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Veggie-Baby

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Vegetarisch, ovo-lakto-vegetarisch oder doch komplett vegan? Die Ansichten über die perfekte Ernährung gehen weit auseinander. Und wenn es dann auch noch um die gesündeste Baby- und Kleinkindernährungen geht, sind hitzige Diskussionen vorprogrammiert. Der ewige Kampf zwischen Fleischfressern und Be Veggie-Vertretern sollte nicht zu Lasten der Kinder ausgetragen werden. Jetzt heißt es für werdende Eltern, sich gut informieren und sich vor allem nicht von Anfang an gegen die eine oder andere Richtung zu sperren. Die Möglichkeiten sind zahlreich.

To be veggie or not to be veggie – auch wenn man für sich selbst irgendwann eine Entscheidung getroffen hat, wirklich interessant wird es erst dann, wenn die Frage im Raum steht, wie das eigene Kind ernährt werden soll, sobald die Muttermilchzufuhr gekappt wird. Im Bereich Ernährungsbewusstsein hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan, was nicht zuletzt mit den zahlreichen Fleischskandalen, bekannt gewordenen Zusammenhängen zwischen Fleischmassenproduktion und dem Welthunger und die Neuentdeckung der Tierethik zusammenhängt. Zudem ist es uns einfach nicht mehr egal, was wir uns reinziehen. Und das gleiche gilt für unsere Kinder. Würden sie mit oder ohne Fleisch und tierische Produkte ein gesünderes Leben führen?

Grundsätzlich ist von Seiten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und anderen namhaften Nahrungsexperten nichts gegen eine ovolaktisch-vegetarische Ernährung für werdende Mütter und ihre Babies einzuwenden. Diese Variante, bei der man zwar auf Fleisch jeglicher Art, jedoch nicht auf tierische Produkte wie Milch und Eier verzichtet, ist auch als Dauerernährung für Groß und Klein geeignet. Entschließt sich die ernährungsbewusste Fast-Mama jedoch dazu, nicht nur sich selbst während der Schwangerschaft, sondern auch später ihr Kind vegan zu füttern, sobald sie abgestillt hat, gibt es einige Absprachen zu tätigen und vieles zu beherzigen, damit man gute Entscheidungen trifft und nicht nur gut gemeinte.

Grundsätzlich sagt die DGE nein zu einer veganen Ernährung in Zusammenhang mit einer Schwangerschaft oder nach dem Abstillen. Gerade werdende Mamas und Kleinkinder haben einen gesteigerten Energie- und Proteinbedarf, der durch eine vegane Ernährung ohne spezielle Ergänzungspräparate und ein ausführliches Wissen über Nährstoffe in verschiedenen Nahrungsmitteln nicht abgedeckt werden kann. Die Risiken, dass das Kind durch den Mangel an bestimmten Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen schwere geistige und körperliche Entwicklungsschäden davon tragen könnte, sind relativ hoch.

Auch wenn Kinder veganer Mütter in vielen Fällen so lange wie möglich gestillt werden, irgendwann muss auch die Kalorienzufuhr über feste Nahrung erfolgen. Oftmals besteht bei vegan ernährten Kindern das Problem, dass sie durch die fettarme pflanzliche Ernährung nicht genügend Kalorien zu sich nehmen können. Dies kann mitunter das Wachstum des Kindes gefährden. Ausgeglichen werden kann dieses Defizit unter Umständen mit Avocados, Nüssen, Samen und Trockenfrüchten, also mit pflanzlichen, guten Fetten, die sich durchaus dazu eignen, die Kalorienmenge zu steigern.

Eiweiß, Kalzium und Eisen gehören zu den Stoffen, die vom Körper am leichtesten durch tierische Lebensmittel wie Fleisch und Milchprodukte aufgenommen werden können und die für werdende Mütter und die Entwicklung ihrer Kinder besonders wichtig sind. Es ist prinzipiell jedoch möglich, diese auch durch eine rein pflanzliche Ernährung und gegebenenfalls durch Supplemente, sprich Nahrungsergänzungsmittel, zu gewährleisten. Nachfolgend findet ihr ein paar Nahrungsmittelvorschläge für die ausschließlich vegane Ernährung:

Eiweiß/Proteine: Je abwechslungsreicher die verschiedenen Eiweißquellen kombiniert werden, desto höher wird der Nährwert einer Mahlzeit. Es empfiehlt sich eine Mischung aus Sojaprodukten, Getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und eiweißreichen Gemüsesorten. Sprossen haben einen besonders hohen Proteinanteil.

Calcium: Viel Calcium steckt in grünem Gemüse, wie zum Beispiel Brokkoli oder Grünkohl. 200 Gramm in gedünsteter oder gekochter Form entsprechen in etwa dem Kalziumanteil, den auch ein Glas frische Milch enthält.

Eisen: Der Eisenbedarf einer Schwangeren ist deshalb so hoch, weil ständig neues Blut für Mutter und Kind produziert werden muss. Pflanzliches Eisen ist zwar schwieriger vom Körper aufzunehmen als tierisches, die Zugabe von Vitamin C erhöht indes die Eisenabsorption des Körpers. Eisen findet sich vor allem in grünem Blattgemüse, in Pilzen, Hefe und Seetang.

Folsäure: Der Bedarf einer Schwangeren verdoppelt sich und kann beispielsweise durch Spargel, Tomaten, Rote Bete und Orangen, sowie Weizenkeime gedeckt werden. Das Vitamin reguliert den Eiweißstoffwechsel.

Vitamin B12: Notwendig für die Blutzellenproduktion ist Vitamin B12, das überwiegend in tierischen Lebensmitteln vorhanden ist. Viele Veganer und Vegetarier nehmen deshalb  entsprechend angereicherte Lebensmittel oder spezielle Ergänzungspräparate zu sich.

Sich und die Kinder rein vegan zu ernähren, ist also grundsätzlich möglich. Es erfordert von den Eltern jedoch ein umfangreiches Wissen in Ernährungsfragen, damit der Bedarf an den essentiellen Nährstoffen Eiweiß, Eisen, Zink, Calcium und Vitamin D und Vitamin B 12 gedeckt wird. Und auch die behandelnden Ärzte sollten über die Ernährungsform der Familie informiert werden, damit in regelmäßigen Abständen Checks gemacht, Blutwerte überprüft und etwaige Nährstoffdefizite ausgeglichen werden können.

Titelbild: © evgenyatamanenko – Fotolia.com

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