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Von der Milchbar an die Milchbar

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Im ersten Lebensjahr sollte es im Idealfall Muttermilch satt für das Baby geben, denn diese enthält genau die richtige Menge an essentiellen Kohlehydraten, Eiweißen, Fetten und Mineralstoffen, die für die Ernährung des Neugeborenen so wichtig sind. Doch irgendwann sollte auch die schönste Stillzeit vorbei sein und ihr solltet einen anderen Milchspender für euer Kind suchen. Die gute alte Kuhmilch ist in diesem Fall oft besser als ihr Ruf, wenn man auf einige Dinge achtet.

Wenn sich die Stillzeit manchmal bereits nach einem halben Jahr dem Ende zuneigt, macht sich bei vielen Frauen Verunsicherung breit. Wie soll es nun, nach der zweifelsfrei sorglosen Zeit an Muttis Milchbar weitergehen? Soll man auf die so genannte Kleinkindmilch umsteigen oder zur schnöden, vielleicht manchmal unterschätzten, Kuhmilch greifen? Tatsächlich dürfen Babies nach einem Jahr und eingebunden in eine ausgewogene Mischkost, Kuhmilch zu sich nehmen, es sei denn es besteht bereits eine Kuhmilchallergie. Selbst Kinder mit erhöhtem Allergierisiko in Bezug auf andere Nahrungsmittel können nach aktuellen Ernährungsrichtlinien Kuhmilch trinken, wenn man ein paar Regeln berücksichtigt.

Zum Beispiel sollten Kinder nicht mehr als 350 bis 400 Milliliter Milch am Tag bekommen, da Kuhmilch einen Eiweißgehalt von ca. 3,4 Gramm pro 100 Milliliter beinhaltet. Zwischen einem und drei Jahren ist bei Kindern eine tägliche Eiweißaufnahme von ca. 2,2 Gramm pro Kilogramm Köpergewicht empfehlenswert. Zu viel Eiweiß kann den kindlichen Stoffwechsel und die Nieren zu sehr belasten. Wenn bereits Fleisch und andere Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen, sollte die Milchzufuhr dementsprechend nicht überstrapaziert werden. „Ein Kind, das beispielsweise 10 Kilogramm wiegt, braucht nicht mehr als 22 Gramm Eiweiß pro Tag – und die sind schnell erreicht“, schreibt die Ärztin Dr. Andrea Schmelz in ihrem Artikel für elternwissen.com.

Auch bei der Auswahl der Kuhmilch gibt es ein paar Details zu beachten. Sollte euer Baby normalgewichtig sein, könnt ihr beherzt zur fettarmen Milch mit 1,5 Prozent Fettgehalt greifen. Da bei Kuhmilch die in der Muttermilch enthaltene Lipase, mit deren Hilfe die Fettverdauung schon im Magen beginnt, wegfällt, sollte man von zu viel Fettzufuhr absehen. Wenn euer Goldstück jedoch ruhig noch etwas zulegen könnte, darf es auch die normale Vollmilch mit 3,5 Prozent Fettanteil sein. Nur Magermilch, mit nur 0,3 Prozent Fett, ist nicht geeignet für die Ernährung eures Kindes.

Wichtig ist, dass die Milch pasteurisiert ist, d.h. dass sie erhitzt wurde um Keime abzutöten und die Milch haltbar zu machen. Erhitzte und ultrahocherhitzte Milch, wie z.B. H-Milch und die so genannte ESL-Milch (Extended Shelf Life), die im Verkaufsregal länger haltbar ist, können als Nahrungsergänzung verwendet werden. Mineralstoffe sind, laut Dr. Schmelz, nicht hitzeempfindlich. Deshalb ändert sich der Gehalt durch das Erhitzen nicht. Jedoch sind die nach dem Pasteurisieren verbliebenen Vitamine sehr lichtempfindlich, weshalb die Milch lichtgeschützt in braunen Flaschen oder im Tetrapak aufbewahrt werden sollte. Rohmilch, die nicht erhitzt wurde, ist für Babies nicht geeignet, da sie zu keimbelastet ist.

Oftmals ist es ratsam, wenn Kuhmilch für die Säuglingsernährung benutzt wird, diese ein wenig mit Wasser zu verdünnen, um den hohen Protein- und Mineralstoffgehalt herabzusetzen, den der kleine Körper weder umsetzen noch ausscheiden kann. Beachtet man diese Tipps, kann man getrost auf spezielle Kleinkind-Milchnahrung, wie z.B. Milupa Milumil und Folgemilch 3, verzichten. Jod und Eisen, die in der Kleinkindmilch angereichert sind, können auch durch die normale Mischkost aufgenommen werden. Zudem enthalten die Produkte der meisten Firmen viel Zucker, damit Kinder sie lieber trinken. Die Kuh, das oft verschmähte Wesen, und ihre Milch sind also durchaus als Fortsetzung der Milchzuführung nach der Muttermilch geeignet. Und ein Stück, bzw. Schluck pure Natur ist es außerdem.

Titelbild: © by-studio – Fotolia.com

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