Gebloggt Tamaras Erziehungs-Blog

Mit Kleinkindern im Supermarkt – Nervenprobe deluxe

Geschrieben von Tamara Jungbauer

Heute durchleuchtet Tamara mit euch die Geduldsprobe, die euch blühen kann, wenn ihr eure Kids mit in den Supermarkt nehmt. Es ist nämlich gar nicht so einfach, cool zu bleiben, wenn der kleine Sohnemann den halben Laden zusammenschreit, weil er doch “einfach” nur diesen verflixten Schokoriegel haben will. Da stellt sich schnell die Frage: Nachgeben, oder hart bleiben?


 

Sicherlich kennst du diese Situation nur allzu gut:

Du stehst im Supermarkt an der Kasse. Hinter dir eine elendslange Schlange, dein Baby in der einen, die Einkäufe in der anderen Hand und dein Zweijähriger neben dir sieht plötzlich den Schokoriegel, der so einladend im Regal neben der Kasse liegt und darauf wartet, beachtet zu werden.

„Mamaaa… darf ich den Schokoriegel haben?!?“

Deine Körpertemperatur steigt um gefühlte drei Grad an und du wünschst insgeheim diese Menschen zum Teufel, die Gegenstände, welche wir unseren Kindern ungern kaufen möchten, genau auf deren Augenhöhe im Wartebereich an der Kasse platzieren. Nun heißt es also abwägen. Im Bruchteil einer Sekunde musst du dich entscheiden: kaufen oder nicht kaufen? Deinen kleinen Mann akut zufriedenstellen, obwohl dir der Schokoriegel gerade gar nicht in den Kram passt, oder einen Wutanfall seinerseits riskieren?

In vielen Fällen wird es einfach sinnvoll und notwendig sein, „Nein“ zu sagen. Wenn es etwa gleich Abendessen geben soll oder Junior schon ausreichend Süßigkeiten für einen Tag hatte. Du erklärst deinem Schatz also, dass er aus diesem oder jenem Grund den Schokoriegel jetzt nicht bekommt. Daraufhin beginnt er rumzuschreien und zu toben, wirft sich auf den Boden und brüllt mit blutrotem Kopf: „Ich will aber den Schoookoriiiiegel!!“ Der Herr hinter dir schüttelt den Kopf, die alte Frau daneben murmelt so etwas wie „Das hätte es früher nicht gegeben…“ und die Dame an der Kasse sieht dich mit prüfendem Blick an.

In dem Augenblick fällt dir ein, dass du die Nudeln fürs Abendessen vergessen hast und dein Kleinstes fängt nun auch noch an zu weinen. In solchen Momenten wünscht man sich ein Zeitloch, das einen verschluckt und an einen angenehmeren Ort befördert.

Doch auch, wenn derartige Situationen ohne Zweifel unangenehm und herausfordernd sind, ist es dennoch ratsam, Ruhe zu bewahren und sie möglichst gelassen durchzustehen. Du entscheidest dich klar für dein „Nein“, begründest es hinreichend und bleibst bei deiner Entscheidung. Dein Kind lässt du nicht allein mit seiner Wut, sondern bleibst in seiner Nähe und wartest geduldig, bis sein Gefühlsausbruch wieder abgeklungen ist. So lernt es einerseits, dass Schreien und Toben keine zielführende Verhaltensstrategie ist, um ein Ziel zu erreichen. Andererseits bekommt es die Rückmeldung: deine Wut wird akzeptiert und ändert nichts an meiner Zuwendung für dich.

Und eines ist sicher: irgendwann klingt jeder Wutanfall ab und zurück bleibt ein erschöpftes kleines Wesen, das von dir gehalten werden und spüren will:

Alles ist gut! 🙂

Titelbild: © BlueOrange Studio – Fotolia.com

Über den Autor

Tamara Jungbauer

Ich bin Mutter zweier Söhne, lebe in Wien und habe Erziehungswissenschaften studiert. Mit meinem Erziehungsblog "www.erziehungskiste.net", biete ich neben Infos rund um das Thema Kinder und Familie auch eine kostenlose E-Mail Beratung an. Meine Beiträge beinhalten Tipps und nützliche Informationen für Eltern und andere Interessierte und ich freue mich, nun auch den ma-gazin-Lesern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

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