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Warum du dein Baby niemals schreien lassen solltest

Geschrieben von Tamara Jungbauer

Ein Baby brüllt niemals aus Langeweile oder um euch zu „quälen“.

Lasst ihr euer Baby schreien oder widmet ihr diesem Zeichen des Mitteilens direkt eure volle Aufmerksamkeit? Tamara legt euch heute ans Herz, wieso ihr das Schreien niemals ignorieren solltet, auch wenn es schon mal ganz gehörig stressen kann.

Elternsein ist anstrengend. Schlaflose Nächte führen uns an unsere Grenzen, bringen innerliche Aggressionen zum Vorschein, die sich bei Tageslicht unmöglich mit der bedingungslosen Liebe, die wir für unser Kind empfinden, in Einklang bringen lassen. Das Schreien eines Babys lässt unsere elterlichen Alarmglocken läuten. Und das aus gutem Grund.

Ein Neugeborenes hat Bedürfnisse. Es muss genährt und gepflegt werden und braucht außerdem hinreichend Zuwendung in Form von körperlicher Nähe und Ansprache, um sich gesund entwickeln zu können. Sein einziges Mittel, die Befriedigung seiner Bedürfnisse einzufordern, ist das Schreien.

Wenn dein Baby schreit, dann nur, weil es darauf angewiesen ist, dass du kommst und sein aktuelles Bedürfnis nach Nahrung, Geborgenheit, Sauberkeit oder was auch immer, stillst. Niemals brüllt es aus Langeweile oder um dich zu „quälen“. Deine körperliche Nähe ist die einzige Möglichkeit für dein Kleines, sich geborgen und sicher zu fühlen. Im Mutterleib war es permanent wohlig warm eingebettet, bekam automatisch Nahrung zugeführt und wurde von dir permanent „getragen“, fühlte sich eins mit seiner Mama. Mit der Geburt ändert sich plötzlich alles. Auf einmal ist es hell, kalt, Nahrung muss von außen zugeführt werden und die körperliche Verbundenheit fällt komplett weg. Es ist also ganz natürlich, dass dein Kind gehalten werden und deine Nähe spüren möchte.

Lass dein Baby nicht im Stich

Sämtliche Ratschläge und Bücher, die dir vermitteln wollen, es sei richtig, ein Baby schreien zu lassen, solltest du sofort wieder vergessen. Dein Baby schreit einzig und allein aus einem Grund: weil es dich braucht. Nicht auf sein Weinen zu reagieren, bedeutet, es im Stich zu lassen. Es lernt dadurch, dass Mama und Papa nicht kommen, wenn es sie dringend braucht. Am Ende resigniert es oder beendet sein Schreien aus purer Erschöpfung. Sein Urvertrauen in die engsten Bezugspersonen und in die Menschen an sich wird auf diese Weise zutiefst erschüttert, die emotionale Bindung zu den Eltern bekommt einen Riss.

Ich bestreite nicht, dass ein Kind, wenn man es schreien lässt, irgendwann aufhört und fortan weniger oft schreit. Doch das ist nicht, wie leider immer noch oft behauptet wird, der Beweis dafür, dass die Methode richtig ist, im Gegenteil. Es mag „funktionieren“, doch zu welchem Preis?

Wenn dein Baby schreit, sei dir sicher: es braucht dich. Viele Mütter folgen aus purer Verzweiflung Ratschlägen, die Kindern das Schreien „abgewöhnen“ wollen. Meist leiden diese Mütter Höllenqualen, wenn sie ihr Kind bewusst schreien lassen. Würden sie dagegen auf ihr Bauchgefühl hören, wären sie weitaus besser beraten.

Titelbild: © Brebca – Fotolia.com

Über den Autor

Tamara Jungbauer

Ich bin Mutter zweier Söhne, lebe in Wien und habe Erziehungswissenschaften studiert. Mit meinem Erziehungsblog "www.erziehungskiste.net", biete ich neben Infos rund um das Thema Kinder und Familie auch eine kostenlose E-Mail Beratung an. Meine Beiträge beinhalten Tipps und nützliche Informationen für Eltern und andere Interessierte und ich freue mich, nun auch den ma-gazin-Lesern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

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