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Mönchspfeffer – Das Fruchtbarkeits-Wundermittel?

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Vitex agnus castus oder auch Keuschlamm sind nur zwei, sehr abstruse Namen eines beliebten homöopathischen Arzneimittels. Gemeint ist der so genannte Mönchspfeffer. Klingt nicht weniger abstrus? Ihr habt Recht. Trotz der etwas esoterisch und mystisch anmutenden Bezeichnung, gilt das Mönchskraut als vielseitiges und vor allem natürliches Heilmittel in der Gynäkologie. Es wird u.a. zur Behandlung des prämenstruellen Syndroms (PMS) und bei Störungen des Zyklus verwendet. Und auch wenn die gewünschte Schwangerschaft auf sich warten lässt, soll das Zauberkraut eine beschleunigende Wirkung haben. Ist das nur ein weiterer Schwangerschaftsmythos?

Der Name Mönchspfeffer oder „Keusches Lamm“, wie Vitex agnus castus übersetzt heißt, kommt nicht von ungefähr. Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Südwestasien stammende Heilpflanze wird eine lusthemmende Wirkung nachgesagt und wurde den Mönchen und Nonnen in den Klöstern als Gewürz ins Essen gemischt, damit ihnen das zölibatäre Leben leichter fiel. Heute kommen die scharf schmeckenden Früchte in anderen Bereichen zum Einsatz. Mönchspfeffer kann sich tatsächlich positiv auf euren Hormonhaushalt auswirken und helfen diesen in Gleichgewicht zu bringen. Und ein gleichmäßiger Hormonhaushalt und ein regelmäßiger Zyklus begünstigen eine gewünschte Schwangerschaft.

Stress, PMS oder eine Schilddrüsenunterfunktion führen häufig zu erhöhten Prolaktinwerten, einer hormonellen Störung, die die Eireifung und den Eisprung massiv beeinträchtigen und so zu Zyklusverkürzungen führen kann. Dort setzt die Wirkung von Mönchspfeffer u.a. an: Er senkt die Ausschüttung des Hormons Prolaktin und kann helfen, den Zyklus zu regulieren. Durch zu hohe Prolaktinwerte kann außerdem die so genannte Gelbkörperschwäche auftreten. Progesteron, oder auch Gelbkörperhormon, sorgt für eine gute Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut. Bei unzureichender Vorbereitung, fällt es der Eizelle schwer sich einzunisten und im schlimmsten Fall kann es zu einem sehr frühen Abort des Embryos kommen. Bei der Gelbkörperschwäche setzt die Wirkung des Mönchspfeffers direkt an der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) an und stimuliert diese zur stärkeren Produktion des Progesterons.

Natürlich ist Mönchspfeffer, trotz der vielversprechenden und bestätigten Wirkung, kein Zaubermittel. Zwar kann es leichte bis mittlere Störungen des Hormonhaushaltes ausgleichen. Bei massiven Störungen des Zyklus muss jedoch, in Absprache mit dem Arzt, eine andere Art der Behandlung in Erwägung gezogen werden. Aufgrund der Prolaktinwert-senkenden Wirkung sollte Mönchspfeffer zudem nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit genommen werden. Und völlig nebenwirkungsfrei ist das natürliche Heilmittel leider auch nicht.

Hier die möglichen Begleiterscheinungen:

  • Juckreiz
  • Durchfall
  • Sexuelle Unlust
  • Verstärkung bereits bestehender psychischer Probleme, denn

tatsächlich kann Mönchspfeffer die Wirkung von psychisch wirksamen Medikamenten aus der Gruppe der Dopamin-Rezeptor-Antagonisten hemmen. Da aber diese Medikamente vor allem in Verbindung mit Parkinson-Erkrankungen verschrieben werden, sollte diese Einschränkung nur wenige Frauen betreffen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen, fragt ihr wie immer euren Arzt oder euren Apotheker. Denn in der Apotheke könnt ihr das Heilkraut auch, in Form von Kapseln, Filmtabletten oder Tropfen, rezeptfrei erstehen. Sprecht aber die geplante Selbstmedikation vorsichthalber doch mit eurem Arzt ab, da dieser euch bei bestimmten hormonabhängigen Krankheiten, wie beispielsweise Brustkrebs oder Endometriose, von einer Einnahme abraten wird. Auch sollten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vorher abgeklärt werden. Diesmal also kein Mythos, sondern ein mystisches Kraut, das anscheinend tatsächlich seine Wirkung zeigt.

Titelbild: ©panthermedia.net Peter Jobst


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