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BLIKK Medienstudie: Smartphones schaden der kindlichen Entwicklung!

Smartphones schaden der kindlichen Entwicklung
Saskia
Geschrieben von Saskia

Digitale Fürsorge statt Verbot!

Kaum etwas schreitet so schnell voran wie die Digitalisierung und so hilfreich sie uns im Alltag auch zur Seite steht, macht die neue BLIKK Medienstudie auch die Kehrseite der Medaille sichtbar. Diese besagt: Übertreiben es Eltern mit dem eigenen Smartphone-Konsum und dosieren sie diesen auch bei ihren Kindern zu großzügig, können Sprachstörungen oder auch Hyperaktivität daraus resultieren. Dann sollten Smartphones also keinesfalls in die Hände eines Kindes geraten? Nicht ganz …


Der Alltag als Familie ist stressig und Eltern wünschen sich manchmal nichts sehnlicheres, als ein Kind, das endlich Ruhe gibt. Ob unterwegs oder zu Hause: Manchmal scheint der Griff zum Smartphone oder Tablet das einfachste und wirksamste Mittel, um den Knirps mit Spielen, Videos und Co. zufrieden zu stellen. Doch die frühkindliche Entwicklung nimmt laut der BLIKK Medienstudie nicht erst dadurch Schaden, dass bereits Kleinkinder ein Smartphone in die Hand gedrückt bekommen. Es beginne direkt nach der Geburt und betrifft die Eltern, die beim Stillen, Fläschchen geben oder während sie ihr Baby in den Armen wiegen gleichzeitig das Smartphone bedienen, was wiederum dafür sorge, dass bereits die Kleinsten unter Schlaf- und Essstörungen leiden. Und ‘zu guter Letzt’ gefährdet der ständige Griff zum Handy auch die Gesundheit  der Eltern.

Über die Studie

Befragt wurden 5.573 Eltern und deren Kinder zu ihrem Umgang mit den digitalen Medien. Um die körperliche, entwicklungsneurologische und psychosoziale Verfassung dokumentieren zu können, wurden die Befragungen und Untersuchungen von Kinderärzten vorgenommen. “BLIKK” steht übrigens für: Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz, Kompetenz und Kommunikation.

Was kam heraus?

  • 70 Prozent der Kinder, die im Kita-Alter sind, benutzen das Smartphone der Eltern bereits mehr als eine halbe Stunde täglich.
  • Es konnte ein Zusammenhang zwischen intensiver Mediennutzung und Entwicklungsstörungen festgestellt werden.
  • Kinder unter 6 Jahren wiesen vermehrt sprachliche Entwicklungsstörungen und (motorische) Hyperaktivität vor.
  • Wird Kindern die frühzeitige digitale Medienkompetenz nicht beigebracht, ist das Risiko groß, dass digitale Medien zu häufig zum Einsatz kommen (Kontrollverlust).

Digitale Fürsorge statt Verbot

Laut der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), zeige die Studie “welche gesundheitlichen Folgen Kinder erleiden können, wenn sie im digitalen Kosmos in der Entwicklung eigener Medienkompetenz allein gelassen werden” und dass Eltern beim Thema Mediennutzung Orientierung benötigen:

“Kleinkinder brauchen kein Smartphone. Sie müssen erst einmal lernen, mit beiden Beinen sicher im realen Leben zu stehen.”

 

Zum einen geht es Mortler also darum, dass Eltern klare Regeln für die Nutzung von Smartphones und Co. einführen und in vielen Fällen selbst erst noch die notwendige Medienkompetenz erlernen müssen und zum anderen erscheint es ihr zu früh, wenn bereits Kleinkinder mit der digitalisierten Welt vertraut gemacht werden.

Ursache und Wirkung bislang nicht bewiesen

Doch es gibt auch kritische Stimmen zur Studie, wie etwa die der Würzburger Medienpsychologin Astrid Carolus, die im Beirat der Initiative “SCHAU HIN!” sitzt und Kindern einen kompetenten Umgang mit Medien beibringen möchte. Zwar bezweifelt sie nicht, dass es zwischen der Nutzung digitaler Medien und bestimmten gesundheitlichen Folgen einen Zusammenhang gibt, doch der Bezug zwischen Ursache und Wirkung sei trotz der Zusammenhänge nicht immer erklärbar, wie etwa, dass zu häufige Smartphone-Nutzung angeblich dick mache. Näheres dazu erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Kontrollierter Medienkonsum und reale Freundschaften

Wir wollen euch mit der Studie keinesfalls den schwarzen Peter zuschieben. Zudem gab es bereits ohne Smartphone und Internet technische Errungenschaften, die für Kinder (sofern sie zu intensiv konsumiert werden) schädlich waren und sind. Viel mehr wollen wir euch mit den Ergebnissen dafür sensibilisieren, dass soziale Kompetenz im wirklichen Leben der digitalen Welt IMMER vorzuziehen ist und wir alle (egal ob Eltern, Großeltern, Lehrer, oder andere Familienmitglieder) in der Pflicht stehen, diese unseren Kindern vorzuleben. Und das bedeutet keinesfalls ein Verbot von digitalen Medien, sondern die Vorteile der Digitalisierung über den kontrollierten Konsum in den Alltag der Heranwachsenden zu integrieren. Dass das vor allem bei Kindern im Schulalter häufig eine große Herausforderung ist, wollen wir nicht bestreiten. Genau deshalb ist es so signifikant, dass ihr als Eltern mit gutem Beispiel voran geht. Denn für eure Heranwachsenden seid ihr vor allem eins: Vorbilder. 🙂


Anm. d. Red.: Die vollständige Studie wird erst in den kommenden Monaten veröffentlicht.

Video: YouTube

Titelbild: © ldprod

Über den Autor

Saskia

Saskia

Noch keine eigenen Kinder, aber immerhin vierfache Tante. Mein Vorteil? Ich wickel, kuschel, darf (hin und wieder) erziehen, spielen, rumalbern und die Knirpse wieder den Eltern übergeben, wenn ich eine Pause von all dem benötige. Das klingt natürlich gemein, aber wenn der eigene Nachwuchs irgendwann da ist, werde ich den Vollzeitjob als Mama ganz sicher auch nicht mehr missen wollen. Meistens jedenfalls ...

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