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Wann das zweite Kind? – Teil 2

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

In dem ersten Teil von Wann das zweite Kind? haben wir euch mit den eher objektiven Aspekten versorgt, die ihr einbeziehen solltet, wenn ihr ein zweites Kind plant. Klar ist aber auch: Die Entscheidung für ein Kind muss mit den eigenen Gefühlen vereinbar sein. Wir haben die Psychologin und Buch Autorin Sandra Konrad zum Thema interviewt.

Viele sehen sich mit einem Kind als Paar mit Kind und erst mit zwei Kindern als richtige Familie. Dabei könnte man doch davon ausgehen, dass ein zweites Kind eigentlich nicht weiter auffällt – immerhin hat man das doch alles schon mal gemacht.

Konrad

Verändert das zweite Kind wirklich so viel?

Sandra Konrad: Ja! Es verändert genauso viel im Leben der Eltern, wie das erste Kind. Außer, dass jetzt zwei Kinder versorgt werden wollen, die altersgemäß und persönlichkeitsbedingt oft unterschiedliche Bedürfnisse haben. In vielen Familien bleibt es eine Illusion, dass das zweite Kind „einfach so mitläuft“. Aber natürlich hat man beim zweiten Kind schon mehr Übung, ist oft auch etwas entspannter, weil man mehr Erfahrung hat.

Wie finden Eltern heraus, ob sie bereit sind für ein zweites Kind? Worauf müssen sie sich einstellen?

Sandra Konrad: Im Grunde sollten sie sich die gleichen Fragen stellen, wie beim ersten Kind: Wollen beide das Kind? Sind beide bereit, ihr Leben auf ein Baby und ein zweites Kind umzustellen? Ist die Beziehung stabil, ist emotional ausreichend Platz für das zweite Kind?
Wenn diese Fragen von beiden Eltern mit JA beantwortet werden, müssen sie sich nur noch überlegen, wann für sie und das Geschwisterkind der richtige Zeitpunkt für ein zweites Kind sein könnte.

Wie sollte das erste Kind auf sein Geschwisterchen vorbereitet werden? Gibt es da spezielle Tricks?

Sandra Konrad: Sobald der Bauch der Mutter anfängt zu wachsen, kann man sein Kind auf das Geschwisterchen vorbereiten. Sie können kleine Rituale einführen, wie beispielsweise  alle gemeinsam dem Baby im Bauch „Guten-Morgen“ sagen oder es schon mal in die Gute-Nacht-Geschichte mit einbeziehen. Je nachdem, wie alt das erste Kind ist, können Eltern können mit ihm gemeinsam in die Zukunft schauen: “Wie stellst du dir es vor, einen Bruder/eine Schwester zu bekommen? Worauf freust du dich? Hast du vor irgendetwas Angst?”
Eine schöne Idee, die bei Kindern gut ankommt: Besorgen Sie ein kleines Geschenk, das im Namen des Neugeborenen direkt nach dessen Geburt an das große Geschwisterkind übergeben wird.

 

Sandra Konrad ist Autorin des Buches “Das bleibt in der Familie”. Darin geht es um das emotionale Erbe, das jeder von uns mit sich herum trägt. Wir alle sind geprägt von unseren Eltern und Großeltern – teilweise ist das gut, teilweise macht das große Probleme. “Das bleibt in der Familie” hilft, diese Zusammenhänge zu verstehen.

Weitere Infos gibt es
– auf der Facebook-Seite
– beim Piper-Verlag 

Titelbild: © littlebell – Fotolia.com

 

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