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Popokacka und Furzimann: Wann solltet ihr Schimpfwörter verbieten?

Schimpfwörter verbieten
Geschrieben von Tamara Jungbauer

Schimpfwort ist nicht gleich Schimpfwort

Gebt es zu, wenn ihr die Überschrift lest, könnt auch ihr euch ein Grinsen nicht verkneifen, oder?! Tamaras Söhne sind wahre Künstler, wenn es um eigens ausgedachte Schimpfwörter geht. Ernster wird die Lage, wenn es um “Erwachsenenschimpfwörter” geht. Wie zieht ihr euren Kindern Grenzen und solltet ihr ihnen Schimpfwörter verbieten?


Irgendwann kommt er. Jener Tag, an dem dein Kind sein erstes – oftmals selbst erfundenes – Schimpfwort ausspricht.

Dies ist nicht zu verhindern, es ist ebenso normal wie nervig.

Ich spreche aus eigener Erfahrung. Bei uns zuhause wird sehr offen mit Worten, die die tägliche Verrichtung auf der Toilette betrifft, umgegangen. Wenn man Lulu oder Kacka machen muss, darf das auch so genannt werden, die Kinder durften von Anfang an ihre Neugierde befriedigen und zusehen, was auf dem stillen Örtchen eigentlich passiert. Es ist ein Thema wie jedes andere.

Darüber offen zu reden ist also normal.

Für meine beiden Jungs aber ist das Thema der körperlichen Ausscheidung ein sehr dominantes. Mein kleiner Mann hat, seit das Sauberwerden für ihn aktuell wurde, einige Lieblingswörter kreiert, die er auch zwischendurch immer wieder gerne mal benutzt. „Popokacka“ etwa, oder „Kackalulu“, „Furzimann“ und noch einige andere Abwandlungen davon. Er benutzt sie immer wieder mal, während er spielt, wenn er sich ärgert oder er liefert sich mit seinem Bruder ein entsprechendes Wortduell, das beide ungemein erheiternd finden.

Schimpfwörter verbieten!?

Wie geht man am besten damit um, wenn das Kind Worte benutzt, die nicht gerade zum „guten Ton“ gehören?

Ich würde sagen, es gilt zu unterscheiden: Was ist generell akzeptabel und wann wird die eigene Akzeptanzgrenze überschritten?

Ich denke, wenn mein Kind oben genannte Ausdrücke verwendet, kann ich das grundsätzlich tolerieren. Es gibt aber Situationen, in denen ich das Verwenden derartiger Wörter nicht möchte – während des Essens etwa oder wenn ich einfach genug davon gehört habe. Dann sollte man Schimpfwörter verbieten.

Schimpfwörter für Erwachsene

Handelt es sich um „Erwachsenenschimpfwörter“, so denke ich, dass es sinnvoll ist, einmal klar und deutlich zu sagen, dass diese nicht erwünscht sind, weiter aber keine große Sache daraus zu machen. Es ist grundsätzlich ratsam, gelassen mit solchen Situationen umzugehen. Ignorieren ist besser als streng zurechtweisen. Auf diese Weise würde das Thema nur aufgebauscht und größer als es sein müsste.

Es ist völlig normal, dass ein Kind mal hier oder da Schimpfwörter aufschnappt und diese in weiterer Folge irgendwann selbst einmal „ausprobiert“. Wenn es aber merkt, dass die Reaktionen darauf langweilig sind, wird es bald den Gefallen daran verlieren.

Bei den selbst kreierten und harmlosen Wörtern ist es ebenfalls besser, gelassen zu bleiben. Es ist völlig normal, in einem gewissen Alter „Popokacka“ (oder ähnliches) zu sagen. Wenn ich aber an einem Tag genug davon gehört habe, kommuniziere ich das auch ganz klar. Dann bekommen meine Ohren auch mal wieder eine Pause 🙂

Bild: © Superingo – Fotolia.com

Über den Autor

Tamara Jungbauer

Ich bin Mutter zweier Söhne, lebe in Wien und habe Erziehungswissenschaften studiert. Mit meinem Erziehungsblog "www.erziehungskiste.net", biete ich neben Infos rund um das Thema Kinder und Familie auch eine kostenlose E-Mail Beratung an. Meine Beiträge beinhalten Tipps und nützliche Informationen für Eltern und andere Interessierte und ich freue mich, nun auch den ma-gazin-Lesern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

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