Verliebt

Plötzlich dreisam!

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht…ja ja! Aber was soll man denn machen? Gegen dieses leere Gefühl im Magen, das sehr schnell von einer unbeschreiblichen, inneren Hitze abgelöst wird, während man merkt, dass einem langsam die Gesichtszüge entgleisen. Unter Umständen und in Maßen ist Eifersucht für das Gegenüber recht schmeichelhaft, weil er sich begehrt fühlen darf. Für den Eifersüchtigen ist es jedoch immer ein Kampf, besonders wenn der Unmut jemanden trifft, der eigentlich mit Liebe überschüttet werden sollte, wie z.B. das eigene Kind.

Wenn man auf einmal nicht mehr gemütlich zweisam, sondern aufregend dreisam unterwegs ist, dann kann nicht nur bei der frischgebackenen Mama der gefürchtete Baby-Blues eintreten. Die sogenannte Wochenbettdepression ereilt mitunter auch die jungen Väter: Zukunftsangst, Unruhe, Antriebslosigkeit und das Gefühl der Überflüssigkeit sind nur einige der Anzeichen für depressive Verstimmungen. Letzteres kann sogar zu einer handfesten Eifersucht auf den eigenen Nachwuchs führen, wenn man das Gefühl nicht ernst nimmt und es versucht zu verdrängen.

Die Gefühle und Zweifel, die den Mann plagen, sind mehr als nachvollziehbar. Während für die Frau nach der Geburt eine Art neues Leben beginnt, in der es tagsüber nur sie und das Baby gibt, wird der Mann weiterhin seinem Job nachgehen und somit erst einmal ausgeklammert. Oft reagiert er mit Eifersucht auf die besondere Beziehung zwischen Mutter und Kind, da ihm bewusst wird, dass die Partnerschaft keine absolute Priorität mehr genießen kann. Die traute Zweisamkeit ist vorbei. Die anfängliche Vorfreude und der Tatendrang während des Nestbaus weichen schnell der Frustration, wenn man sich eingestehen muss, dass man bei einigen wirklich essentiellen Dingen anfangs nicht wirklich behilflich sein kann oder sich vielleicht nicht traut.

Es findet eine Umverteilung der Zärtlichkeit und der Aufmerksamkeit statt, an die der Mann sich gewöhnen muss. Nicht selten kann es vorkommen, dass er sich insgeheim die Frau vor der Mutter zurückwünscht. Zwei Reaktionen sind in dieser Situation „typisch männlich“, wie der Psychoanalytiker Hans-Geert Metzger gegenüber der schweizerischen Familienzeitschrift „Wir Eltern“ sagt: Entweder beginnt der Vater in Konkurrenz mit seinem Kind zu treten oder er flüchtet sich in andere Aufgaben, wie z.B. den Job, um eine Sicherheitsdistanz herzustellen. Vielleicht mit den Worten: „Irgendjemand muss ja die Brötchen verdienen“, und in der Hoffnung, dass sich das Gefühl der Unzulänglichkeit legen wird, wenn das Kind älter ist und man(n) „mehr damit anfangen“ kann.

Das Beste ist jedoch, dass man es gar nicht erst soweit kommen lässt, denn natürlich sollten die jungen Väter so schnell wie möglich eine ebenso feste Bindung zu ihrem Baby aufbauen wie die Mütter. Und auch die Distanz zur Partnerin, die aus einem Rückzug des Mannes resultieren könnte, könnte wohlmöglich die Beziehung scheitern lassen, denn, und das ist das Ergebnis mehrerer Studien, wie der Mann auf die neue Belastung der Frau nach der Geburt reagiert, beeinflusst in vielen Fällen den weiteren Verlauf der Partnerschaft.

Deshalb: Karten auf den Tisch und keine Angst! Die Frau bedrückt es viel mehr, wenn sie merkt, dass etwas zwischen ihr, ihrem Mann und ihrem Kind steht. Sucht das Gespräch und klärt sie über eure Gefühle auf – ohne Scheu davor, dass eure Probleme sie zu sehr belasten könnten. Ignoriert oder unterdrückt ihr stattdessen eure Eifersucht, kann es passieren, dass sich eure gereizte Stimmung bei eurer neuen, kleinen Familie entlädt oder dass ihr euch immer weiter von ihr entfernt. In schweren Fällen ist es womöglich sinnvoll, die Probleme bei einem professionellen Therapeuten oder in einer Selbsthilfegruppe aufzuarbeiten. Und das ist alles andere als ein Zeichen von Schwäche, sondern zeigt, dass ihr das Problem angehen und lösen wollt.

Laut des Onlineportals der Zeitschrift „Eltern“ ist es jedoch wichtig, dass Papa Nähe und vor allem Hautkontakt zu seinem Kind sucht. Sollte es sich bei Mami nicht um eine Super-Glucke handeln, sollte sich der Mann Aufgaben wie Baden, Windeln wechseln, Anziehen, ins Bett bringen und natürlich Spielen und Schmusen so oft wie eben möglich unter den Nagel reißen. Und wenn die stillende Mutter abgepumpt hat, kann der Vater auch das Füttern übernehmen. Unabhängig von der Partnerin kann auf diese Weise die Beziehung zum Kind vertieft und die Eifersuchtsgefühle nach und nach verdrängt werden. Außerdem kann sich Mama so auch einmal eine kleine Pause gönnen.

Titelbild: © Wladimir Wetzel – Fotolia.com

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