Gesund

Probleme beim Stillen

Probleme beim Stillen
Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Stillen ist das Natürlichste auf der Welt – und dennoch gibt es viele Mamas und Babys, die Probleme mit der Milchaufnahme bzw. -abgabe haben. Hier lest ihr mögliche Ursachen und einige Tipps, die euch dabei helfen können, das Stillen wieder zu vereinfachen. Um euch gleich zu beruhigen: Einige Probleme beim Stillen lassen sich mit ein wenig Geduld und Übung aus der Welt schaffen.


Einer der ersten Reflexe eures Babys ist das Suchen nach eurer Brust, nachdem es sich von den Anstrengungen der Geburt erholt hat. Und das ist selbstverständlich, denn Muttermilch enthält alle Vitamine, Mineralstoffe und Antikörper, die ein kleiner Säugling zum Wachsen und Starkwerden braucht.

Probleme beim Stillen:

Stillen – natürlich

Aber nicht jede Stillbeziehung ist entspannt und komplikationslos. Oft ist es so, dass vor allem junge Mütter sich von anderen hineinreden und dadurch verunsichern lassen. Dabei wäre es am besten, einfach auf sich selbst und sein Baby zu hören. Denn Stillen ist keine Kopf-, sondern eine Bauchsache. Vorweg ist es am wichtigsten, dass ihr für euch und euren Schatz einen ruhigen und gemütlichen Platz aussucht, an dem keiner abgelenkt wird und ihr euch aufeinander einlassen könnt – ganz ohne Stress und Beobachtung.

Weil es einige Probleme beim Stillen geben kann, haben wir die häufigsten herausgesucht und wollen euch in mehreren Teilen einen Überblick verschaffen, wie man am besten mit ihnen umgeht. Heute geht es um Probleme beim Milchgeben allgemein.

Zu viel Milch

Vor allem in den ersten Tagen oder auch Wochen kann es sein, dass eure Brüste zu viel Milch produzieren. Das liegt daran, dass in der Zeit nach der Geburt die Milchbildung hormonell gesteuert wird und sich erst im Laufe der Zeit an die Bedürfnisse eures Babys anpasst. Allerdings raten wir davon ab, überschüssige Milch abzupumpen. Denn dadurch wird die Milchbildung nur weiter angeregt und das Milchvolumen nimmt nicht ab, sondern zu. Besser wäre es, wenn ihr euren Schatz nur an einer Seite pro Mahlzeit anlegt, so kann die Stimulation zur Milchproduktion verringert werden. Falls euer Baby innerhalb einer Stunde noch einmal trinken möchte, dann solltet ihr bei der gleichen Brustseite bleiben, auf diese Weise kann eure Brust ausreichend geleert werden und euer Baby bekommt auf die gehaltvolle „Hintermilch“ zu trinken. Auch kalte Wickel und Salbeitee helfen. Wenn ihr trotzdem auf Dauer zu viel Milch produziert, hilft leider nur Abpumpen.

Zu wenig Milch

Wie eben schon gesagt, produziert euer Körper eigentlich genau die Menge Milch, die euer Kleines benötigt. Wenn es allerdings gerade einen Wachstumsschub durchmacht, kann es ganz schnell mal sein, dass es ein bisschen dauert, bis euer Körper genügend Milch produziert. Helfend bei der Milchbildung sind so genannte Stilltees oder auch selbst zusammengestellte Tees mit Anis, Fenchel und Kümmel. Aber auch allgemein solltet ihr etwas mehr trinken (es aber nicht übertreiben) und euer Baby oft anlegen, bis beide Brüste leer getrunken sind. Das stimuliert die Milchproduktion. Nach ein paar Tagen intensiven Stillens sollte alles wieder ganz normal laufen.

Milchstau und Brustentzündung

Ein weiterer Grund, der häufig Probleme beim Stillen verursacht: Nicht selten kommt es in den ersten Monaten nach der Geburt zu einem Milchstau. Wie der Name schon sagt, staut sich die Milch dabei in den Milchgängen. Die Brust spannt, schmerzt und kann auch gerötet sein. Nicht immer ist dabei zu viel Milch oder zu wenig Trinken eures Babys die Ursache (wenn es beispielsweise nachts länger durchschläft), auch ein zu enger BH kann schuld sein. Allerdings spielen in den meisten Fällen auch Stress und seelische Probleme mit hinein, wenn es zu einem Milchstau kommt. Deswegen lautet die erste Gegenmaßnahme: Ruhe.

