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Väter von heute: Seid ihr wirklich so faul?

Väter von heute
Saskia
Geschrieben von Saskia

Oder sind Mütter zu perfekt?

Väter von heute haben sich gewandelt. Sie kümmern sich um die Erziehung, nehmen Elternzeit und packen im Haushalt mit an. Trotzdem hält sich das Gender-Gap innerhalb des familiären Gefüges hartnäckig. So macht auch eine neue MAM-Umfrage deutlich, dass Väter ihren Pflichten, wie zum Beispiel der Zahnpflege bei den Kleinsten, häufig nicht gerecht werden. Sind Väter wirklich zu faul?


Liebe Väter von heute:

Ist es denn wirklich eine so große und unbestreitbare Last für euch, wenn ihr euch mit eurer Partnerin die Aufgaben im Haushalt und bei der Kindererziehung teilt? Laut der aktuellsten Working Mom Studie und der neuesten MAM-Umfrage: JA.

Mehr als 2.000 Mütter wurden von MAM befragt. Nur 0,7 Prozent sagen:

„Bei uns kümmert sich der Papa eigenverantwortlich um die Mundhygiene der Kinder“.

Mütter von heute:

Kümmern sich also neben ihrem Beruf – oder hauptberuflich – um den Haushalt sowie um die Betreuung und Erziehung der Kinder.

Speziell die frischgebackenen Väter nehmen wesentlich mehr Zeit zum Nichtstun und Entspannen in Anspruch als ihre Partnerinnen. Das zeigt eine Studie der Ohio State University. Hierfür wurden 52 Eltern-Paare mit einem hohen Bildungsniveau befragt.

Während das Forscherteam vor der Befragung ein ausgeglichenes Verhältnis erwartete, wurde es allerdings mit ernüchternden Fakten konfrontiert. Sie befürchten außerdem, dass die Zahlen bei Paaren mit einem niedrigen Bildungsniveau noch alarmierender sind.

  • Insgesamt gönnen sich Väter von heute rund 101 Minuten Erholungszeit, während es bei den Müttern zwischen 46 und 49 Minuten sind.
  • Haben Väter frei, steht bei 46 Prozent der Befragten die Entspannung im Vordergrund, während sich die Partnerin um das Kind kümmert. Haben Mütter einen freien Tag, lassen nur 16 Prozent die Seele baumeln.
  • In puncto Hausarbeit läuft es ähnlich. Hier haben 35 Prozent der befragten Männer kein Problem damit, der Liebsten beim Hausputz zuzusehen, während es im umgekehrten Fall gerade mal 16 Prozent der Frauen schaffen, den Mann alleine wienern zu lassen.
  • Aber am Wochenende haben ja zum Glück meist beide Elternteile frei. Dann sollte es immerhin gerechter zugehen, oder?! Im Gegenteil! Gerade an den Wochenenden, machte die Befragung deutlich, lassen sich Männer lieber auf der Couch vom Fernseher beschallen und ihre Partnerinnen kümmern sich umso mehr um Haushalt und Kinder.

Problem “Maternal Gatekeeping!”

Die Studien zeigen zwar, dass zwischen Vätern und Müttern immer noch eine große Ungleichverteilung herrscht, wenn es um die Erziehung und die Betreuung der Kinder sowie um Tätigkeiten im Haushalt geht. Frauen müssen sich also weiterhin aufreiben und ihre Partner zu Vätern erziehen, die ihre Pflicht nicht nur darin sehen, der (Haupt-) Ernährer der Familie zu sein. Allerdings wäre es jetzt auch zu einfach, den Papas die gesamte Schuld an dieser Misere zu geben. Es gesellt sich nämlich ein weiterer Aspekt namens “Maternal Gatekeeping” (mütterliches Kontrollbedürfnis) hinzu. “Lass mal, ich mach das schon.” Oder auch: “Ich bin doch die Mama. Ich kenne unser Kind besser und länger als du.” Und somit bekommen selbst die engagiertesten Väter von heute oft gar nicht erst das Vertrauen der Partnerin entgegengebracht, sich genauso liebevoll und fürsorglich um den Nachwuchs kümmern zu können wie eine Mutter. Stattdessen trauen viele Frauen ihren Männern nach der Geburt rein gar nichts mehr zu. Beim Wickeln zu ungeschickt, das Badewasser zu kalt, füttern kann nur die Mama, auf dem Spielplatz nicht aufmerksam genug. Maternal Gatekeeping traf 1999 laut einer Umfrage bereits bei 20 bis 25 Prozent der verheirateten Mütter zu. Eine Langzeitstudie des deutschen Familien- und Sozialforschers Wassilios Fthenakis zeigte ebenfalls, dass jede fünfte Frau den väterlichen Einsatz innerhalb der Familie blockiert (Quelle: SPIEGEL ONLINE). Frauen, die dieses mütterliche Kontrollbedürfnis entwickeln, benötigen es, um ihrem Partner ein Gefühl der Macht zu vermitteln. Schließlich stecken sie in vielen anderen Belangen ab jetzt zurück. Der Vater wird aus der Sicht der Mutter sogar zu einer Art Bedrohung ihrer bislang innigen Zweierbande zum Kind und damit zu einem Konkurrenten.

Gemeinsame Regeln

Horcht am besten schon vor der Geburt in euch hinein und tauscht euch rechtzeitig über euren neuen Alltag und die dazugehörigen Pflichten und Aufgaben aus. Auch eure Ängste gehören dazu, wie etwa bei eurem Partner nicht mehr die Nummer eins zu sein oder diesen plötzlich als Konkurrenz zu empfinden. Wer hat wann frei, wie kann Mama trotz hektischem Alltag einfach mal ausspannen? Wie kann sich der Papa in den ersten Lebensmonaten eures Kindes mit einbringen, selbst wenn er kaum zu Hause ist? Welche Hausarbeiten übernimmt der Vater, selbst wenn er die Fenster nicht streifenfrei bekommt?

Ein hilfreicher Tipp von MAM, wenn es um die Mundhygiene der Kleinsten geht:

Meist seid ihr morgens sowie am Abend beide zu Hause. Das bedeutet auch, dass ihr die Zahnpflege zu einem Familienritual machen könnt. Mama putzt vor, während Papa dem Kind dabei behilflich ist, die Bewegungen nachzuahmen. Papa verlässt morgens viel früher das Haus? Dann putzt Mama morgens und Väter von heute können sich abends darum kümmern. Das ist allerdings nur möglich, wenn ihr euch als Papa sowie als Mama Gedanken darüber macht, wie ihr euch euren Familienalltag ganz individuell gestalten könnt und euch gegenseitig eingesteht, dass ihr Abläufe nicht immer identisch plant. Dass Väter Kinder meist anders trösten als Mütter, bedeutet nicht, dass sie es falsch machen. Es ist sogar sehr wichtig, dass der Nachwuchs diese individuellen Erfahrungen sammeln und somit auf den unterschiedlichsten Ebenen gestärkt und motiviert wird. Und der wichtigste Aspekt zum Schluss? Seht euren Partner nicht als Konkurrenz. Eine Mutter wird niemals die Rolle des Vaters einnehmen können und ein Vater nicht die der Mutter. Ihr alle seid somit unersetzlich! 🙂

Titelbild: © Kalim

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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