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Die Zukunft ist jetzt: Eltern für mehr Qualität in Kitas

Redaktion ma-gazin
Geschrieben von Redaktion ma-gazin

Was kostet adäquate Kinderbetreuung?

Eltern wünschen sich für ihre Kinder eine bessere Versorgung in deutschen Kitas. Doch wären sie dafür bereit, mehr zu zahlen? Eine Studie von Infratest dimap und der Bertelsmann Stiftung hat 4.437 Eltern zu ihren Wünschen bezüglich der Kinderbetreuung gefragt. 84 Prozent dieser Gruppe wünschen sich mehrere Kita-Anbieter in ihrer Nähe. Denn gerade für Kinder unter drei Jahren gibt es laut Eltern zu wenige Kita-Plätze, was vielen den Wiedereinstieg in den Beruf erschwert.


Auch das Thema Bildung beschäftigt die Mütter und Väter. Denn oft kommen auf eine Betreuungsperson mehr Kinder als vorgesehen. „Eltern möchten für ihre Kinder überall die gleichen guten Bildungschancen, unabhängig vom Wohnort“, sagt Stiftungsvorstand Jörg Dräger in einer offiziellen Pressemeldung. Je geringer die Betreuung, desto weniger Chance auf Bildung.

Regeln für die Personalausstattung

Gerade die östlichen Bundesländer sind von diesem Phänomen betroffen, hier ist die Personalausstattung laut Studie meist nicht halb so gut, wie es erforderlich wäre. Ideal wäre laut Bertelsmann Stiftung eine Erzieherin für maximal 7,5 Kinder in einem Alter ab drei Jahren oder eine Erziehungsperson für höchstens drei Kinder bis zwei Jahre. 86 Prozent der Eltern wünschen sich eine Regelung dieser Art für die gesamte Bundesrepublik.

Die Umsetzung solcher Regelungen wird Kosten verursachen. Rund ein Drittel der Eltern in Ost- und Westdeutschland empfinden diese Zusatzkosten als zu hoch, berichtet die Studie. Schon jetzt fühlen sich viele durch die Zahlungen für Bastelmaterialien oder Hygieneartikel finanziell belastet.

Weg mit den Gebühren

Eine generelle Gebührenfreiheit für deutsche Kitas würden sich nicht nur die Eltern wünschen, auch Jörg Dräger spricht sich für dieses Konzept aus. Bisher ist dies jedoch nicht umsetzbar, deshalb ist in puncto aktuellem Qualitätsausbau „auf die finanzielle Beteiligung der Eltern nur schwer zu verzichten“, so der Stiftungsvorstand.

Bisher müssen nur die Eltern keine Kosten für die Kinderbetreuung zahlen, wenn ihnen aufgrund ihres Einkommens die Kosten nicht zugemutet werden können. In diesen Fällen übernimmt meist das Jugendamt die fälligen Beträge. Insgesamt zahlen 19 Prozent der Befragten derzeit keinen Elternbeitrag, 26 Prozent von ihnen genau aus oben genanntem Grund. Der Rest gibt als Begründung eine allgemeine Beitragsfreiheit durch die Stadt oder Gemeinde oder eine Beitragsfreiheit für Geschwisterkinder an.

Betreuungskosten häufiger thematisieren

Jedes Kind hat das Recht auf eine glückliche Kindheit und die sollte unabhängig von Einkommen und Wohnort der Eltern sein. Gerade die Betreuungskosten schrecken viele Paare ab, sodass es nach wie vor immer ein langes Abwägen bedeutet, ob man sich heute ein Kind leisten will. Auch wenn laut Statistischem Bundesamt 2015 so viele Kinder geboren wurden, wie zuletzt vor 33 Jahren, beträgt in Deutschland der Anteil von Menschen, die älter als 65 Jahre sind, 21 Prozent. Der Faktor Geld sollte nicht der erste Entscheidungspunkt für oder gegen ein neues Leben sein, weswegen gerade bei den Betreuungskosten eine Veränderung stattfinden muss.

Titelbild: © highwaystarz

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