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Nabelpflege beim Säugling

Nabelpflege beim Säugling
Saskia
Geschrieben von Saskia

Offene oder geschlossene Variante?

Mit der Geburt beginnt auch schon der größte Abnabelungsprozess zwischen Mama und Kind: Die Nabelschnur, die euer Baby in den letzten neun Monaten mit lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt hat, wird durchtrennt. Der Nabel des Neugeborenen wird darauf abgeklemmt oder abgebunden. Dies verhindert eine mögliche Nachblutung. Und wie geht ihr nun mit diesem noch nicht verheilten Körperteil eures Würmchens um?


Schließlich ist der Nabel eures Babys eine frische Wunde, mit der ihr sorgsam umgehen und diese beobachten sowie reinigen müsst. Dann dauert es zwischen zwei und 14 Tage, bis der restliche Nabelschnurstummel von alleine abfällt.

Nabelpflege beim Säugling

Bis der Nabelstummel abfällt, solltet ihr den Nabel eures Babys wie folgt pflegen:

1. Um wunde Stellen und Entzündungen gar nicht erst entstehen zu lassen, achtet darauf, dass der Nabel immer trocken ist und so viel Sauerstoff wie möglich daran kommt (‚offene‘ Variante). Je nachdem womit eure Hebamme bessere Erfahrungen gemacht hat, empfiehlt sie euch aber vielleicht auch, den Nabel mit einer Kompresse oder Nabelbinde trocken zu halten (‚geschlossene‘ Variante). Entscheidet einfach gemeinsam, welche Vorgehensweise für euch und euren Wurm die angenehmere ist.

2. Für die Reinigung sollten eure Hände vollkommen sauber sein. Im besten Fall verwendet ihr eine 0,9 prozentige Kochsalzlösung (gleicht dem Salzgehalt im Blut) und tränkt zum Beispiel ein Wattestäbchen darin, um damit die Nabelgegend zu reinigen. Während der Heildauer ist darauf zu achten, dass mögliches Wundsekret (kann auch noch nach dem Abfallen des Nabelschnurrestes auftreten) regelmäßig und ganz vorsichtig entfernt wird. Da die Nabelschnur keine Nerven enthält, wird euer Baby zwar keine Schmerzen, aber vielleicht dennoch ein unangenehmes Gefühl verspüren.

3. Um unnötige Reizungen am Nabel zu verhindern, schlagt den vorderen Teil der Windel immer um und achtet darauf, dass euer Wurm und ihr die Wunde so wenig wie möglich berührt. Außerdem solltet ihr darauf achten, Urin und Kot vom Nabel fernzuhalten. Bis die Wunde vollständig verheilt ist, kontrolliert die Windel also lieber einmal zu viel als zu wenig.

Reinigung nachdem der Nabelstummel abgefallen ist

1. Vor allem in den ersten Wochen nachdem der Nabelstummel abgefallen ist, solltet ihr den Nabel sehr sensibel behandeln und weiterhin ganz vorsichtig reinigen und trocken halten.

2. In den ersten zwei Lebenswochen müsst ihr euer Baby noch nicht baden. Ihr könnt damit also auf jeden Fall warten, bis der Nabelstummel abgefallen ist. Ist es dann so weit, könnt ihr die übrige Feuchtigkeit, die sich um den Nabel gebildet hat, wie folgt entfernen: Zieht den Nabel ganz vorsichtig auseinander und tupft die Partie mit einem sehr weichen und sauberen Handtuch ab. Wartet zudem ein wenig, bis ihr euren Wurm anzieht. An der Luft trocknet der Nabel einfach besser als unter der Kleidung.

3. Achtet weiterhin darauf, dass ihr die Windel umschlagt, die Kleidung nicht unnötig reibt und haltet Urin und Kot weiterhin fern vom Nabel. Genauso gilt noch immer: Fingerchen weg vom Bauchnabel. Während des Heilungsprozesses und kurz danach kann es immer noch schnell zu Reizungen und Entzündungen kommen.

Wann solltet ihr zum Arzt?

Da ihr euch meist gemeinsam mit eurer Hebamme um die Nabelpflege kümmert, wird sie euch auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Von daher müsst ihr nicht befürchten, eine Entzündung (Rötung um den Nabel und/oder eitriges Wundsekret, eventuelles Fieber) oder einen Nabelbruch (vorgewölbter Nabel) nicht rechtzeitig festzustellen und solltet in beiden Fällen den Kinderarzt hinzuziehen.  Einen Arzt solltet ihr außerdem aufsuchen, wenn sich ein sogenanntes Nabelgranulom (knotenartige Gewebeneubildungen aufgrund einer Entzündung) entwickelt hat. Zwar reicht meist die Hilfe der Hebamme, die bei der Behandlung häufig auf homöopathische Mittel zurückgreift, aber eine Abklärung durch den Kinderarzt schadet trotzdem nicht. Will das Granulom nicht verschwinden, ist eine ärztliche Behandlung unumgänglich.

Titelbild: ©  Elena Stepanova

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

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