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So könnt ihr Kindern den Tod erklären

Kindern den Tod erklären
Saskia
Geschrieben von Saskia

Kleinen und großen Engeln gedenken.

Ihr habt heute und morgen noch nichts mit euren Kleinen geplant? Wie wäre es, wenn ihr Allerheiligen und Allerseelen nutzt, um mit euren Kindern über den Tod zu sprechen? Zwar handelt es sich hierbei um katholische Gedenktage, die allen Verstorbenen (Heilig gesprochenen und Ruhelosen) gelten, aber selbst wenn ihr einer anderen oder gar keiner Religionsgemeinschaft angehört, könnt ihr die Tage sinnvoll nutzen, um an eure Liebsten zu denken, die nicht mehr unter euch sind. Und ihr könnt mit euren Kleinsten einen Spaziergang über den Friedhof machen. 


Um an verstorbene Familienmitglieder oder Freunde zu denken benötigt ihr natürlich keinen speziellen Tag. Aber ihr kennt es ja selbst! In der Hektik des Alltags kommen diese Gedanken häufig zu kurz und hat man erstmal eigene Kinder, wird noch weniger über die Endlichkeit gesprochen. Deshalb können Tage wie Allerheiligen und Allerseelen ein Reminder sein. Nicht ‘nur’, um sich an Verstorbene zu erinnern, sondern auch, um den Tod und die Trauer im Allgemeinen anzusprechen und euren Kindern zu suggerieren: Beides gehört zum Leben, wie das Leben selbst.

Umgang mit Tod und Trauer

Der Tod ist ein trauriges Thema. Und ängstigt Erwachsene oft mehr als Kinder. Da wir aber unsere Gedanken (oder aber das Schweigen) dazu meist auf sie übertragen, entwickeln auch die Kleinsten schneller Ängste und negative Gefühle. Die Angst vor dem eigenen Tod kann man niemandem nehmen und auch nicht die Trauer, die Hinterbliebene heimsucht, wenn ein geliebter Mensch plötzlich nicht mehr da ist. Allerdings wird all dies erträglicher, wenn der Tod und die Trauer nicht tabuisiert und ihnen stattdessen ein Platz im Alltag eingeräumt wird.

Kindern den Tod erklären – Aber wie?!

Eine Möglichkeit haben wir ja bereits angedeutet. Allerheiligen und Allerseelen eignen sich sehr gut, um mit den Kleinsten einen Friedhof zu besuchen. Selbst dann, wenn ihr dort keinen Verstorbenen besucht, den ihr persönlich gekannt habt. Die Gräber sind dann durch zahlreiche Kerzen hell erleuchtet und meist aufwendig hergerichtet. Das ist ein guter Zeitpunkt, einem Kind die (mögliche) Angst vor diesem Ort zu nehmen und ihm auch den nötigen Respekt mit auf den Weg zu geben. Nutzt die Stimmung, schaut euch die Gräber an und erzählt vielleicht von einer verstorbenen Person, die ihr sehr gern hattet. Vielleicht musste euer Kind bereits einen Verlust miterleben? Und auch wenn es sich dabei ‘nur’ um ein Haustier gehandelt hat: Lasst eure Kleinsten erzählen und hört ihnen zu. 🙂

Befindet sich eine Person in eurem engsten Familien- oder Bekanntenkreis im Sterben, verschweigt das Thema und den Gesundheitszustand nicht vor euren Kindern. Lasst sie je nach Alter teilhaben und falls sie es wünschen, sich von der Person persönlich verabschieden. Ihr müsst ihnen nicht sagen, dass es wahrscheinlich der letzte Besuch sein wird und steht ihnen für alle Fragen und Gedanken, die sie in dieser schweren Zeit haben, zur Seite.

Denkt euch eine eigene Geschichte aus, schaut euch im Internet um oder besucht einen Buchladen und erkundigt euch nach Vorlesebüchern, in denen der Tod thematisiert wird. Es gibt viele lesenswerte Bilderbücher, die sich ‘positiv’ damit befassen und Kindern über bunte Illustrationen und unterhaltsame Geschichten diesen traurigen Themen annehmen. Eines davon wollen wir euch ganz besonders ans Herz legen.

Sich vom eigenen Kind, dem Geschwisterchen oder einem Elternteil verabschieden zu müssen, stellt alle Hinterbliebenen auf eine große Probe.

Engelchens Besuch” wurde von der zweifachen Mutter Sabrina Loyal verfasst. Das Buch dient Eltern als hilfreiche Geschichte, um den Kleinsten den Verlust eines geliebten Menschen verständlich zu machen und zu erleichtern. Zudem ist es auch für Eltern ein motivierender Trostspender, wenn sie sich bereits selbst vom eigenen Kind oder dem Lebenspartner verabschieden mussten.

Worum geht’s?

Nachdem sich Sabrina bereits selbst von ihrem ungeborenen Kind verabschieden musste, entstand eine Geschichte, in der auch ihre damals drei und vier Jahre alten Söhne eine große Rolle spielen. Für ihre drei kleinen Engel schafft die Mutter etwas Unbeschreibliches. Für ihr drittes Engelchen steigt sie bis in den Himmel und kehrt wieder zurück, weil sie weiß, dass sie noch gebraucht wird. Einfühlsam und liebevoll erzählt, erfahren hier kleine wie große Menschen, dass nicht jedes Engelchen für die Erde bestimmt ist

Falls ihr noch mehr zu den Hintergründen erfahren wollt, empfehlen wir euch dieses Interview.

Wie denkt die Autorin über den Tod?

“Der Tod ist wie eine Geburt, schmerzvoll und erleichternd zugleich. Die Körper trennen sich, aber die Seelen bleiben für immer verbunden.” 

Ihr würdet Sabrina gerne in euren Kindergarten, eure Schule, einen Verein oder in eine palliative Einrichtung zu einer Lesung einladen? Dann zögert nicht! Die Kontaktdaten findet ihr ganz am Ende ihrer Webseite.

Wenn ihr euch von eurem Sternenkind verabschieden musstet, empfehlen wir euch noch mal diesen Beitrag. Ihr benötigt zum Beispiel nach einer Fehlgeburt oder nach einem Schwangerschaftsabbruch Hilfe? Das Netzwerk Hope’s Angel steht euch unterstützend zur Seite.

Titelbild: © ulkas

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

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