Ihr solltet in so einem Fall den Haushalt einfach mal Haushalt sein lassen (klingt leichter gesagt als getan, aber es geht auch schließlich um eure Gesundheit). Wichtig ist, dass ihr euren Sprössling so oft anlegt, wie es geht, denn je mehr er trinkt, desto mehr kann sich eure Brust wieder entspannen. Platziert euer Baby dabei so, dass sein Unterkiefer in Richtung der verhärteten oder schmerzenden Stelle zeigt. Vor dem Stillen wärmt ihr eure Brust am besten mit einem feuchtwarmen Waschlappen an und kühlt sie danach mit einem ordentlichen Quarkwickel. Wenn das nicht hilft und die Milch nicht genügend abfließen kann, kommt es möglicherweise zu einer erhöhten Bakterienkonzentration, was zu Fieber und einer Brustentzündung führen kann.

In einem anderen Beitrag haben wir alles zum Thema Brustentzündung und deren Behandlung beschrieben, schaut doch mal vorbei.

Seid also nicht zu unvorsichtig und fragt eure Hebamme oder euren Frauenarzt um Hilfe, wenn die Probleme länger als 24 Stunden anhalten. Denn eine Brustentzündung kann schnell gefährlich werden.

Wunde Brustwarzen

Natürlich müssen sich eure Brustwarzen erst einmal an die regelmäßige starke Beanspruchung gewöhnen, deswegen ist es in den ersten Tagen und Wochen ganz normal, dass sie etwas empfindlich und gereizt sind und euch Probleme beim Stillen bereiten können. Wenn sich das aber nach ein paar Wochen nicht legt, sie immer noch wund sind und ihr Schmerzen habt, dann liegt das höchstwahrscheinlich daran, dass euer Baby beim Trinken nicht richtig “andockt”. Achtet darauf, ob ihr ein Schmatzen während des Stillens hören könnt, denn das bedeutet, dass Luft zwischen der Brustwarze und dem Mund eures Baby ist. Grund dafür kann eine unpraktische Stillposition sein, oder, dass euer Baby mit seinem Mund zu wenig von dem Warzenhof erfasst. Hier hilft ein kleiner Trick: Kitzelt mit eurer Brustwarze euren Sprössling an der Unterlippe – das löst einen Reflex aus, wodurch er den Mund ganz weit öffnet.

Versucht in dem Falle einfach eine entspanntere Position für euch beide zu finden und legt euch vor dem Stillen warme Wickel auf die Brust. Das erweitert die Milchgänge und euer Baby braucht nicht so stark zu saugen. Gegen die Reizung selbst helfen ein paar Tropfen Muttermilch nach dem Stillen (das fördert den Heilungsprozess) und das Eincremen mit wollwachshaltigen Salben. Diese bekommt ihr in der Apotheke.

Im nächsten Teil über Stillprobleme sagen wir euch, was zu tun ist, wenn euer Baby die Brust verweigert oder nur auf einer Seite trinken will, es beim Stillen einschläft, weint oder spuckt.

 

Titelbild: © Kzenon – Fotolia.com

Über den Autor

Redaktion ma-gazin

Redaktion ma-gazin

1 Kommentar

  • Bei wunden Brustwarzen habe ich bei vier Kindern und bis jetzt 72 Stillmonaten folgende gute Erfahrung gemacht: Mit MuMi betupfen und dann lufttrocknen lassen. Das geht natürlich nicht bei Kleidung. Ohne Kleidung geht’s aber auch schlecht. Deshalb: Erste Hilfe: Ein Teesieb oder eine Dessertschale in den BH klemmen, damit die Haut luftig bleibt und nicht an der Klamotte klebt. In der Apo gibt’s Schützer von Medela. Die sind mit Lüftungslöchern und nahezu unsichtbar im Still-BH. Auch Wollwachs (Lanolin) hilft prima. Und auch wenn’s beim Anlegen noch so wehtut, ich weiß, wovon ich schreibe!, immer wieder anlegen!

Hinterlasse ein Kommentar