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Spätgestose: Welche Symptome deuten auf eine Präeklampsie hin?

welche symptome deuten auf eine präeklampsie hin
Saskia
Geschrieben von Saskia

Ödeme, Bluthochdruck und Co.

Eine Schwangerschaft fordert den weiblichen Körper bis zum Äußersten heraus. Wenn ihr die ersten Monate mit Morgenübelkeit, Erschöpfung und Co. tapfer überstanden habt (frühe Gestosen), können sich auch noch Wassereinlagerungen, Bluthochdruck und andere Übel dazugesellen (späte Gestosen). Manchmal treten diese Symptome in Kombination auf und deuten auf eine Präeklampsie hin. 


Eine Präeklampsie gehört zu den Spätgestosen und kann nach der 20. SSW und auch noch kurz nach der Geburt auftreten. Geläufig ist die Erkrankung immer noch unter der Bezeichnung “Schwangerschaftsvergiftung”, weil man in der Vergangenheit davon ausgegangen ist, dass der weibliche Körper aufgrund der Schwangerschaft unter einer präeklamptischen Toxämie (oder Toxikose) leide. Zwar hält sich der Begriff nach wie vor hartnäckig, aber bis heute ist unklar, aus welchen Gründen sich Gestosen entwickeln. Vermutet wird, dass der weibliche Körper aufgrund der Schwangerschaft überbeansprucht wird und überreagiert (Störung der Plazentation). Weitere (schwere) Spätgestosen: Eklampsie, HELLP-Syndrom und Pfropfgestose/Pfropfeklampsie.

Bei der Präklampsie gibt es unterschiedliche Schweregrade. Die meisten Frauen leiden unter einer leichten Form. Tückisch ist die Erkrankung deshalb, weil sie von der werdenden Mutter oft gar nicht bemerkt und daher nicht rechtzeitig behandelt werden kann. Ein erhöhtes Risiko sollen Frauen haben, die zum ersten Mal Mutter werden, mehr als ein Baby erwarten, übergewichtig oder untergewichtig sind, Diabetes haben sowie Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft (durch eine Nierenerkrankung) unter hohem Blutdruck gelitten haben.

Treten folgende Symptome in Kombination auf, können sie ein Hinweis darauf sein, dass die werdende Mutter unter einer Präeklampsie leidet:

1. Hypertonie (Bluthochdruck)

Habt ihr (während der zweiten Schwangerschaftshälfte) mit Bluthochdruck zu kämpfen, solltet ihr diesen abklären lassen, aber nicht gleich befürchten, dass ihr an einer Präeklampsie erkrankt seid. Denn: Rund zehn Prozent der Schwangeren haben unter einer schwangerschaftsinduzierten Hypertonie (SIH) zu leiden, ohne dass eine Präeklampsie diagnostiziert wird. Eine Hypertonie besteht dann, wenn der Blutdruck über dem Grenzwert von 140 zu 90 mmHg liegt.

2. Proteinurie (Eiweißausscheidungen)

Um festzustellen, ob euer Urin zu viel Eiweiß enthält, wird dieser über einen Zeitraum von 24 Stunden gemessen. Der Wert des Sammelurins kann dann zum Indiz einer Präeklampsie werden, wenn dieser nach der 20. SSW ebenfalls in Kombination mit erhöhtem Bluthochdruck (und Wassereinlagerungen) auftritt und die Grenze von 300 Milligramm übersteigt (Proteinurie).

3. Ödeme (Wassereinlagerungen)

Ödeme sind vielen hochschwangeren Frauen ein Begriff. Rund 80 Prozent der werdenden Mütter sind davon betroffen. Deshalb gilt auch hier: Stellt ihr Flüssigkeitseinlagerungen fest, lasst diese abklären, aber vermutet nicht gleich eine Präeklampsie. Meist treten die Wassereinlagerungen an den Füßen, Händen, Beinen und im Gesicht auf.

Urin ist unauffällig, aber …

Unabhängig vom Eiweißgehalt im Urin, können weitere Symptome, sofern diese erstmals nach der 20. SSW auftreten, auf eine Präeklampsie hinweisen:

  • Leber und/oder Nieren zeigen Auffälligkeiten
  • Blutwerte sind nicht in Ordnung
  • Sehstörungen und/oder starke Kopfschmerzen
  • Fötus ist (entsprechend der  jeweiligen SSW) zu klein
  • Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Unruhe
  • Krampfanfälle und Koma (schwerste Form der Eklampsie)

Mögliche Folgen

Wird eine Präeklampsie nicht rechtzeitig behandelt, können unter anderem Schädigungen des Herzens und des Gehirns (Blutungen und Ödeme) eintreten, die wiederum eine Eklampsie verursachen können und für Mutter und Kind lebensbedrohlich sind. Zudem kann die Erkrankung unter anderem zu akutem Nierenversagen, Netzhautschäden und einer Plazentainsuffizienz führen. Letzteres würde bedeuten, dass das Ungeborene nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden kann und die Geburt eingeleitet werden muss, um das Leben des Kindes zu retten und geistige und körperliche Behinderungen zu verhindern. Weitere mögliche Auswirkungen könnt ihr hier nachlesen.

Vorsicht, aber keine Panik!

Als Schwangere solltet ihr eure gesundheitlichen Beschwerden und plötzlich auftretendes Unwohlsein immer ernst nehmen und zeitnah abklären lassen. Hinzu kommt, dass ihr natürlich zu allen Vorsorgeuntersuchungen gehen solltet, damit es euch und eurem Baby an nichts fehlt.  Achtet darauf, dass ihr euch bei eurem Arzt gut aufgehoben fühlt. Seid ihr zum Beispiel unsicher, weil ihr plötzlich unter Beschwerden leidet und werden diese heruntergespielt oder müsst ihr zu lange auf einen Termin warten, sucht sicherheitshalber einen anderen Arzt oder eine Notambulanz auf.

Quelle: Frauenärzte im Netz

Titelbild: © Tomsickova

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

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