Erfolgreich

Schulkosten: Lernen fürs Leben oder fürs Portemonnaie?

Kosten für eine Schullaufbahn
Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

In welchem Bundesland ist Bildung am teuersten?

Bildung ist eine Frage des sozialen, vor allem aber des finanziellen Hintergrundes. Zu diesem Fazit kam bereits die erste PISA-Studie (2000), die zwar in erster Linie über die gesamteuropäischen Unterschiede Aufschlüsse geben sollte, hierzulande jedoch vielmehr die Differenzen auf der Bundesebene in den Vordergrund rückte. Ob Bayern, Berlin oder Bremen – das Leben an und in deutschen Schulen variiert je nach Bundesland enorm. Und das gilt nicht nur fürs Zeugnis, sondern auch für euer Portemonnaie, denn die anfallenden Schulkosten können schnell zur Belastung werden. 


Vergleichen schwer gemacht

Eines vorweg: Die durchschnittlichen Kosten, die ihr als Eltern für eine reguläre Schullaufbahn stemmen müsst, fallen mit rund 20.700 Euro keineswegs so gering aus, wie es Wahlkampfslogans und Parteiprogramme offerieren. “Bildung für Alle” klingt bei dieser Summe nahezu utopisch. Besonders bitter: Die errechnete Summe bezieht sich lediglich auf den deutschlandweiten Durchschnitt – auf Bundesebene herrschen allerdings horrende Unterschiede, die den Wohnort für Großfamilien zu einem entscheidenden Faktor in der Haushaltskasse machen. Während die allgemeinen Kosten für eine Schullaufbahn in Mecklenburg-Vorpommern bei 14.896 Euro liegen, werden für die angeblich gleichwertige Ausbildung in Niedersachsen satte 27.335 Euro fällig! Der Grund ist schnell gefunden, denn es ist eben nicht die Bundesregierung, die die Schulpolitik bestimmt: Jedes Land, ja sogar jede Kommune und seit Kurzem sogar jede Schule, kocht ihr eigenes ABC-Süppchen. Das Abitur nach 12 oder 13 Jahren stellt hier lediglich die Spitze des Eisbergs dar.

Löwenanteil Nachmittagsbetreuung

Die Auswirkungen der teilweise kommunalen Entscheidungsfreiheit in Sachen Bildungspolitik macht die Nachmittagsbetreuung gut deutlich: In Berlin etwa sind bereits 80 Prozent der Schulen auf das Ganztagsformat umgestiegen. Dort werden die Kinder bis 16.00 Uhr betreut – inklusive Verpflegung. Die Kosten hierfür betragen im Schnitt 7.900 Euro und stellen somit den Löwenanteil dar. Schickt ihr euer Kind auf eine Halbtagsschule, entfallen diese Kosten: Wer auf Oma, Opa, Tante, Onkel und Freunde zählen oder sich selbst um die Betreuung des Schützlings kümmern kann, spart einige Euros. Doch auch, wenn ihr zur Kasse gebeten werdet, könnt ihr steuertechnisch auf der “Gewinnerseite” stehen: Bis zu 4.000 Euro lassen sich für jeden Schulbesucher von der Steuer absetzen. Außerdem solltet ihr feste Wochentage für die Betreuung durch Verwandte einplanen, denn per eigens erstelltem Betreuungsvertrag könnt ihr nochmals ein paar Hundert Euro von Vater Staat zurückfordern. Das hat auch den Vorteil, dass ihr den Speiseplan selbst bestimmen könnt. Zwar bieten manche Schulkantinen durchaus preiswertes Essen an, doch Vitamine & Co. kommen bei der staatlichen Rund-um-die-Uhr-Schülerverpflegung häufig zu kurz. Wenn ihr genügend Zeit habt, könnte auch die Selfmade-Lunchbox eine gewinnbringende Alternative sein – sowohl in finanzieller als auch in nährwerttechnischer Hinsicht.

Kleinvieh macht auch Mist

Neben dem großen Batzen für die Betreuung kommen selbstverständlich noch weitere Posten auf euch zu: An der Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs führt zum Beispiel für die meisten Stadt- und Landschüler selten ein Weg vorbei. Das bedeutet nochmals einen Kostenfaktor, der bei rund 3.600 Euro liegt! Abos und Einzeltickets werden allerdings ebenfalls je nach Bundesland unterschiedlich abgerechnet: Wohnortbedingt drohen große Ausbrüche – in beide Richtungen! Während in Rheinland-Pfalz beispielsweise satte 6.100 Euro für Bus und Bahn anfallen, sind es in Brandenburg gerade einmal 1.500 Euro! Und es geht noch weiter: Mittlerweile dürfen die Bundesländer sogar beim Schulbuchkauf mitreden! In Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen etwa herrscht die sogenannte Lehrmittelfreiheit, wohingegen im Saarland eine Kaufpflicht gilt. Hier lohnt sich ein Blick auf beziehungsweise in Bücherbörsen. Doch auch schulintern gibt es häufig gebrauchte, aber auch neuwertige Bücher weit unter dem Listenpreis zu haben. Zu guter Letzt dürfen natürlich auch nicht die sonstigen Materialien, angefangen vom Bleistift über die Federmappe bis hin zum Schulranzen vergessen werden. Hier gilt grundsätzlich: Statt im Schreibwarengeschäft solltet ihr auch mal durch Discounter oder Internetshops stöbern. Die trumpfen nämlich nicht nur saisonbedingt immer wieder mit großen Schnäppchen auf.

Titelbild: © detailblick-foto

Über den Autor

Redaktion ma-gazin

Redaktion ma-gazin

Hinterlasse ein Kommentar