medizinern übrigens eine Anzahl von zwanzig bis 30 Zellen, sodass es nicht selten vorkommt, dass die Frau die Behandlung über mehrere Zyklen vornehmen lassen muss. Lässt man das Social Freezing bei einem IVF-Zentrum (In-vitro-Fertilisations-Zentrum) vornehmen, belaufen sich die Kosten auf mindestens 3.000 Euro pro Zyklus.

Videoquelle: ©ARD / youtube.com

Was bedeutet eine AMH-Messung?

Das Anti-Müller-Hormon kurz AMH gibt Auskunft über die Fruchtbarkeit des Menschen. Bei der Frau wird das Hormon in den Körnchenzellen im Eierstock, beim Mann in den Hoden produziert. Die Funktion der Eierstöcke und die Konzentration stehen in direktem Zusammenhang. Je höher der AMH-Wert, desto höher die Fruchtbarkeit. Mit einer Blutuntersuchung kann also angezeigt werden, wie es um die eigene Fruchtbarkeit steht.

Ist der AMH-Wert niedrig, kann eine In-vitro-Fertilisation in Angriff genommen werden. Sich vor den ersten Versuchen einem AMH-Test zu unterziehen, macht wenig Sinn. Denn ein niedriger Wert schließt eine erfolgreiche Befruchtung nicht vollkommen aus. Zudem kann der Wert durch Faktoren wie Rauchen, Adipositas oder auch eine Chemotherapie beeinflusst werden. Viele Frauen reagieren bei unerwünschten Testergebnissen jedoch verunsichert. Bei einigen kann die Angst vor dem vermeintlich drohenden unerfüllten Kinderwunsch sogar Depressionen auslösen.

Die Natur macht nicht mit

Besteht ein Kinderwunsch, ist die erste Anlaufstelle der Gynäkologe. Er kann schon vor den ersten natürlichen Versuchen beratend hinzugezogen werden und wichtige Tipps geben. Bleibt eine Schwangerschaft trotz aller Bemühungen aus, wird er zusammen mit Ihnen weitere Schritte planen. Zuerst muss herausgefunden werden, was der Grund für die erfolglose Befruchtung ist. Je nach Ergebnis der Untersuchungen kann dann überlegt werden, ob eine In-vitro-Fertilisation oder eine andere Behandlung hilfreich sein kann oder nicht.

Die BIG übernimmt bei Versicherten nicht nur den vom Gesetz vorgeschriebenen Teil der Kosten von In-vitro-Fertilisationen, sondern zahlt bis zu 600 Euro mehr. Folgende Behandlungsmethoden werden von der BIG unterstützt:

  • Insemination im Spontanzyklus bis zu achtmal
  • Insemination nach hormoneller Stimulation bis zu dreimal
  • In-vitro-Fertilisation bis zu dreimal
  • intratubarer Gameten-Transfer bis zu zweimal
  • Intracytoplasmatische Spermieninjektion bis zu dreimal
Titelbild: ©Kaspars Grinvalds

Über den Autor

Redaktion ma-gazin

Redaktion ma-gazin

Hinterlasse ein Kommentar