Gebloggt Tamaras Erziehungs-Blog

Nichts für schwache Nerven: Kurztrip zum Mond

Trotzphase
Geschrieben von Tamara Jungbauer

Wenn ihr eure Knirpse mal wieder zum Mond schießen wollt

So sehr Eltern ihre Racker auch lieben, hin und wieder ist es ganz normal, wenn ihr sie am liebsten zum Mond schießen würdet. Oder sogar selbst dorthin flüchten wollt. Hauptsache, ganz weit weg und endlich mal Ruhe. Besonders während der Trotzphase werden eure Nerven noch häufiger überstrapaziert. Aber keine Bange, denn Tamara kann aus eigener Erfahrung berichten und erläutert euch, wieso Grenzen und ein wütender und protestierender Knirps ungemein wichtig für seine Entwicklung sind und dass euer Geduldsfaden zumindest gedanklich auch mal reißen darf. 


Kinder entwickeln sich in den ersten Lebensjahren so rasant schnell und intensiv wie nie wieder in ihrem gesamten restlichen Leben. Was sich nebenbei die ganze Zeit über mitentwickelt, ist die Selbstständigkeit. Sie ist das Ziel, das vom Kind erreicht werden möchte. Unsere Aufgabe als Eltern ist es, unsere Kinder bestmöglich dabei zu unterstützen, diese Fähigkeit zu entwickeln.

Willkommen Trotzphase

Zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr kommt es dabei gehäuft zu intensiven Einforderungen der kleinen Leute, selbst entscheiden und handeln zu dürfen. In dieser sogenannten „Trotzphase“ kommt es dabei vermehrt zu Frustrationen im Kind. Es fühlt den inneren Drang, selbst zu tun, stößt dabei aber oft auf Grenzen, die es von der Außenwelt aufgezeigt bekommt.

Der innere Drang des Kindes prallt auf die äußere Welt mit ihren eigenen Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Das Kind will, merkt aber immer wieder, dass es so nicht geht. Das macht Frust. Dieser Frust kommt anschließend in Form von Wut wieder hervor, wird durch diese abgebaut.

Wut erfordert Verständnis

Es ist demzufolge wichtig, dass das Kind nicht nur während der Trotzphase, sondern wenn es das Bedürfnis danach hat, wütend sein darf. Wir Eltern können dabei unser Verständnis zeigen, da sein und begleiten. Dies klingt zwar logisch und richtig, ist aber oft eine Nervenprobe allerhöchster Stufe.

Mein kleinster Mann ist gerade zweieinhalb und ich spreche aus meiner mütterlichen Seele, wenn ich sage: Ich liebe meine Kinder über alles und würde mein Leben für sie opfern.

An manchen Tagen möchte ich meinen Kleinsten aber dennoch gerne mal kurz zum Mond schießen. Er darf, wann immer möglich, selbst entscheiden. Wo nötig, zeige ich ihm aber auch meine Grenzen auf. Oft schreit er aber auch herum, ohne dass es einen ersichtlichen Grund gibt. Dann muss all der innerliche Frust nach draußen. Ich verstehe und versuche ihn dabei zu unterstützen. Manchmal aber könnte ich selbst schreiend weglaufen – einen Kurztrip zum Mond machen oder mich mal eben wegbeamen. Nur für einen kurzen Moment. Manchmal reißen meine Nerven und ich frage mich, wo ich wieder neue herkriege.

Gedanklich weit weit weg

Aber ich weiß auch, es ist ganz normal. Es ist in Ordnung, auch mal genervt zu sein, keine Geduld für das „Theater“ zu haben und sich zumindest gedanklich weit weg zu wünschen. Im nächsten Moment kommt mein Sohnemann dann zu mir, will in den Arm genommen werden und spüren: es ist in Ordnung. Dann bin ich froh, hier zu sein und den Mondflug verpasst zu haben. Zumindest bis zur nächsten Nervenattacke.

Ihr benötigt noch Tipps, um euren Besserwisser-Kindern zu trotzen? Bekommt ihr!

Bild: © lassedesignen – Fotolia.com

Über den Autor

Tamara Jungbauer

Ich bin Mutter zweier Söhne, lebe in Wien und habe Erziehungswissenschaften studiert. Mit meinem Erziehungsblog "www.erziehungskiste.net", biete ich neben Infos rund um das Thema Kinder und Familie auch eine kostenlose E-Mail Beratung an. Meine Beiträge beinhalten Tipps und nützliche Informationen für Eltern und andere Interessierte und ich freue mich, nun auch den ma-gazin-Lesern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

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