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Nahrungsergänzungsmittel für Kinder: Angst vor Vitaminmangel

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Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Aktuelle Tests ergaben, dass Nahrungsergänzungsmittel für Kinder in der Regel überflüssig sind.

Gesundheitsbewusste Eltern geben in Deutschland jährlich 30 Millionen Euro für Nahrungsergänzungsmittel aus, die sie ihren Kindern verabreichen. Die sollen die Abwehrkräfte stärken oder Schulstress abwehren. Aber Achtung: Bevor ihr die bunten Pillen überdosiert, solltet ihr euch Alternativen überlegen. Denn aktuelle Testergebnisse kamen zu dem Resultat, dass Nahrungsergänzungsmittel für Kinder in der Regel überflüssig sind.

Die Schuldgefühlfalle schnappt zu

Glauben wir, es mit der gesunden Ernährung unserer Kinder nicht so genau genommen zu haben, stellt sich schnell das schlechte Gewissen ein. Das Damoklesschwert der Mangelernährung mit ihren unschönen Folgen schwebt über uns. Jetzt zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen, scheint die ideale Lösung. Sicher helfen Vitamintabletten vielen Erwachsenen in der Rekonvaleszenz oder sind bei älteren Menschen sinnvoll, doch bei Kindern sind sie fast immer überflüssig. Gegenüber den Werbeversprechen der Industrie standhaft zu bleiben, ist gar nicht so leicht. Denn die appellieren an unsere verborgenen Gefühle und das schlechte Gewissen. Was, wenn mein Kind jetzt doch krank wird? Bin ich eine schlechte Mutter oder ein schlechter Vater, weil ich nicht auf eine ausgewogene Vitaminzufuhr geachtet habe? Selbst wenn Studien als Verkaufsargument angegeben werden, solltet ihr euch nicht täuschen lassen. Meist war die Zahl der Probanden viel zu gering, um verlässliche Aussagen zu treffen.

Omega 3-Fettsäuren gegen ADHS?

Gerne beworben aber umstritten ist die Gabe von Omega-3-Fettsäuren bei Kindern. Zweifellos haben ungesättigte Fettsäuren große Bedeutung in der gesunden Ernährung und sollten Bestandteil eines abwechslungsreichen Speiseplans sein, dennoch sind sie nicht als Medikamente tauglich. Manche Werbeslogans mit Gesundheitsversprechen (Health Claims) sind schlicht und ergreifend nicht mehr erlaubt. Dass Omega-3-Fettsäuren Lernvermögen und Konzentrationsfähigkeit von Kindern steigern, ist eine dieser unzulässigen Aussagen, prangt aber auf vielen Verpackungen.

Die Lebensmittelindustrie ist längst dazu übergegangen, etliche Produkte wie Säfte oder Cornflakes mit Mineralien und Vitaminen anzureichern, frei nach dem Motto: “Viel hilft viel“. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade Kupfer, Zink, Mangan und Eisen sollten Kinder nicht zusätzlich erhalten, denn es besteht die Gefahr der Überdosierung. Ob Vitamine, Mineralstoffe oder ungesättigte Fettsäuren, es ist immer besser, den Bedarf über natürliche Lebensmittel zu decken. Wenn ihr euch mit frischer, abwechslungsreicher Kost ernährt, braucht niemand in eurer Familie Mineral- oder Vitaminmangel befürchten.

Damit ihr ganz genau wisst, in welchen Lebensmitteln welche Vitamine versteckt sind, hilft euch unser VIM-Bereich. Loggt euch einmalig ein und druckt euch unter anderem die Liste der Powervitamine aus.

Titelbild: pat_hastings – Fotolia.com

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