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Meningokokken-Infektion: Große Gefahr für Säuglinge und Kinder!

Meningokokken-Infektion bei Kleinkindern
Saskia
Geschrieben von Saskia

Zu spät erkannt, kann sie tödlich enden.

Die Frage, ab welchem Alter man Kinder impfen lassen oder ob man sie überhaupt vor Viren, Bakterien und Co. schützen sollte, polarisiert. Impfgegner argumentieren mit möglichen Impfschäden, Nebenwirkungen und damit, dass dadurch auf die körpereigenen Abwehrkräfte kein Verlass mehr sei. Allerdings können diese Ängste in den meisten Fällen entkräftet werden und Impfungen Leben retten! Die bundesweite Kampagne “MENINGITIS BEWEGT.” klärt Eltern darüber auf, welchem Risiko Säuglinge und Kleinkinder ausgesetzt werden, wenn sie keinen Impfschutz gegen Meningokokken erhalten. Wird die bakterielle Infektion nicht innerhalb von 24 Stunden erkannt und behandelt, kann sie tödlich enden. 


Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektionen wie Husten, Niesen und Küssen übertragen. Im Jahr 2016 haben sich in Deutschland 338 Personen infiziert. Im Vergleich zum Jahr 2015 ist damit die Inzidenzrate um 18 Prozent gestiegen. Die Zahl ist gering, bedenkt man aber, dass jede Infektion tödlich verlaufen kann oder große gesundheitliche Schäden zurückbleiben können und Kinder zur größten Risikogruppe zählen, ist eine Impfung mehr als empfehlenswert.

Meningokokken-Infektionen verursachen:

  • Rund 70 Prozent der Betroffenen erkranken an einer Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis)
  • Über ein Drittel leiden unter einer bakteriellen Blutvergiftung (Meningokokken-Sepsis)
  • Rund acht Prozent der Fälle erkranken an einer Mischform

(Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

Eltern kaum informiert

Bei jedem zehnten Erwachsenen sind Meningokokken, die sich im Nasen- und Rachenraum ansiedeln, nachweisbar. Doch laut einer Umfrage des Arzneimittel- und Healthcare-Unternehmens GlaxoSmithKline (GSK) fühlen sich mehr als zwei Drittel der befragten Eltern (69 Prozent) über das Risiko einer Meningokokken-Infektion nicht ausreichend informiert. Zudem weiß jeder fünfte Befragte (21 Prozent) nicht, welche Symptome auf eine Meningokokken-Erkrankung hinweisen können.

Grippeähnliche Symptome

Durchschnittlich beträgt die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch einer Meningokokken-Erkrankung ungefähr drei bis vier Tage. Da die Symptome einer harmlosen Grippe ähneln, besteht das Risiko, dass eine Infektion zu spät erkannt wird und je kleiner euer Kind ist, umso schwerer könnt ihr natürlich seine Beschwerden deuten.

Folgende Symptome können auftreten:

Frühsymptome

Kopfschmerzen
Fieber
Benommenheit
Erbrechen
Muskel- und Gelenkschmerzen
Steifer Nacken

Spätsymptom

Hautausschlag (Punkte oder punktförmige Bläschen werden zu violetten Flecken)

Mögliche Folgeschäden?

Meningokokken-Sepsis

Wird die Erkrankung gar nicht oder zu spät erkannt, verläuft die Infektion im Falle einer Blutvergiftung meist tödlich oder es können daraus Spätfolgen wie Organschäden und/oder Amputationen resultieren.

Meningokokken-Meningitis

Zwar ist die Hirnhautentzündung besser behandelbar, jedoch beträgt die Mortalität bei Kindern immer noch ein bis drei Prozent. Bei rund jedem zehnten erkrankten Kind können unter anderem Lähmungen, Taubheit und Entwicklungsstörungen auftreten.

Schnell handeln!

Verweigert euer Kind plötzlich das Essen ist unruhig und/oder teilnahmslos und zeigt Symptome, die einer Grippe ähneln, solltet ihr es sofort in ein Krankenhaus bringen. Nur dort erhält es die notwendige Antibiotika-Therapie und wird, sofern es notwendig ist, intensiv-medizinisch betreut.

Wie könnt ihr eure Kleinen schützen?

Es gibt 12 verschiedene Meningokokkentypen (Serogruppen). A, B, C, W135 und Y kommen weltweit am häufigsten vor. In Deutschland und im gesamten europäischen Raum sind hauptsächlich Infektionen mit Bakterien der Serogruppe B und C vertreten. Die Gruppe B ist der Spitzenreiter, verläuft meist harmloser und hatte im Jahr 2016 in Deutschland eine Inzidenz von 58 Prozent (162 Fälle). Im Vergleich zu 2015 nahm die Zahl der Infektionen um 14 Prozent ab. Die Serogruppe C ist die gefährlichere. Hier betrug die Rate im Jahr 2016 innerhalb Deutschlands 21 Prozent (58 Fälle) und stieg im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent an. Gerade in den Wintermonaten und besonders im ersten Quartal eines Jahres ist die Infektionsgefahr am höchsten. Kinder unter fünf Jahren und speziell Kinder bis zum zweiten Lebensjahr sind am gefährdetsten. Hier lag die Inzidenz 2016 bei fünf bis sieben Erkrankungen pro 100.000 Einwohner.

Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) Impfungen gegen:

  • Meningokokken C für alle Kinder ab dem zwölften Lebensmonat.
  • Serogruppe B in folgenden Bundesländern: Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Brandenburg, Thüringen und Bayern
  • Plant ihr eine Fernreise, können Impfungen gegen weitere Serogruppen sinnvoll sein. Lasst euch diesbezüglich noch mal ganz spezifisch beraten.

Sofern ihr mit eurem behandelnden Kinderarzt noch nicht über eine Impfung gesprochen habt, holt es spätestens bei der nächsten U-Untersuchung nach oder macht gleich einen separaten Termin. Dieser wird euch auch über mögliche Impfreaktionen und Nebenwirkungen informieren, die, sofern sie überhaupt eintreten, kein Vergleich zu den möglichen Folgeschäden einer Meningokokken-Infektion sind.

Statistiken zu Infektionen in Deutschland und in den jeweiligen Bundesländern findet ihr im infektionsepidemologischen Jahrbuch des Robert Koch Instituts.

Titelbild: © wendyhayesrise

Über den Autor

Saskia

Saskia

Knapp über 30 und noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs dann irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ;)

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